
Spielbericht
02.05.26
2:1! HSV dreht Partie bei Eintracht Frankfurt
Die Rothosen fahren bei den Adlerträgern Big Points im Kampf um den Klassenerhalt ein. Albert Grönbaek (51.) und Fabio Vieira (59.) erzielten die HSV-Tore, nachdem zuvor Uzun (48.) für die Hessen getroffen hatte.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (2. Mai) sein Auswärtsspiel im Zuge des 32. Bundesliga-Spieltags bei Eintracht Frankfurt mit 2:1 (0:0) gewonnen. Vor 59.400 Zuschauern im ausverkauften Deutsche Bank Park lieferten sich beide Teams eine ausgeglichene Anfangsphase, ehe der HSV mehr und mehr das Spiel bestimmte und durch Fabio Vieira einzig am Aluminium scheiterte. Nach dem Seitenwechsel fielen dann auch die Tore: Nachdem Uzun (48.) die Hausherren etwas überraschend mit 1:0 in Führung gebracht hatte, drehten die Hamburger durch Tore von Grönbaek (51.) und Fabio Vieira (59.) die Partie und belohnten sich mit drei Zählern für einen sehr starken Auftritt in der Fremde.

Zunächst keine Tore ...
Im Vergleich zur jüngsten 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim nahm Cheftrainer Polzin eine Veränderung in der Anfangsformation vor: Anstelle des kurzfristig verletzten Mikelbrencis (Adduktorenprobleme) startete Sambi Lokonga. Die komplett in Weiß gekleideten Hamburger markierten über Kapitän Capaldo den ersten nennenswerten Angriff des Spiels: Die flache Hereingabe des Argentiniers über die in den Anfangsminuten auffällige rechte Seite ließ Zetterer nach vorn abprallen, Vieira wurde beim Nachschuss entscheidend gestört (4.). In der Folge generierten die Hausherren etwas mehr Ballbesitz und kamen nach rund 15 Minuten ihrerseits zum ersten Abschluss: Uzun prüfte per Drehschuss aus 17 Metern aufs kurze Eck Heuer Fernandes, der schnell abtauchte und zur Seite abwehren konnte.
Nach weiteren zehn ausgeglichenen Minuten bat Referee Aytekin bei Temperaturen jenseits der 25 Grad Celsius zur ersten Trinkpause der Partie. Und nach dieser sendete der HSV direkt ein doppeltes Offensivzeichen: Zunächst setzte Sambi Lokonga im Strafraum zum Flachschuss an, den Zetterer erneut nicht festhalten konnte. In den Nachwehen dieser Aktion zog Vieira technisch sehenswert aus mehr als 20 Metern ab und knallte die Kugel an den Querbalken – der HSV zum zwölften Mal in dieser Saison im Alu-Pech (26.). Da kurze Zeit später Jatta per Distanzschuss das Torschussverhältnis auf 5:1 stellte, hätten die Hamburger mittlerweile den Führungstreffer verdient gehabt. Diesem kamen allerdings kurz vor der Pause noch einmal die über weite Strecken harmlosen Frankfurter näher, als zunächst Uzun erneut und dieses Mal gleich doppelt seinen Meister in Heuer Fernandes fand (38.). So ging es mit dem 0:0 in die Pause, was der Frankfurter Anhang mit einem Pfeifkonzert quittierte.

... und dann spektakulärer Re-Start
An seinen starken Auswärtsauftritt konnte der HSV nach Wiederanpfiff zunächst nicht anknüpfen und präsentierte sich kurzzeitig unsortiert. Die Adlerträger nutzten das gnadenlos aus, verpassten durch Burkhardt zunächst noch aus exzellenter Position die Führung (46.), ehe Uzun seinen vierten aussichtsreichen Abschluss zum 1:0 im HSV-Gehäuse unterbrachte (48.). Doch der HSV fand auf diesen Schock die direkte Antwort: In der Folge eines Eckballs bediente Omari per Flanke Grönbaek, der aus halbrechter Position und rund 13 Metern Torentfernung trocken und ansatzlos ins untere linke Eck vollstreckte – nur zwei Minuten und zehn Sekunden nach dem Rückstand der 1:1-Ausgleich! Die Winter-Leihgabe der Rothosen markierte damit zugleich sein erstes Bundesliga-Tor. Doch damit nicht genug: Der 24-jährige Däne prüfte kurze Zeit später per direktem Freistoß Schlussmann Zetterer und steckte dann per Chip in den Strafraum auf Fabio Vieira durch, der sich aus halblinker Position im Eins-gegen-eins mit Zetterer nicht zweimal bitten ließ: Der Portugiese nahm die Kugel per Brust herunter und verwandelte eiskalt ins lange Eck – 2:1 für den HSV!
Mit der Führung im Rücken war der HSV fortan um Spielkontrolle bemüht und setzte vor allem auf einen kompakten Abwehrverbund. Coach Polzin nahm dabei in zeitlichen Abständen jeweils zwei Doppelwechsel vor und brachte damit frische Kräfte ins Spiel, darunter Comebacker Vuskovic. Dieser musste unmittelbar nach seiner Hereinnahme auch gleich wieder als Abwehrchef fungieren, da der bis hierhin souveräne Abwehranker Torunarigha bei einem Luftduell heftig mit Knauff zusammenprallte. Polzin musste dadurch ein weiteres Mal verletzungsbedingt wechseln, nachdem zuvor schon Matchwinner Grönbaek angeschlagen ausgewechselt worden war. Aufgrund der Tore, Wechsel und Verletzungsunterbrechungen musste sich der HSV in einer zehnminütigen Nachspielzeit in einem mittlerweile zählen Kampf irgendwie ins Ziel verteidigen. Mit Erfolg: Heuer Fernandes entschärfte mit einem Drehschuss des ebenfalls eingewechselten Ebnoutalib (90.+2) noch die beste SGE-Chance. So entführte der HSV Big Points im Kampf um den Klassenerhalt aus Frankfurt.
Das Spiel im Stenogramm:
Eintracht Frankfurt: Zetterer – Amenda, Skhiri (61. Kristensen), R. Koch, Brown – Larsson (82. Ebnoutalib) – Knauff (82. Amaimouni-Echghouyab), Uzun, O. Höjlund (61. Chaibi) , Kalimuendo – Burkardt (61. Bahoya)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Torunarigha (83. Poulsen), Omari – Jatta (68. Gocholeishvili), Remberg, Lokonga (79. Elfadli), Grönbaek (78. Vuskovic) – Fabio Vieira, Glatzel (68. Downs), Königsdörffer
Tore: 1:0 Uzun (48.), 1:1 Grönbaek (51.), 1:2 Fabio Vieira (59.)
Zuschauer: 59.400 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Gelbe Karten: O. Höjlund, Uzun, Kalimuendo, Bahoya / Capaldo
Gelb-Rote Karten: Kristensen / -
Rote Karten: - /
