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Mail zur Jahreswende von Bernd Hoffmann

Verein

31.12.18

Mail zur Jahreswende von Bernd Hoffmann

Der Vorstandsvorsitzende der HSV Fußball AG wagt einen Blick in die Zukunft und äußert seine Wünsche und guten Vorsätze für 2019.

Liebe HSVerinnen und HSVer,

das Jahr 2018 ist nun fast vorbei. Ich möchte an dieser Stelle keinen Jahresrückblick formulieren, sondern einen kurzen Blick in die Zukunft richten. Wir haben uns zu Beginn dieser Saison einer klaren Marschroute verschrieben: totaler Fokus auf unser Kerngeschäft, keine unnötige Beschäftigung mit der Vergangenheit und einheitliche Arbeit für unsere Saisonziele.

Wir sind uns bewusst, dass das erste Halbjahr unter dem permanenten Eindruck unseres Tabellenstandes in der 2. Fußball-Bundesliga stehen wird. Wir haben in der ersten Saisonhälfte hart gearbeitet, wir haben außerdem sehr viel gelernt. Wenn wir diese Tugenden – den Fleiß, die Lernfähigkeit und maximale Leistungsbereitschaft – mit in die kommenden Wochen und Monate nehmen, dann werden wir unsere Ziele erreichen können. Wir wollen diesen Weg gemeinsam beschreiten. Und gemeinsam heißt nicht, dass es dabei nur um die Profimannschaft, den Trainer- und Betreuerstab geht, sondern ich meine eine HSV-Einheit. Eine Gemeinschaft, die vom jungen Fan über den leidenschaftlichen Ultra bis zum kritischen Traditionalisten an einem Strang zieht. Die sich vom Aufsichtsrat über den Vorstand in die Mitarbeiterschaft trägt. Und die auch unsere Vereinsmitglieder prägt.

Wir wünschen uns keinen unreflektierten Einheitsbrei. Ganz bestimmt nicht. Unser HSV stand und steht seit jeher für Vielseitigkeit, für eine Vielfalt an Menschen und Meinungen. Und das muss auch so bleiben. Wir brauchen kritische Geister in unserem Club. Welche, die alles hinterfragen und damit ihren Anteil daran tragen, dass wir nicht stillstehen, sondern besser werden.

Denn das müssen wir  – auf allen Ebenen, und da dürfen uns auch die erfreulicheren Ergebnisse in der 2. Fußball-Bundesliga nicht ablenken. Wir wissen das. Wir wollen und werden nichts schönreden. Wir brauchen inhaltsstarke Diskussionen, wir brauchen aber ebenso respektvollen Umgang miteinander und Vertrauen in Entscheidungen.

An meinem Wunsch, den ich im Herbst 2018 geäußert hatte, hat sich auch jetzt zum Jahreswechsel wenig geändert. Da ja nun auch die Zeit der guten Vorsätze ist, mache ich aus dem Wunsch einen guten Vorsatz: Wir wollen ein fast ganz normaler Fußballclub werden. Die Einschränkung "fast" darf nicht missverstanden werden. Sie betrifft in erster Linie die Zuneigung so vieler Menschen zum Verein, ungeachtet unseres sportlichen Werdegangs, die alles andere als normal ist. Diese Treue ist außergewöhnlich und soll uns auch weiter stärken.

Die Normalität, die unser Bestreben sein muss, betrifft vor allem die Bereiche Sport, Finanzen und Kommunikation. Wir müssen den eingeschlagenen Sportweg beibehalten und sollten den Verantwortlichen vertrauen. Wir müssen und werden unsere finanzielle Lage weiter stabilisieren, indem wir nicht mehr über unseren Verhältnissen und Möglichkeiten leben. Und in Sachen Kommunikation wollen und werden wir uns nicht inszenieren, sondern sachlich und einheitlich auftreten. Wir werden sicherlich auch wieder Spiele verlieren. Aber der HSV darf sich in diesen Fällen nicht mehr in die Selbstzerfleischung begeben, die ihn immer und immer wieder geschwächt hat.

Auch hier sollte 2019 gelten: Lasst uns intern reden und Fortschritte erzielen. Ich stehe mit meinen Vorstandskollegen dafür bereit.

Bewährungsproben wird es auf unserem Weg einige geben. Die erste wird mit Sicherheit die Mitgliederversammlung Mitte Januar sein, bei der die Präsidentschaftswahl ansteht. Und dann folgen auch schnell die ersten sportlichen Herausforderungen mit dem Start der Zweitligaspiele und dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg.

Ungeachtet der konkreten Details aller Aufgaben und Hürden weiß ich schon jetzt, dass viele Experten und Beobachter unseres Clubs, aber auch viele HSVerinnen und HSVer  ganz besonders genau hinschauen werden, wie sich unser Club in den ersten Wochen des Jahres darstellt. Und es wird nicht wenige geben, die vielleicht auch etwas schadenfroh auf die Rückkehr des vermeintlichen "Chaos-Clubs" hoffen.

Lasst sie uns eines Besseren belehren: positiv, verlässlich und höchst motiviert.

Bernd Hoffmann