
Interview
07.05.26
Albert Grönbaek im großen A-Z: „Ich lebe den Traum“
Von A wie Aarhus über J wie Jubel bis hin zu Z wie Ziele – der HSV-Senkrechtstarter stellt sich im Frage-und-Antwort-Spiel von seiner sportlichen und persönlichen Seite genauer vor.
Aarhus: Da muss ich auf Anhieb an meine fantastische Kindheit denken. Ich habe wirklich sehr schöne Erinnerungen an die Zeit dort. Vor allem mit meinen Freunden. Und ich bin dort Profi geworden.
Berater: Mein Berater ist Ebbe Sand. Er ist wirklich ein netter Kerl. Ich vertraue ihm sehr. Er versteht mich sehr gut, er weiß genau, was ich brauche. Ich kann nur Positives über ihn erzählen. Und ich kann viel von ihm lernen. Vor allem seine Mentalität, seine Hingabe und seine Zielstrebigkeit faszinieren mich.
Christine: Meine Freundin! Das Leben mit ihr zusammen ist fantastisch. Sie ist mein Fels in der Brandung. Wie sie mich unterstützt und wie sie für mich da ist, ist unglaublich. Ich habe ihr viel zu verdanken. Sie ist einfach wunderbar.

Dänemark: Das ist meine Heimat. Ich bin dort aufgewachsen, als Kind beziehungsweise als junger Mensch hatte ich dort eine unbeschwerte Zeit. Dänemark ist ein tolles Land. Die Kultur ist einzigartig.
Eminem: (lacht) So nennen mich manche aus der Mannschaft aufgrund meiner Frisur. Aber das machen sie nur manchmal zum Spaß. Meine Spitznamen sind Alberto oder Albi.
Freizeit: Ich habe eine große Leidenschaft fürs Golfen. Dabei kann ich richtig abschalten und den Kopf freimachen. Ich liebe es. Wenn das Wetter nicht so gut ist, ziehe ich es vor, Padel zu spielen. Abgesehen davon hole ich mir gern einen Kaffee und gehe durch die durch die Stadt oder an der Alster entlang.
Gegenspieler: (überlegt) Wenn ich an meinen besten Gegenspieler denke, kommt mir Virgil van Dijk in den Sinn. Ich habe gegen ihn und den FC Liverpool gespielt, als ich beim FC Southampton war. Ansonsten würde ich Bukayo Saka vom FC Arsenal und Ousmane Dembele von Paris Saint-Germain nennen. Apropos PSG: Bradley Barcola ist ein Spieler, der mich richtig überrascht hat, wie gut er ist.
Hamburg: Ich war schon mal hier, also ich noch sehr jung war, aber leider erinnere ich mich nicht mehr gut daran. Ich finde, dass Hamburg ein guter Mix aus Kopenhagen und Aarhus ist. Die Kulturen sind ähnlich, der Vibe ist ähnlich. Es ist sehr gemütlich hier.
Idol: Ich bin schon immer ein Fan von Lionel Messi. Für mich ist er der beste Spieler der Geschichte.

Jubel: Es ist ein ganz besonderes Gefühl. Du bist voller Energie und Adrenalin. Ich habe länger nicht getroffen, aber jetzt ist es mir in Frankfurt endlich wieder gelungen. Das war ein echter Boost für mein Selbstvertrauen. Aber: Ich finde, dass sich ein Tor anders anfühlt, wenn man zum Ausgleich trifft oder bereits führte. Wenn man bereits führte, kann man es ein Stück weit mehr genießen. Alles ist etwas gelassener. Sonst ist das Spiel noch so hektisch.
Kabine: Wir haben eine richtig gute Dynamik in unserer Mannschaft. Es ist ein schönes Gefühl, morgens in die Kabine zu kommen. Jeder versteht sich mit jedem. Die Leute sind sehr offen. Alle sind gut drauf und machen Späße. Ich bin dafür zuständig, gute Laune zu verbreiten. Manch einer würde vielleicht sagen, dass ich etwas verrückt bin. (lacht) Ich bin einfach so, wie ich bin.
Laufbahn: Der HSV ist mein sechster Club, also habe ich schon viel Erfahrung in meiner Karriere gesammelt. Es gab hektische Zeiten. Aktuell befinde ich mich in einer Phase, in der ich mich finden muss. Ich möchte wieder der Spieler sein, der ich vor anderthalb Jahren war. Ich befinde mich auf dem richtigen Weg und bin sehr glücklich, beim HSV zu sein.
Meisterschaften: Ich habe zweimal die Meisterschaft in Norwegen gewonnen. Das ist etwas, worauf ich immer mit großem Stolz zurückblicken werde. Bodo/Glimt hat mir sehr geholfen, herauszufinden, welcher Spieler ich sein möchte.
Nationalmannschaft: Der beste Moment meiner Karriere ist, als ich für die Nationalmannschaft getroffen habe. Das werde ich niemals vergessen. Es ist das Größte überhaupt, sein Land repräsentieren zu dürfen. Jedenfalls für mich. Es ist ein ganz besonderes Gefühl. Wenn du für dein Land spielst, hast du die Unterstützung von allen. Auf Clubebene gibt es Rivalitäten unter den Vereinen.
Offensivspiel: Ich mag es, mit meinen Mitspielern zu kombinieren und Verbindungen auf dem Platz zu schaffen. Das ist schon seit meiner Kindheit die Art und Weise, wie ich am liebsten Fußball spiele. Das beste Gefühl ist, wenn die Mannschaft im Spiel mit dem Ball selbstbewusst auftritt und sich einen schönen Angriff herausspielt. Ich habe gern den Ball am Fuß, und ich liebe es, Tore zu schießen und vorzubereiten.
Putten: Ich genieße es sehr, zu golfen. Ich kann mich total darauf konzentrieren und alles andere Drumherum ausblenden. Kein Fußball, kein Social Media. Natürlich bin ich da auch sehr ehrgeizig und möchte gewinnen, aber das ist nicht die Hauptsache. Es geht mehr darum, gut drauf zu sein, gute Gesellschaft zu haben und an der frischen Luft zu sein.

