
Saison
30.01.26
HSV vs. FCB: Ivica Olic schaut ganz genau hin
Ivica Olic war eine prägende Figur beim Hamburger SV und beim FC Bayern München. Der 46-Jährige spricht über seine Erinnerungen an den Nord-Süd-Klassiker und Wegbegleiter wie Vincent Kompany und Luka Vuskovic.
Wenn der Hamburger SV und der FC Bayern München am Sonnabend (31. Januar, Anstoß: 18.30 Uhr) das Bundesliga-Topspiel bestreiten, wird Ivica Olic ganz genau hinsehen. Der frühere Torjäger war in seiner Profikarriere für beide Vereine aktiv und hinterließ sowohl im Norden als auch im Süden bleibenden Eindruck. Zugleich hat er als aktueller Trainer der kroatischen U21-Nationalmannschaft seinen Schützling Luka Vuskovic im Blick.
Aber der Reihe nach. Olics HSV-Geschichte begann vor rund 20 Jahren, als er mit ZSKA Moskau für ein Champions-League-Spiel im Volksparkstadion gastierte. Der damals 27-Jährige traf zum 1:0, ehe die Rothosen das Spiel drehten und am Ende mit 3:2 gewannen. Da war es um ihn geschehen. „Ich erlebte im Stadion eine sehr schöne Atmosphäre, die später einer der Gründe war, wieso ich mich für den HSV entschieden habe. Nur wenige Wochen nach dem Spiel rief mich mein Berater an und sagte mir, dass es die Möglichkeit gebe, zum HSV zu wechseln. Weil ich unbedingt dorthin wollte, sagte ich direkt zu. Das Stadion, die Stimmung, die Stadt – alles war großartig!“, sagt Olic im aktuellen HSVtv-Spieltagscheck.

143-mal für den HSV, 80-mal für Bayern
Fast auf den Tag genau einen Monat nach dem Duell in der Königsklasse wechselte der Angreifer zum Hamburger SV. Denkt er an seine erste von zwei Etappen bei den Rothosen, kommt er aus dem Schwärmen kaum heraus. „Wir hatten eine tolle Mannschaft, bei der ich wusste, dass ich in jedem Spiel die eine oder andere Chance haben würde. Ich musste mich nur fokussieren und reinschießen. Die Tore kamen von allein“, sagt der heute 46-Jährige, der in insgesamt vier Saisons beim HSV (01/2007-07/2009, 01/2015-07/2016) 143 Pflichtspiele absolvierte und an 71 Treffern direkt beteiligt war. Bei keinem anderen Club seiner Karriere kommt der Linksfuß auf solche Zahlen. Auch nicht beim FC Bayern München, für den er zwischen 2009 und 2011 80-mal (23 Tore, 13 Vorlagen) spielte.
Vor diesem Hintergrund ist der Nord-Süd-Klassiker für Olic gewiss kein gewöhnliches Spiel. Als Aktiver erlebte er das Duell zwischen dem Hamburger SV und dem FC Bayern München insgesamt elfmal mit – auf der einen oder auf der anderen Seite. „Ich wusste nicht, dass es so viele Male waren“, reagiert der Ex-Stürmer, der sich an zwei Spiele mit dem HSV in der bayerischen Landeshauptstadt besonders gern zurückerinnert.
Da wäre das 2:1 im April 2007 – dem bis heute letzten Sieg der Rothosen beim Rekordmeister. Nach 0:1-Rückstand drehten Rafael van der Vaart (71.) und Paolo Guerrero (76.) die Partie innerhalb weniger Minuten. „Wie waren eine sehr gute Mannschaft, die keine Angst hatte“, sagt der Kroate. Zudem hat das 1:1 im Februar 2008 eine spezielle Bedeutung für ihn, bei dem er in der 60. Minute die zwischenzeitliche HSV-Führung erzielte. „Ich hatte den großen Wunsch, ein Tor gegen Oliver Kahn zu schießen, denn es war seine letzte Saison“, erklärt Olic seine Freude über diesen Treffer.

Einer seiner Teamkollegen in jenem Spiel war ein gewisser Vincent Kompany, der heute beim FC Bayern München als Trainer an der Seitenlinie steht. Der Belgier und Olic haben 35 Spiele gemeinsam für den HSV bestritten. Letztgenannter verfolgt die Arbeit seines früheren Mitspielers aufmerksam. Zur bisherigen Amtszeit von Kompany bilanziert er: „Vincent macht es bislang überragend. Man muss ihm gratulieren zu seiner Arbeit. Bayern spielt einen sehr schönen Fußball und die Spieler haben eine Menge Spaß.“
Damit die Bayern am Sonnabend im Volksparkstadion nicht allzu viel zu lachen haben, wird unter anderem Abwehrspieler Luka Vuskovic gefragt sein. Ihn und Olic verbindet die Zusammenarbeit in der kroatischen Junioren-Nationalmannschaft. Unter Cheftrainer Olic absolvierte der HSV-Youngster zwölf U21-Länderspiele (zwei Tore, drei Vorlagen). „Ich wusste am Anfang wenig über Luka, weil er bereits als junger Spieler Kroatien verlassen hat. Ich hatte nicht viele Erwartungen an ihn, denn er war erst 17 Jahre alt, als er in mein Team gekommen ist. Aber nach ein, zwei Trainingseinheiten war mir klar, dass er unter mir Stammspieler wird. Luka war danach in den Spielen immer einer der Besten und ein Leader. Es ist absolut verdient, dass er bereits den nächsten Schritt gehen konnte und in die A-Nationalmannschaft berufen wurde“, sagt Olic über seinen Schützling und drückt ihm für den kommenden Sommer die Daumen für einen Platz im kroatischen WM-Kader.
Gewiss wird Olic alles im Blick haben, wenn am Sonnabend (ab 18.15 Uhr live im HSVnetradio) der Hamburger SV und der FC Bayern München im Volksparkstadion aufeinandertreffen – wie Kompany coacht, wie Vuskovic verteidigt und wie es generell um seine früheren Clubs bestellt ist.
Den Spieltagscheck mit Ivica Olic seht ihr hier im Video.
