)
23.10.2026
Damit die Heide nicht brennt: HSV vor kniffliger Auswärtsaufgabe
Drei Bundesliga-Siege in Serie, reichlich Konkurrenzkampf und ein unangenehmer Aufsteiger: Der HSV reist zwar mit Rückenwind zum SC Paderborn, weiß aber um die besonderen Gegebenheiten vor Ort. Alle Infos zur Partie am Sonnabend gibt es hier im Vorbericht.
Zwei späte Siegtore in Serie von Miro Muheim gegen die beiden baden-württembergischen Bundesligisten TSG Hoffenheim (3:2) und VfB Stuttgart (1:0) haben die Herzen der HSV-Fans zuletzt gewaltig in die Höhe springen lassen. Den wichtigen ersten Saisonsieg gegen den 1. FC Köln (1:0) mit eingerechnet, feierten die Rothosen in der Bundesliga zuletzt drei Erfolge in Serie und sind nach dem missglückten Saisonstart wieder voll obenauf. Ein gutes und zugleich trügerisches Gefühl, wie HSV-Cheftrainer Merlin Polzin direkt zum Start in die Trainingswoche verdeutlichte. In der eigenen Mitte zu sein und zu bleiben sowie sich gewissenhaft auf die nächste Aufgabe vorzubereiten, lautete damit das Credo der Rothosen in dieser Woche.
Denn mit dem Auswärtsspiel beim SC Paderborn am Sonnabend (ab 15.15 Uhr live im HSVnetradio), seines Zeichens ein spielstarker Aufsteiger, der seine Qualitäten auch im Oberhaus bereits unter Beweis gestellt hat, wartet ein kniffliger Gegner an einem Ort, an den der HSV aus der jüngsten Vergangenheit nicht immer gute Erinnerungen hat. Welches Personal Polzin zur Verfügung steht, was den SCP auszeichnet und wie dieses Mal die Heide nicht brennen soll, verrät wie gewohnt der Vorbericht in kleinen Info-Häppchen.
)
Das Personal
Die gute Laune mit Blick auf die Personallage war im Gesicht von Merlin Polzin unübersehbar: In der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte er, dass einzig Nicolai Remberg (Kreuzbandriss) und Mario Vuskovic (Doping-Sperre) nicht zur Verfügung stehen werden. Patson Daka, Albert Sambi Lokonga (beide Oberschenkel) und Bakery Jatta (Adduktoren), die noch im Heimspiel gegen Stuttgart verletzungsbedingt nicht im HSV-Aufgebot standen, seien hingegen wieder voll einsatzbereit.
Im HSV-Kader, der zuletzt in der Breite überzeugte, gibt es folglich reichlich Gerangel um die Einsatzminuten, sei es als Starter oder aber Joker von der Bank, die zuletzt großen Einfluss auf das HSV-Spiel nahmen. Für Polzin ein Umstand, den er mit großer Freude wahrnimmt. „Die Konkurrenzsituation macht etwas mit der Mannschaft. Sie sorgt dafür, dass du besser, schärfer und aufmerksamer trainieren musst, um dir deine Spielzeit zu verdienen. Zugleich haben wir ein gutes Gefühl, dass unsere Finisher ein Spiel nach hinten heraus beeinflussen können. Alle haben Bock und machen es mir schwer, zu entscheiden, wer beginnen wird."
Das gilt unter anderem für die Besetzung des zentralen Mittelfeldes, in dem zuletzt Nadir, Muheim und Adeline überzeugten, mit der Rückkehr von Sambi Lokonga sowie den gegen Stuttgart als Einwechselspieler zurückgekehrten Albert Grönbaek.
)
Der Gegner
Der SC Paderborn ist nach 2014 und 2019 in diesem Jahr zum dritten Mal in seiner Clubgeschichte in die Bundesliga aufgestiegen. Seine bisherigen beiden Spielzeiten in der Beletage beendeten die Ostwestfalen jeweils als Tabellenschlusslicht auf Rang 18. Es ist selbstredend, dass im dritten Anlauf die Klasse im Fußball-Oberhaus gehalten werden soll. Und die Vorzeichen standen womöglich noch nie so gut.
Der SCP hat unter der Federführung von Cheftrainer Ralf Kettemann (Foto), der zur Saison 2025/26 aus der U19 des Karlsruher SC an die Pader wechselte und dann über die Relegation gegen den VfL Wolfsburg (0:0, 2:1 n.V.) sofort den Aufstieg realisierte, einen mutigen Spielstil entwickelt. Bevorzugt im 3-4-2-1-System setzt der SCP nicht nur auf einen mutigen Spielaufbau mit einem spielstarken Torwart wie Manuel Noll, sondern generell auf ein proaktives Positionsspiel, in dem alle Akteure spielerisch gefragt sind. Neben der taktischen Komponente gilt der 40-jährige Kettemann mit einem modernen und nahbaren Führungsstil als Menschenfänger und Kumpel-Typ und hat es auf diese Art und Weise geschafft, eine verschworene Gemeinschaft zu formen.
