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HSV-Frauen

01.05.26

0:1 – HSV-Frauen verlieren Heimspiel gegen Union Berlin

Am 24. Bundesliga-Spieltag müssen sich die Rothosen gegen das Team aus der Hauptstadt geschlagen gegeben. Für die Eisernen erzielte Tysiak in der 60. Minute den Siegtreffer. 

Die HSV-Frauen haben am Freitagnachmittag (1. Mai) im Zuge des 24. Bundesliga-Spieltags gegen den 1. FC Union Berlin mit 0:1 (0:0) verloren. In einem umkämpften Duell vor 8.666 Zuschauern im Volksparkstadion traf Gäste-Spielerin Tysiak in der 60. Minute. Überschattet wurde das Spiel durch einen medizinischen Notfall nach dem Schlusspfiff um HSV-Spielerin Magou Doucoure, wodurch die bittere Niederlage sofort in den Hintergrund rückte. 

Erst eine chancenreiche Hälfte …

Im Vergleich zum 1:0-Sieg in Nürnberg wechselte Cheftrainer Rodolfo Cardoso seine Startelf auf drei Positionen: Für Jonna Wrede, Linberg und Brunnthaler rückten Croatto, Büchele und Hillebrand in die Anfangsformation.

Beide Teams starteten mit viel Energie in die Partie, klare Torchancen blieben in der Anfangsphase jedoch aus. Nach der ersten Viertelstunde wurden die Hamburgerinnen erstmals gefährlich: Nach einer Ecke von Büchele kam Meyer zum Kopfball, setzte diesen aber zu drucklos, und auch Hillebrand konnte den Nachschuss nicht verwerten. Kurz darauf sorgte Meyer erneut für Gefahr, als sie nach einer weiteren Ecke am linken Pfosten hochstieg, doch Torhüterin Bösl verhinderte mit einem starken Reflex den möglichen Rückstand (18.).

In der 21. Minute schien die Führung für die Gäste gefallen zu sein: Kamber lupfte den Ball über Paulick ins Tor, doch der Treffer wurde wegen eines vorangegangenen Fouls an Böhler von Schiedsrichterin Heidenreich nicht anerkannt.
Die größte Chance folgte in der 28. Minute: Ein Freistoß von Büchele prallte an den rechten Innenpfosten, den Abpraller setzte Bartz aus kurzer Distanz auf das Tor, scheiterte jedoch erneut an der stark reagierenden Bösl. Auch die Nachschüsse von Stoldt und Machtens blieben ohne Erfolg. Nach dieser Druckphase flachte die Partie wieder ab und verlagerte sich zunehmend ins Mittelfeld. So ging es torlos in die Halbzeitpause.

… und dann das Gegentor

Die Rothosen starteten gleich mit einer guten Möglichkeit in den zweiten Durchgang: Nach einem nicht sauber geklärten Freistoß von Bösl landete der Ball vor den Füßen von Hillebrand, die ihn direkt über die Torhüterin lupfte – jedoch knapp am rechten Pfosten vorbei (51.) Im weiteren Verlauf fanden die Gäste aus der Hauptstadt besser ins Spiel. Zunächst scheiterten sie an Paulick (58.), die wenig später erneut gefordert war: Hipp kam halbrechts im Strafraum im Fallen zum Abschluss, doch Paulick parierte stark. Der Ball prallte vom linken Pfosten zurück ins Spiel, Tysiak reagierte im Getümmel am schnellsten und drückte den Ball knapp über die Linie. Machtens kam zu spät. Schiedsrichterin Heidenreich zögerte kurz, weil es sich um eine Zentimeter-Entscheidung handelte, gab dann aber doch den Treffer zur 1:0-Führung der Gäste (60.).

Nach dem Treffer blieb die Partie intensiv. Bartz nahm einen Freistoß aus dem rechten Halbraum geschickt an und versuchte es mit einem Heber, der jedoch nur an die Querlatte prallte (70.). Kurz darauf schaltete Meyer nach einem Ballgewinn an der Mittellinie schnell um und spielte auf die eingewechselte Linberg. Diese trieb den Ball dynamisch nach vorn, zog aus zentraler Position ab, verfehlte das Tor jedoch knapp. Die Begegnung entwickelte sich in dieser Phase zu einem offenen Schlagabtausch. Beinahe wären die HSV-Frauen kurz vor dem Abpfiff zum Ausgleich gekommen. Zunächst scheiterte die eingewechselte Kardesler nach einem langen Sprint von der Mittellinie und einer guten Einzelaktion im Strafraum am linken Pfosten (86.). Wenige Sekunden vor dem Abpfiff wurde eine Flanke von Machtens länger und länger, die Bösl mit größter Mühe entschärfen konnte (90.+7). Kurz darauf war Schluss.

Medizinischer Notfall um Doucoure

Überschattet wurde die Partie durch einen medizinischen Notfall, der sich nach dem Schlusspfiff ereignete: HSV-Verteidigerin Magou Doucoure war auf dem Platz zusammengebrochen und wurde umgehend medizinisch versorgt. Beim Abtransport vom Gelände des Volksparkstadions war die 25-Jährige bereits wieder ansprechbar und stabil. Anschließend wurde sie vorsorglich zur weiteren Untersuchung ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gebracht.

„Wir sind alle immer noch geschockt angesichts dieses Vorfalls. In solchen Momenten merkt man, was am Wichtigsten ist. Die Gesundheit der Spielerinnen ist das Einzige, was zählt – alles andere ist heute egal“, erklärte HSV-Vorstand Eric Huwer. Weiter betonte er: „Die Kolleginnen und Kollegen haben sofort reagiert und alles Menschenmögliche getan. Wir sind erleichtert, dass die ersten Rückmeldungen vorsichtig positiv sind. Wir drücken alle Daumen, denken an Magou und hoffen, dass sie schnell wieder auf die Beine kommt.“


Das Spiel im Stenogramm

HSV-Frauen: Paulick – Doucoure (84. Morich), Stoldt, Böhler, Croatto - Machtens, Büchele (60. Brunnthaler), Krüger (77. Kardesler), Hillebrand (60. Linberg), Bartz (77. Dönges) - Meyer

1. FC Union Berlin: Bösl – Weiß (60. Bauereisen), Tysiak, Steuerwald, Steinert (74. Heikkinen) – Hipp (74. Halverkamps), Weidauer (60. Reissner), Kamber, Heiseler (84. Georgieva), Eurlings – Campbell

Gelbe Karten: Machtens, Meyer / Hipp, Steinert, Eurlings, Bösl

Tore: 0:1 Tysiak (60.)

Zuschauer: 8.666