
Stimmen zum Spiel
25.04.26
„Kleine Fehler haben das Spiel entschieden. Das ist bitter.“
Der HSV muss sich knapp mit 1:2 dem Champions-League-Anwärter aus Hoffenheim geschlagen geben. Die Stimmen zum Spiel.
Robert Glatzel: Es ist schade, dass wir die gute Ausgangslage heute nicht für uns nutzen konnten. Wir haben es nicht geschafft, in den letzten Minuten noch einmal richtig Energie zu entfachen, wie es uns auf unserer Kurve bei dem einen oder anderen Heimspiel bereits gelungen ist. Wir haben heute aber auch echt gegen eine gute Mannschaft gespielt. Die Hoffenheimer haben es uns mit ihrer Intensität und Laufbereitschaft im ersten Durchgang nicht leicht gemacht, und trotzdem hatten wir einen guten Matchplan. Wir hatten immer wieder gute Konterchancen, haben sie aber nicht gut genug ausgespielt. Das war heute das Manko. Wir haben heute ein paar Dinge besser gemacht als in den vergangenen Wochen, wollen zu Hause aber natürlich gern mehr rausholen. Ein Punkt wäre heute drin gewesen. Wir müssen das Spiel jetzt schnell abhaken und wollen den Sack möglichst bald zumachen. Dabei wollen wir es selbst entscheiden und nicht auf die anderen Teams gucken.
Den Torjubel habe ich meiner schwangeren Frau und unseren beiden Kindern gewidmet. Wir erwarten Anfang September einen Jungen. Ich habe ihnen versprochen, dass ich bei meinem nächsten Tor diese Geste für sie mache. Fabio und ich waren für den Elfmeter eingeteilt, wir haben uns kurz besprochen, und ich habe mich sicher gefühlt.
Nicolai Remberg: Heute tut es weh, weil es ein riesiger Schritt gewesen wäre, wenn wir gewonnen hätten. Zumindest einen Punkt hätten wir mitnehmen können. Trotz der Niederlage bin ich stolz auf die Mannschaft. Eigentlich haben wir eine gute Reaktion auf die beiden vorigen Niederlagen gezeigt. Mit dem Ball und gegen ihn lief es besser. Trotz des Rückstands hatten wir in der Halbzeit ein gutes Gefühl. Wir waren ganz klar. Wir haben uns gesagt, dass wir gut mitspielen, zu unseren Chancen kommen und es insgesamt ganz ordentlich machen. Am Ende sind es zwei Flanken, zwei Gegentore – da waren wir nicht wach genug. Beide Male haben wir den Gegenspieler im Rücken verloren. Kleine Fehler haben das Spiel entschieden. Das ist bitter. Trotzdem hat sich die Ausgangslage dadurch nicht geändert.
Albert Grönbaek: Wir sind enttäuscht, dass wir den Fans heute nichts zurückgeben konnten. Die Energie, die von ihnen kommt, ist einzigartig. Es ist etwas Besonderes, hier zu spielen. Es ist schwer zu sagen, was uns heute fehlte. Wir könnten besser und gefährlicher sein. Auch wenn es sich gerade bescheiden anfühlt, müssen wir weiter an uns glauben und weitermachen.
Merlin Polzin: Glückwunsch an Christian und die TSG zum Sieg. Uns war es als HSV wichtig, wieder eine Leistung zu zeigen, die viel damit zu tun hat, wie wir diese Saison und unser Ziel grundsätzlich angehen – sprich: Wir wollten wieder aggressiv und unangenehm verteidigen und für enge Abstände und Klarheit stehen. Wir wollten mit dem Stadion ein Feuer entfachen, um es auch einem Champions-League-Aspiranten wie Hoffenheim schwer zu machen, die Punkte mitzunehmen. Das ist definitiv aufgegangen. Unsere Mannschaft hat bis zum Ende nicht aufgesteckt und sehr variabel agiert – und das alles gegen eine Mannschaft, die eine herausragende Saison spielt. Diese Leistung hat mir definitiv ein gutes Gefühl und Zuversicht für die nächsten Wochen gegeben. Was wir kritisch anmerken müssen, trotz der Leistungssteigerung, ist, dass du am Ende in beiden Boxen besser agieren musst. Wir wollen nichts schönreden, wenn wir am Ende keine Punkte holen: Beide Gegentore lassen sich trotz der Qualität des Gegners besser verteidigen. Zugleich musst du bei den klaren Chancen, die sich dir bieten, einfach zuschlagen – denn so frei wirst du wahrscheinlich nicht mehr kommen. Doch das ist ein Teil unseres Prozesses. Diesem werden wir weiter vertrauen, weil er uns dahin gebracht hat, wo wir jetzt stehen. Wir müssen uns einmal schütteln, abhaken und uns dann gut auf Frankfurt vorbereiten.
Christian Ilzer: Es war ein wildes Spiel, das ich in zwei Hälften teilen möchte: Wir sind mit einem schönen Tor in Führung gegangen, mussten dann durch einen Fehler den Ausgleich hinnehmen. Danach haben wir sofort eine super Energie gezeigt. Auch das 2:1 vor der Pause war eine Energieleistung der Mannschaft. In der zweiten Hälfte war es dann ein Hin und Her, in dem wir in einigen Situationen fußballerisch bessere Entscheidungen treffen müssen, um das Spiel frühzeitig klar auf unsere Seite zu ziehen. Der HSV hatte durch Jatta noch einmal eine Riesenchance. Es ist nicht einfach, gegen den HSV zu spielen, weil er viele Ideen hat, ständig die Positionen verändert, einen kompakten Abwehrblock spielt und gut in Kontersituationen ist. Dahinter steckt eine gute Trainerarbeit. Umso glücklicher sind wir, dass wir – anders als etwa Bayern und Dortmund – hier gewonnen haben.
