)
15.09.2026
Zurück beim HSV: So lief der erste Tag von Mario Vuskovic
Die Rückennummer 44 darf wieder mit der Mannschaft trainieren. HSV.de hat den Kroaten bei seiner Rückkehr in den Volkspark minutengenau beobachtet.
8.30 Uhr: Mario Vuskovic ist wieder da. Zwei Monate vor Ablauf seiner vierjährigen Dopingsperre darf der Kroate erstmals wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Sein Arbeitstag startet mit medizinischen Untersuchungen, die der 24-Jährige im Athleticum am Volkspark unmittelbar neben dem Stadion absolviert. Vuskovic wird auf Herz und Nieren geprüft. In den nächsten Stunden warten mehrere Tests zu seiner Leistungsfähigkeit auf ihn. Der Innenverteidiger macht einen freudig aufgeregten und motivierten Eindruck.
)
10.22 Uhr: Vuskovic sitzt auf dem stationären Fahrrad, mehrere Elektroden sind auf seinen Körper geklebt. Der Mitarbeiter im Athleticum fragt den Abwehrspieler: „Are you ready?“ Von Vuskovic kommt eine kurze und klare Antwort zurück: „Yes.“ Er absolviert einen Stufentest, bei dem das Tempo alle zwei Minuten gesteigert wird. Die Belastung ist zunächst niedrig und wird sukzessive erhöht. Anschließend geht es für ihn ins Volksparkstadion.
10.53 Uhr: Auf dem Weg zur HSV-Kabine kommt Cheftrainer Merlin Polzin Vuskovic entgegen. Beide umarmen sich herzlich. „Finally“, sagt der Coach. Vuskovic wirft einen Blick in seinen Spind mit der Rückennummer 44, in dem die Trainingsklamotten und eine „Welcome home!“-Broschüre vom Club bereitliegen. Er freut sich, dass seine alten Weggefährten Miro Muheim und Bakery Jatta seine Sitznachbarn sind. Ein paar Meter weiter legt Vuskovic drei Paar Fußballschuhe ab und wundert sich, wem die Treter mit der Größe 49 gehören. Teammanager Mats Wesling verrät ihm, dass es sich dabei um Nachwuchsspieler Jason Bissi-Mouelle handelt. Vuskovic schmunzelt. Kurz danach läuft er im Kabinentrakt am „Free Vuskovic“-Banner und der Uhr mit dem Countdown bis zum Ablauf seiner Dopingsperre vorbei. Ein schneller Blick genügt. Vuskovic ist fokussiert. In den Momenten danach schauen auch Sportdirektor Claus Costa und das restliche Trainerteam vorbei. „Welcome back“, heißt es an vielen Stellen.
11.45 Uhr: Auch HSV-Physiotherapeut Andreas Thum, der bereits seit 2015 im Club ist und Vuskovic daher bereits kennt, sitzt mit dem Rückkehrer zusammen und überprüft ihn – wie bei jedem Spieler vor einer Trainingseinheit üblich – von oben bis unten.
)
12.30 Uhr: Das Mittagessen ruft. Dabei macht sich Vuskovic mit seinen alten und neuen Teamkollegen vertraut. Mit Miro Muheim, Bakery Jatta und Daniel Heuer Fernandes zählen noch drei Spieler aus seiner Zeit vor der Sperre zum HSV-Kader.
14.07 Uhr: Rund eine Stunde vor Trainingsstart füllt sich der Parkplatz Weiß am Volksparkstadion immer mehr. Die HSV-Fans zählen die Minuten, bis es losgeht. Viele von ihnen haben sich passend zum Anlass für ein bestimmtes Trikot entschieden: das mit Vuskovic und der Nummer 44. Logisch.
14.12 Uhr: In der Zwischenzeit sitzt die Mannschaft für die Videoanalyse in der Kabine zusammen. Vorständin Kathleen Krüger ist ebenfalls dabei, sie heißt Vuskovic im Team willkommen und betont den Zusammenhalt innerhalb der HSV-Familie. Zudem gibt Merlin Polzin einen emotionalen Rückblick zu den vergangenen vier Jahren, in denen Vuskovic nicht spielen durfte. Danach spricht der Spieler selbst zur Mannschaft und ist sichtlich ergriffen vom Moment.
)
15.17 Uhr: Die Mannschaft um Vuskovic betritt den Rasen des Volksparkstadions. Für den ehemaligen U21-Nationalspieler seines Landes geht es an der Seite von Kapitän Nicolas Remberg und Vize Nicolas Capaldo ins weite Rund. Empfangen wird er von mehr als 3.000 Fans, die auf der Nordtribüne stehen und seinen Namen skandieren, so wie es in den vergangenen vier Jahren der Fall war. Auf einem Banner steht auf Kroatisch: „Der Weg war lang, aber das Ziel rückt näher. Willkommen zurück, Mario.“ Zum Start in die Trainingseinheit geht es für Vuskovic durch den obligatorischen Spalier. Natürlich ausgerichtet zur heimischen Kurve.
