
Spielbericht
04.04.26
1:1 – HSV mit Remis gegen den FC Augsburg
Die Rothosen teilen sich am 28. Bundesliga-Spieltag die Punkte mit den Fuggerstädtern. Chaves hatte die Gäste in Führung gebracht, ehe Königsdörffer den 1:1-Ausgleich erzielte. Muheim sah zudem die Rote Karte.
Der Hamburger SV hat sich am Ostersonnabend (4. April) in seinem Bundesliga-Heimspiel mit 1:1 (0:1) vom FC Augsburg getrennt. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion lieferten sich beide Teams eine hektische Anfangsphase mit vielen Ungenauigkeiten im Offensivspiel. Die Gäste gingen dabei durch einen Abstauber von Chaves (23.) mit 1:0 in Führung – zugleich der Halbzeitstand. Nach dem Seitenwechsel glichen die Rothosen die Partie durch Königsdörffer (60.) zunächst aus und verpassten durch einen Pfostentreffer von Vuskovic den unmittelbaren Doppelschlag (64.). Im direkten Gegenzug kassierte Muheim aufgrund einer Notbremse die Rote Karte. Fortan gab es einen offenen Schlagabtausch mit weiteren Aluminiumtreffern auf beiden Seiten, aber ohne weitere Tore.

Hektischer Beginn …
Im Vergleich zur 2:3-Niederlage bei Borussia Dortmund vor der Länderspielpause veränderte HSV-Cheftrainer Polzin seine Startformation auf einer Position: Glatzel rückte für den gelbgesperrten Remberg ins Team. In einer 3-5-2-Grundordnung reihte sich der Mittelstürmer als Doppelspitze neben Otele ein, der nach wenigen Minuten für den ersten Aufschrei im Volkspark sorgte, als er eine scharfe Hereingabe von Mikelbrencis am zweiten Pfosten aus guter Lage nicht verwerten konnte. Auf der Gegenseite sorgte Ex-HSVer Gregoritsch für den ersten Abschluss der Partie, schoss allerdings klar drüber. Auch in der Folge wogte die Partie im Mittelfeld hektisch hin und her, wobei Schiedsrichter Aytekin den Protagonisten in der Zweikampfführung eine lange Leine gewährte. Rieder und Mikelbrencis verbuchten in dieser Gemengelage jeweils von der Strafraumkante die nächsten Torschüsse, die ebenfalls übers Gehäuse gingen.
In der 22. Minute erzielten die Fuggerstädter dann etwas aus dem Nichts die Führung: Eine Wolf-Flanke fand am langen Pfosten den aufgerückten Zesiger, der sich im Kopfballduell mit Mikelbrencis durchsetzte. Beim anschließend freiliegenden Ball schaltete Chaves im Fünfmeterraum am schnellsten und stocherte das Spielgerät zum 1:0 über die Linie. Die Rothosen waren im Anschluss über verstärkten Ballbesitz um eine Antwort bemüht und kamen zu mehreren Halbchancen: Zunächst prüfte Kapitän Muheim Dahmen mit einer scharf zum Tor gezogenen Freistoßflanke (30.), dann scheiterte Glatzel mit einer Direktabnahme im Fallen (34.), ehe erneut Muheim – dieses Mal per direktem Freistoß – seinen Meister im FCA-Keeper fand (37.). Spätestens als Otele (38.) per Außenristabschluss Dahmen zur nächsten sehenswerten Parade zwang und Glatzel (44.) kurz vor dem Pausenpfiff vom Elfmeterpunkt knapp verzog, wäre der Ausgleich aus HSV-Sicht durchaus verdient gewesen. Stattdessen ging es mit dem 0:1 in die Pause, auch da Gregoritsch mit einer tollen Fairplay-Geste einen seinen Farben zugesprochenen Freistoß aus exzellenter Position verhinderte, indem er Aytekin erklärte, nicht gefoult worden zu sein.