Qualitäten: Ich denke, dass vor allem meine Übersicht mich als Spieler auszeichnet – also die Art und Weise, wie ich das Spielfeld wahrnehme. Ich habe einen Blick dafür, wie ich mit anderen kombinieren oder sie in Szene setzen möchte. Das funktioniert jedoch nur, wenn ich eine gute Verbindung zu ihnen habe. Deshalb ist es am wichtigsten, dass ich mich mit ihnen gut verstehe. Wenn das gegeben ist, ist das Zusammenspiel auf dem Platz einfacher.
Rückschläge: Ich habe glücklicherweise ein gutes Umfeld aus Leuten, die für mich da sind und mir helfen. An dieser Stelle muss ich vor allem meine Freundin Christine hervorheben. Beispielsweise Verletzungen sind frustrierend, aber sie ist immer positiv und erinnert mich daran, dass solche Phasen kein Dauerzustand sind. Nach einer solchen Phase bist du schlauer – über dich selbst und wie du in bestimmten Momenten reagierst.
Social Media: Am liebsten schaue ich YouTube. Ich gucke mir dann Golf an. Ich schaue mir einfach an, wie jemand spielt. Für mich ist es wirklich sehr entspannend, Golf im Hintergrund laufen zu haben. (schmunzelt)
Tattoos: Ich weiß gar nicht, wie viele ich mittlerweile habe. Es wurden immer mehr. Ich habe damit angefangen, als ich 19 oder 20 Jahre alt war. Anfangs war es noch wichtig für mich, dass Tattoos eine Bedeutung haben, aber schon ab dem zweiten wurde es eher willkürlich. (lacht) Die anderen lachen manchmal über meine Tattoos, weil ganz viele wirklich „random“ sind. Das außergewöhnlichste Motiv ist wahrscheinlich ein Alligator, der einen Flamingo-Hut trägt und Golf spielt. (lacht)
Urlaub: Wenn ich einen Ort wählen dürfte, wäre es Mallorca. Ich war schon mehrere Male mit meiner Freundin dort. Mallorca ist eine wirklich schöne Insel, die so viel zu bieten hat. Nach meiner Karriere hätte ich kein Problem damit, im Halbjahresrhythmus dort zu leben.

Volksparkstadion: Das ist mit Abstand der beste Ort, an dem ich je gespielt habe! Die Atmosphäre ist der Wahnsinn. Bei jedem Heimspiel haben wir das Gefühl, dass wir mit unseren Fans im Rücken gewinnen können. Wie sie uns immer unterstützen, ist unglaublich.
Wikinger: Wenn ich mich anschaue, habe ich nichts mit einem Wikinger gemein. (lacht) Das ist eher ein Thema für die Handballer in Dänemark, weil sie viel kräftiger sind. Das sind richtige Maschinen.
x-mal: Wenn ich eine Sache ständig machen könnte, wäre es wahrscheinlich golfen. Ich würde immer Ja zu einer Runde sagen. (schmunzelt)
Yussuf Poulsen: Er ist ein echt guter Kerl. Yussi war schon in der Nationalmannschaft jemand, der sich gut um mich gekümmert hat. Er hilft mir wirklich sehr. Er hat seinen Anteil daran, dass ich auf dem Weg bin, der Spieler zu werden, der ich sein möchte. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Es ist immer lustig, wenn wir etwas zusammen unternehmen.
Ziele: Mein größtes Ziel ist es, aufzuwachen und glücklich zu sein. Dafür muss ich in einer guten Mannschaft sein und ein Trainerteam haben, das an mich glaubt und mich vorantreibt. Das ist aktuell der Fall. Ich lebe also den Traum. Ich bin wirklich sehr zufrieden und genieße alles sehr.