15.21 Uhr: Vuskovic hat seinen ersten Ballkontakt. Bei der Erwärmung spielt er einen einfachen Pass zum Mitspieler. Die Menschenmenge jubelt, als wäre ein Tor gefallen.
15.32 Uhr: Aus der HSV-Loge verfolgt in Anwesenheit der Vorstände Kathleen Krüger und Eric Huwer nicht nur der engste Kreis der Vuskovic-Familie um Marios Eltern Daniel und Sanja das Geschehen, sondern auch zahlreiche Weggefährten der vergangenen Jahre, darunter frühere Mitspieler wie Sebastian Schonlau und Jonas Meffert ebenso wie Ex-HSV-Trainer Tim Walter (aktuell alle bei Holstein Kiel) und dessen damaliger Co-Trainer sowie Marios kroatischer Landsmann Filip Tapalovic (Borussia Dortmund).
Auch hier sind die Emotionen groß: „Du kommst hier rein und siehst zuerst einmal die Mama – das ist ein komplett anderer Moment, weil sie und auch der Papa als Elternteil unfassbar viel durchmachen mussten und so positiv sind“, sagt Tim Walter zur HSV.de-Redaktion und betont mit Blick auf die Rückkehr seines ehemaligen Schützlings auf den Trainingsplatz: „Ich hatte den Eindruck von Mario, dass er trotz der schweren Zeit immer fokussiert war. Es ist schön, diesen Moment heute zu erleben. Er ist einfach froh, das Grün unter seinen Füßen zu haben. Ich freue mich für ihn, glaube fest an ihn und drücke ihm alle Daumen.“
15.46 Uhr: Bei einer Übung steht Vuskovic zum ersten Mal wieder in einer Formation mit elf Spielern. Der Rechtsfuß bildet eine Abwehrkette mit Shafiq Nandja und Nicolas Capaldo. Hinter ihm ist Daniel Heuer Fernandes im Tor, mit dem er in 41 Pflichtspielen gemeinsam auf dem Feld stand. Bei gelungenen Aktionen von Vuskovic, wenn er sich etwa aus dem Pressing löst oder den Ball beim Mitspieler anbringt, gibt es Applaus von den Rängen.
16.04 Uhr: Bei einem Trainingsspiel leitet Vuskovic ein Tor ein. Er spielt einen langen Ball auf Miro Muheim, der am zweiten Pfosten mit dem Kopf ins Zentrum querlegt. Dort verlängert Jordan Torunarigha auf Louis Lemke, der aus wenigen Zentimetern einschiebt.
)
16.06 Uhr: Im Volkspark wird es richtig laut: Vuskovic schießt selbst ein Tor – und wie! Aus rund 15 Metern fasst sich der Verteidiger ein Herz und hämmert den Ball ins linke Eck. Miro Muheim schlägt die Hände über den Kopf, die Fans schreien auf.
16.15 Uhr: Die Trainingseinheit endet nach einer knappen Stunde. Vuskovic tritt noch einmal vor die Nordtribüne und bedankt sich bei den Zuschauern. Außerdem klopft er sich mehrmals demonstrativ auf die linke Brust, wo unter seinem Leibchen die Raute sitzt. Sein Name hallt durch den Volkspark.
16.18 Uhr: Ein spielfreudiger Vuskovic passt sich noch ein paar Bälle mit Nicolai Remberg zu, bevor er den Innenraum des Volksparkstadions verlässt.
16.32 Uhr: Vuskovic kommt in die besagte Loge 37, in der seine Eltern, die HSV-Vorstände und zahlreiche Weggefährten sind. Tim Walter herzt ihn als Erster und attestiert ihm ein gutes Training.
16.37 Uhr: Auf einem Fernseher in der Loge wird Vuskovic ein Video abgespielt, in dem ihn weitere geladene, aber verhinderte Weggefährten begrüßen und Mut zusprechen. Zu sehen sind seine früheren Mitspieler Robert Glatzel (VfL Wolfsburg), Ludovit Reis (Werder Bremen) und Ransford Königsdörffer (Mainz 05) sowie der ehemalige HSV-Vorstand Jonas Boldt (Hannover 96), der frühere HSV-Co-Trainer Julian Hübner (Holstein Kiel) und Ex-HSV-Physiotherapeut Christian Tambach. Fast alle begrüßen ihn mit „Brate“, stellen heraus, dass Vuskovic nicht nur ein guter Fußballer, sondern ein noch besserer Mensch sei. Mario sitzt auf einem Stuhl und muss mehrfach schlucken.
17.05 Uhr: Nach dem Besuch in der Loge spielt Vuskovic mit Nicolai Remberg Teqball in der Mixed Zone. Danach endet der Tag seiner Rückkehr in den Volkspark. Teil 1 des langersehnten Comebacks ist geschafft. Nun geht es bis zum 15. November, wenn er wieder spielberechtigt ist, Schritt für Schritt weiter. Um es in den Worten der Fans zu sagen: Das Ziel rückt näher.
)
Mehr News zu Vuskovic
Anzeige
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)