… und emotionale Schlussphase
Mit dem Seitenwechsel nahm Polzin den ersten Wechsel vor und brachte Philippe für den bereits gelbverwarnten Otele ins Spiel. Wie schon zum Pausenpfiff stand Gregoritsch zunächst im Fokus, scheiterte mit seinem Flachschuss aber an Heuer Fernandes (47.). Auf der Gegenseite verpasste Königsdörffer um wenige Zentimeter den Ausgleich, als er nach einer feinen Kombination durchs Zentrum ebenfalls per Flachschuss aus rund zehn Metern links vorbeischoss (50.). Da zwischenzeitlich Kade (54.) einen Konter ans Außennetz setzte und Claude-Maurice (55.) ebenfalls das 2:0 verpasste, blieb die Partie offen und der HSV drängte weiter auf den Ausgleich. Mit Erfolg: Königsdörffer schweißte die Kugel nach Ablage von Sturmpartner Glatzel aus 16 Metern unhaltbar links ins Eck ein – das viel bejubelte 1:1 in der 60. Minute! Mit dem Tollhaus Volksparkstadion im Rücken packte der HSV beinahe den Doppelschlag aus. Doch Vuskovic scheiterte nach einer Muheim-Ecke per Kopf am linken Pfosten (64.). Doppelt bitter: Im direkten Gegenzug unterlief Muheim als letzter Mann im Duell mit Kade ein folgenschwerer Stockfehler, aus dem eine Notbremse und der logische Platzverweis resultierten.
Polzin reagierte mit einem Doppelwechsel auf die Unterzahl und verhalf Winterzugang Grönbaek dabei zum HSV-Debüt. Die Gäste übernahmen ihrerseits die Spielkontrolle und drängten mit wütendem Powerplay auf die erneute Führung. Im Mittelpunkt stand erneut Gregoritsch, der zunächst einen Kopfball neben das Tor und kurze Zeit später einen Abschluss an den linken Pfosten setzte (74.). Doch auch der HSV sorgte für Entlastung: Zunächst lenkte Dahmen mit der Schulter eine verunglückte Rückgabe Zesigers an den Querbalken (83.), dann bekam der FCA-Schlussmann in der gleichen Minute noch die Fingerspitzen an einen wuchtigen Distanzschuss von Grönbaek und lenkte diesen erneut ans Aluminium, dieses Mal an den rechten Außenpfosten. Als in den Nachwehen der fälligen Ecke Vieira Zesiger an den Oberarm schoss und Aytekin nach Funk seines Assistenten zunächst auf Handelfmeter entschied (85.), explodierte die Stimmung auf den Rängen förmlich. Zwar nahm der Referee nach VAR-Eingriff die Entscheidung zurück, doch im Volkspark waren längst Glaube, Wille und pure Überzeugung auf den Sieg zurückgekehrt. Und Gocholeishvili hätte nach einem kurz ausgeführten Freistoß dieser Atmosphäre aus der zweiten Reihe fast die Krone aufgesetzt, schoss aber übers FCA-Gehäuse (89.). So blieb es bei einem verdienten Punktgewinn gegen den direkten Tabellennachbarn.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Omari, L. Vuskovic, Torunarigha – Mikelbrencis, Sambi Lokonga, Vieira, Königsdörffer (67. Gocholeishvili), Muheim – Glatzel (67. Grönbaek), Otele (46. Philippe, 90.+4 Stange)
FC Augsburg: Dahmen – Chaves, K. Schlotterbeck, Zesiger – Wolf, Fellhauer (80. Massengo), Rieder, Giannoulis – Kade (80. Ribeiro), Claude-Mauirce (90. Ogundu)– Gregoritsch
Tore: 0:1 Chaves (23.), 1:1 Königsdörffer (60.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Gelbe Karten: Otele, Torunarigha / Rieder, Zesiger, K. Schlotterbeck
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: Muheim / -
