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Kräfte bündeln für die nächsten Herausforderungen

Nachbericht

09.09.17

Kräfte bündeln für die nächsten Herausforderungen

Der Hamburger SV bestätigte gegen RB-Leipzig trotz der ersten Saisonniederlage den positiven Trend und steht ab kommenden Freitag vor der ersten englischen Woche der Saison. Diese wird die Rothosen vor allem kräftemäßig vor einer Herausforderung stellen. 

Am Tag nach der 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig stand für die HSV-Profis die Regeneration im Mittelpunkt. Keine zwölf Stunden nach dem intensiven Duell mit dem Vizemeister aus Sachsen ging es für die Spieler je nach Einteilung zum Laufen in den Volkspark, zum Radfahren ins Trainingszentrum oder zum Schwitzen in den Kraftraum. Lediglich die Torhüter absolvierten bei ungemütlichen Hamburger Wetter eine Einheit mit Ball auf dem Trainingsplatz. Ansonsten genoss das Aufladen der Akkus oberste Priorität. Schließlich hatten die Rothosen am Vorabend auf nassem und tiefem Geläuf knapp 112 Kilometer abgerissen und gegen den Champions-League-Teilnehmer alles rausgehauen, was die Beine hergaben. Dementsprechend erhobenen Hauptes und begleitet von dem Applaus der Zuschauer verließen die Hamburger am gestrigen Abend das Feld. "Wir haben gegen ein Champions-League-Team gespielt, das dürfen wir nicht vergessen. Dafür haben wir es gut gemacht und gezeigt, dass wir uns nicht verstecken", fasste Andre Hahn die Gemütslage unmittelbar nach dem Spiel zusammen. Eine Betrachtung, die die Rothosen auch am Tag nach der Partie weiter teilten. Zeitgleich richtete sich der Blick aber auch nach vorn auf die herausfordernden Aufgaben der nächsten Spielwoche.     

HSV.de schaut noch einmal auf die gestrige Partie zurück, gibt einen Überblick über die Personalsituation und wagt einen Ausblick auf die kommenden Tage.

Naby Keita war mit sechs Torschüssen der abschlussstärkste Akteur auf dem Platz. In der 67. Minute landete sein bester Versuch im HSV-Kasten.

Zum Spiel: Mit dem Hamburger SV und RB Leipzig trafen zwei der besten Pressing-Mannschaften der vergangenen Saison aufeinander und dementsprechend schnell bewegten sich die Augenpaare der 50.231 Zuschauer im Volksparkstadion. Die "Roten Bullen" aus Sachsen nahmen dabei vorrangig das Heft des Handels in die Hand (63:37 Prozent Ballbesitz) und agierten vor allem in Person von Naby Keita und Timo Werner immer wieder brandgefährlich. Doch auch die Rothosen setzten aus einer stabilen Deckung heraus in der Offensive ihre Akzente und hatten durch den stark aufspielenden Filip Kostic (23.) die beste Möglichkeit des ersten Durchgangs. So ging es mit einer Nullnummer in die Pause, die allerdings kaum das forsche Spielgeschehen zwischen den Strafräumen widerspiegelte. 

Die zweite Hälfte war zunächst ein Abbild der ersten 45 Minuten. Leipzig agierte mit mehr Ballbesitz, konnte allerdings erst mithilfe einer Unachtsamkeit der Rothosen in Führung gehen. Nach einem Foul in der HSV-Hälfte führten die Leipziger einen Freistoß blitzschnell und kurz aus. Naby Keita hatte für einen Moment zu viel Platz und bestrafte diesen Fehler mit einem sehenswerten Distanzschuss aus 25 Metern eiskalt zum 1:0. "Der Schuss von Keita war recht frei und natürlich ein ordentliches Brett", kommentierte HSV-Keeper Christian Mathenia den wohl unhaltbaren Einschlag. Trotz des Dämpfers steckten die Rothosen aber nicht auf und hatten in Person von Sven Schipplock (74.) die Top-Chance auf den Ausgleich. Doch RB-Keeper Gulacsi parierte mit einem tollen Reflex und leitete zugleich den entscheidenden Konter ein. Wieder überragte die individuelle Klasse der Gäste. Diesmal schüttelte Nationalspieler Werner mit einem sehenswerten Solo die letzten Absicherungen in der HSV-Deckung ab und netzte trocken zum 2:0-Endstand ein. Die erste Saisonniederlage der Rothosen war damit besiegelt.