Die gute Arbeit der Paderborner trug auch zum Start in die Bundesliga-Saison erste Früchte: Fünf Punkte stehen zu Buche, resultierend aus einem Heimsieg gegen Hoffenheim (3:1) sowie zwei Unentschieden zum Saisonstart in Mainz (0:0) und zuletzt in Bremen (2:2).
)
Das Stadionerlebnis
„Hermann Löns, die Heide, Heide brennt! Heide, Heide brennt!“ – seien wir ehrlich: Die Torhymne des SC Paderborn haben alle HSVer in der jüngsten Vergangenheit bei Gastspielen an der Pader vielleicht einen Tick zu oft gehört. Das ging los im ersten Zweitliga-Jahr, als die Hamburger am 33. Spieltag nach Doppelpacks von Vasiliadis und Antwi-Adjei mit 1:4 unterlegen waren und erstmals ihre Hoffnungen auf eine schnelle Bundesliga-Rückkehr begraben mussten. Und es endete mit dem bislang letzten Vergleich in der Aufstiegssaison 2024/25, der an Ort und Stelle mit 0:2 verloren ging. Es war zugleich die erste Niederlage in der Amtszeit von Merlin Polzin als HSV-Cheftrainer.
In der Home-Deluxe-Arena, der mit einem Fassungsvermögen von 15.000 Plätzen zweitkleinsten Spielstätte der Bundesliga, herrscht aufgrund der Spielfeldnähe und des einzigen Ranges eine kompakte Atmosphäre mit einem speziellen Vibe. Spiele dort sind immer umkämpft, doch der HSV konnte sie auch schon auf seine Seite ziehen: darunter etwa das spektakuläre 4:3 zu Corona-Zeiten in der Saison 2020/21, das 2:1 im Folgejahr durch Last-Minute-Torschütze Tommy Doyle sowie das 3:2 nochmals ein Jahr später, als Benes das Siegtor nach vorangegangener Dompe-Gala markierte. Polzin war bei einigen Reisen nach Ostwestfalen dabei, und weiß: „Wir können jetzt nicht einfach normal in das Spiel reingehen. Wir haben viele neue Spieler dabei, die noch nie in Paderborn gespielt haben. Jedes Spiel ist anders. Wir müssen genau wissen, was in Paderborn benötigt wird, um erfolgreich zu sein, ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen. Horst (Hrubesch, Anm. d. Red.) hat mir die Tage auch noch einmal gesagt, was in Paderborn wichtig ist. Seinen Rat werden wir natürlich berücksichtigen, um dort erfolgreich zu sein.“
Okay, genug des Ausflugs in die alten Kamellen. Zeit für neue Geschichten, Zeit für einen Bundesliga-Ausflug ins rund 220 Kilometer Luftlinie entfernte Paderborn. Dort, wo der HSV weiter punkten möchte und die Heide besser nicht brennen soll.
Der Spieltag beim HSV
Das Bundesliga-Spiel beim SC Paderborn wird im Einzelspiel live auf Sky übertragen. Zudem läuft die Partie in der Konferenz bei DAZN. Darüber hinaus seien euch aber selbstverständlich auch die weiteren verschiedenen und vielfältigen HSV-Kanäle ans Herz gelegt, auf denen ihr die Partie ebenfalls live verfolgen könnt.
HSVnetradio – Mit viel Fachkompetenz, einer Prise Humor und natürlich blau-weiß-schwarzer Brille ist das HSVnetradio live vor Ort für euch dabei, begleitet für euch das Spielgeschehen und bringt euch die Partie nach Hause oder unterwegs auf euer Smartphone. Oder auch auf den Alexa-Sprachassistenten, denn der Stream ist auch über unseren HSV-Alexa-Stream abrufbar. Einfach „Alexa, öffne HSV“ bei den Amazon-Sprachassistenten sagen und los geht's!
HSV-App – Der Spieltagsstream versorgt euch den ganzen Tag über mit News, Umfragen und Infos zum Spiel und der HSV-Woche. Zudem könnt ihr das Spiel dort im Live-Ticker verfolgen.
Social Media – Auf Instagram, X, WhatsApp und Facebook gibt es rund um das Spiel Spielstände, Fotos und Videos.
HSVtv – Als Abonnent könnt ihr euch nach dem Abpfiff die Partie noch einmal als Re-Live anschauen und bekommt alle Stimmen zum Spiel.
PUR DER HSV, der HSV-Podcast – Ausführliche Gespräche, kleine Interviews und Hörgeschichten mit Protagonisten aus der Profi-Mannschaft hält „PUR DER HSV“ bereit.
Mehr News
Anzeige
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)
)