
Nachbericht
03.05.26
Big Points bei der Eintracht, HSV fast am Ziel
Der Hamburger SV trotzte beim 2:1-Auswärtssieg in Frankfurt am Sonnabend einmal mehr den Widerständen und steht nun kurz vor dem Klassenerhalt.
Die Rothosen stemmten sich mit aller Macht dagegen. Nein, hier brennt nichts mehr an, dürften die Stimmen im Kopf von Minute zu Minute lauter geworden sein. Dieser Sieg gehört uns, egal, wie lange sich diese Nachspielzeit noch zieht! Angezeigt wurden zehn Minuten, am Ende waren es 14. Einmal noch musste Daniel Heuer Fernandes einen Fallrückzieher von Younes Ebnoutalib entschärfen, den Rest verteidigten seine Vorderleute. Dann war es geschafft – im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu gleich mehr.

Heuer Fernandes, der ja fürs Parieren zuständig ist, sprach in der Mixed Zone energisch über die Leistung der Rothosen gegen den Ball. „Wir hatten Bock auf das Verteidigen. Vor allem in der zweiten Hälfte gab es viele Zweikämpfe und Nickligkeiten. Wir haben es angenommen, wir waren voll da“, sagte der 33-Jährige, der 80 Prozent der Schüsse auf sein Tor hielt. Bei den Zweikämpfen, von denen es 98 im Spiel gab, gingen die Hamburger zu 48 Prozent als Sieger hervor. Entscheidend war, wann und wo auf dem Feld sie gewonnen wurden. Denn zum Ende hin machte es den Anschein, komme, was wolle, hier ist kein Vorbeikommen mehr. Und so wurde auch nach und nach der Frust bei den Hausherren größer, die in den Schlusssekunden wegen einer Gelb-Roten Karte gegen Rasmus Kristensen nur noch zu zehnt waren.
Kurz darauf stand der Auswärtssieg fest, bei dem der HSV einmal mehr in dieser Saison den Widerständen trotzte. Bereits zum vierten Mal drehten die Rothosen einen Rückstand in einen Sieg. Can Uzun hatte den Europapokal-Anwärter aus Frankfurt in der 48. Minute in Führung gebracht, ehe Albert Grönbaek sein erstes Tor für den HSV erzielte (51.) und wenig später sehenswert für Fabio Vieira auflegte, der auf 2:1 stellte (59.). Zudem verlor der HSV bei zuvor sechs Spielen ohne Sieg sein Ziel nicht aus den Augen. „Die letzten Wochen waren sicherlich nicht so erfolgreich. Es spricht für uns, ein Spiel wie heute abzuliefern. (…) Wir waren immer klar und haben es als Mannschaft sowie als Verein gut gemacht. Das ist ein Verdienst des Trainerteams – wir sind alle nicht nervös geworden und hatten eine Überzeugung in unser Spiel und unsere alltägliche Arbeit, auch nach Rückschlägen. Das sagt viel über unseren Zusammenhalt aus. Das macht uns erfolgreich“, erklärte Heuer Fernandes. Die Einstellung der Rothosen erkannte sogar Eintracht-Trainer Albert Riera an. Sinngemäß hat der HSV seiner Mannschaft vorgemacht, wie es zu laufen hat. Nachlassen zählt nicht.
Nach dem Abpfiff gab es kein Halten mehr bei den Rothosen. Zu groß war die Freude darüber, was erreicht wurde. Nicht nur an diesem Sonnabend. Sondern mit Blick auf die gesamte Saison. Der HSV machte mit dem Sieg im Herzen von Europa nicht nur einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Sondern einen riesigen. Denn an diesem Spieltag könnte es bereits offiziell werden, wenn der FC St. Pauli (Tabellenplatz 16) und der VfL Wolfsburg (17) ihre Spiele gegen Mainz bzw. in Freiburg am Sonntag (3. Mai) nicht gewinnen. In dem Fall wäre der HSV zwei Spieltage vor Schluss an seinem Ziel. Wohlgemerkt als Aufsteiger. Andernfalls blieben noch die Spiele gegen Freiburg und in Leverkusen. Jetzt ist es nur noch ein klitzekleiner Schritt.