"Eine Niederlage ist nie angenehm. Schließlich haben wir trotz eines guten Spiels keine Punkte gemacht", resümierte HSV-Trainer Markus Gisdol am Tag danach "Wir müssen uns gleichzeitig aber auch fair eingestehen, dass der Gegner echt sehr stark war."  

Filip Kostic musste in der 37. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Luca Waldschmidt ins Spiel.

Zur Personalsituation: Im Spiel gegen Leipzig mussten mit Filip Kostic (37.) und Rick van Drongelen (71.) zwei Spieler verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Während bei Filip Kostic am Samstagmittag noch eine MRT-Untersuchung zur genaueren Diagnose aussteht, gab Trainer Markus Gisdol bei Rick van Drongelen leichte Entwarnung. "Bei ihm sieht es wohl eher nach einer Muskelverhärtung aus, aber auch damit könnte es bis zum nächsten Spiel eng werden", erklärte der 48-Jährige und übte zugleich Kritik an der Ansetzung des Spiels unmittelbar im Anschluss an die Länderspiele: "Speziell nach Länderspielpausen brauchen wir in meinen Augen keine Freitagsspiele. Das hilft beiden Mannschaften nicht, wenn Spieler nach Einsätzen in der Nationalmannschaft und den Reisestrapazen erst am Mittwoch oder Donnerstag zum Team stoßen und dann am Freitag wieder spielen müssen. So machen wir die Spieler nur kaputt."

In der Tat würde ein längerer Ausfall von Flügelspieler Filip Kostic schwer wiegen, da der HSV damit nach Aaron Hunt (vier Treffer, zwei Assists) und Nicolai Müller (ein Treffer, vier Assists) auch seinen drittbesten Scorer (zwei Treffer, zwei Asissts) der Rückrunde 2016/17 verlieren würde. Nichtsdestotrotz vertrauen Markus Gisdol und seine Schützlinge auf die Qualität der nachrückenden Spieler. "Wir haben noch Alternativen und konnten Ausfälle bisher immer als Team auffangen. Das ist eine unserer Stärken", erklärte Gideon Jung nach der Partie. Gisdol stimmte heute Vormittag zu und sagte: "Die Jungs, die da sind, genießen unser Vertrauen und haben es verdient, ihre Chance zu bekommen." Zudem kehren neben den zuletzt gesperrten Mergim Mavraj auch die verletzten Spieler langsam zurück. Aaron Hunt befindet sich wieder im Lauftraining und soll die Belastung stetig steigern. "Wenn wir hier auf Nummer sicher gehen, sollten wir ihn aber erst zum Ende der englischen Woche einbringen. Hier muss man dann auch das Risiko eines zu schnellen Wiedereinstiegs abwägen", so Gisdol. Bjarne Thoelke (Innenbandriss im Knie) soll dagegen in rund zwei Wochen wieder zum Team stoßen. 

Für die Rothosen steht nach einem trainingsfreien Sonntag wieder eine kurze Woche bis zum nächsten Bundesliga-Spiel an.

Der Ausblick: Für den HSV ändert sich bezüglich des Wochenablaufs zunächst wenig. Der morgige Sonntag ist frei, anschließend beginnt die Vorbereitung auf den 4. Spieltag der Saison, bei dem die Rothosen zum dritten Mal am Freitagabend gefragt sind. Diesmal steht das kleine Nordderby bei Aufsteiger Hannover 96 auf dem Programm. Die Niedersachsen konnten ihre ersten beiden Saisonspiele ebenfalls gewinnen und treten heute Nachmittag um 15:30 Uhr beim VfL Wolfsburg zur Verteidigung ihrer weißen Weste an. "Die Niederlage jetzt gegen Leipzig war ärgerlich, weil wir etwas mitnehmen hätten können, aber es ist auch kein Genickbruch. Wir müssen uns die Punkte in der nächsten Woche zurückholen", gab Mathenia die Richtung vor.

Mit dem Spiel bei den Niedersachsen startet der HSV zugleich auch in die erste Englische Woche der Spielzeit, die mit einem Heimspiel gegen Borussia Dortmund und einem Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen weitergeht. Umso bedeutender wird also die richtige Einteilung der Kräfte. Der erste Schritt der Regeneration wurde nach dem vielversprechenden Spiel gegen Leipzig heute Vormittag getan. Am Montag nehmen die Rothosen das Training dann mit einer Doppeleinheit wieder auf - das nächste Ziel, die nächste Herausforderung trotz etwaiger Widerstände mit vollem Elan vor Augen!    

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Leipzig seht ihr bei HSVtv!