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Freude über Erfolg, aber Realismus beibehalten

Nachbericht

22.04.18

Freude über Erfolg, aber Realismus beibehalten

Auch einen Tag nach dem Sieg gegen Freiburg war die Freude über die gewonnenen drei Punkte groß. Durch den Sieg verkürzte der HSV den Abstand auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte. Trainer Christian Titz trat dennoch etwas auf die Euphoriebremse.

Der knappe 1:0-Erfolg am gestrigen Tag vor 54.847 Zuschauern im Volksparkstadion war ein ganz wichtiger für den Hamburger SV. Durch den Sieg bleibt weiterhin die realistische Chance, das Unmögliche möglich zu machen. Dementsprechend erleichtert war man beim HSV über diese wichtigen drei Punkte. Dennoch überwiegt bei den Verantwortlichen weiterhin der Realismus. Jedem ist bewusst, dass mit diesem Sieg immer noch nichts gewonnen ist. „Natürlich lebt die Hoffnung ein Stück weit mehr, weil wir jetzt auf fünf Punkte verkürzen konnten und nun ein „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den VfL Wolfsburg vor der Brust haben. Wir sind aber realistisch und arbeiten bis zum letzten Tag hart“, erklärte Titz. Mit dieser Bodenständigkeit will das Team auch in den nächsten entscheidenden Wochen verfahren.

HSV.de blickt noch einmal auf die Partie gegen die Breisgauer zurück, gibt einen Überblick über die Personallage und wagt einen Ausblick auf den kommenden Spieltag.

Holtby rutscht nach seinem Tor auf Knien über den Rasen.
Lewis Holtby erzielte nach einem Traum-Solo den einzigen Treffer des Tages und führte seine Mannschaft auf die Siegerstraße.

Zum Spiel: Die 90 Minuten im Hamburger Volksparkstadion ähnelten zeitweise einer Achterbahnfahrt – mit einem knappen, aber glücklicheren Ende für die Rothosen. Nachdem die Hamburger gut anfingen, verloren sie Mitte der ersten Halbzeit die rote Linie im eigenen Spiel, so dass die Gäste besser in die Partie und zu ein paar guten Möglichkeiten kamen, die Führung zu erzielen. Diese wurde aber durch den überragend agierenden Julian Pollersbeck mit starken Paraden verhindert. Zum Anfang der zweiten Hälfte kamen die HSV-Akteure wieder mit mehr Elan aus der Kabine und erzielten in einem günstigen Moment die 1:0-Führung durch Lewis Holtby und erhöhten kurze Zeit später fast auf 2:0. Mit dem Platzverweis für Freiburgs Caglar Sönyüncu nahmen die Rothosen plötzlich das Tempo aus dem Spiel und verwalteten das Ergebnis, was durch die ein oder andere brenzlige Situation, die von den Gästen am Ende aber nicht konsequent ausgespielt wurde, durchaus als leichtsinnig anzusehen war. Schlussendlich brachte der HSV das Ergebnis gekonnt über die Zeit. Trainer Titz zeigte sich nach der packenden Partie erleichtert. „Natürlich hat man während des Spiels gemerkt, dass für beide Mannschaften viel auf dem Spiel steht. Dadurch herrschte bis zum Ende Spannung, weil Freiburg eine Mannschaft ist, die auch noch spät ein Tor gegen dich erzielen kann. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir waren abgeschlagen, dann ist es nicht leicht, sich Woche für Woche ranzukämpfen.“

Mit dem Sieg gegen den SC feierte der HSV seinen zweiten Sieg unter Trainer Titz und behält damit die Restchance im Kampf und den Klassenerhalt bei. Auch wenn die Freude nach so einem Erfolg in Verbindung mit den Resultaten der anderen Teams durchaus Grund zum Jubeln gibt, möchte der Trainer dies nicht zu sehr auf die goldene Waagschale legen: "Ich glaube, dass Euphorie auch gefährlich sein kann. Für die Fans finde ich sie gut, wir hingegen sollten nicht in Euphorie verfallen. Wir wollen mit solchen Siegen unser Selbstbewusstsein stärken. Für uns zählt die Fokussierung und Gier nach dem nächsten Spiel." 

Papadopoulos im Zweikampf mit drei Freiburgern.
Kyriakos Papadopoulos fand sich im Spiel gegen Freiburg mehr als einmal in der Offensive wieder.

Zum Personal: Für den gelbgesperrten Douglas Santos rutschte Dennis Diekmeier in die Startelf und nahm die Position des rechten Verteidigers ein, während Kapitän Gotoku Sakai dafür auf die linke Abwehrseite rutschte. Zudem ersetzte Kyriakos Papadopoulos den Niederländer Rick van Drongelen in der Innenverteidigung und kam somit zu seinem zweiten Startelf-Einsatz unter Titz. Diekmeier und Papadopoulos machten ihren Job gut. Vor allem der Grieche zeigte sich in zwei Situationen nach vorne sehr durchschlagskräftig und präsent. Ob er die beiden auch in der nächsten Partie, bei der auch Douglas Santos wieder mitmischen wird, abermals beginnen lässt, ließ Titz wie immer offen. „Ich will dem nicht vorweggreifen. Wir entscheiden immer, wer uns in der Trainingswoche was anbietet. Jeder hat die Chance, sich ins Team zu spielen. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass Douglas ein sehr guter Spieler ist und immer eine gewisse Gefahr ausstrahlt“. Ansonsten haben bis auf Aaron Hunt, der mit muskulären Problemen zu kämpfen hat, alle Akteure die Partie weitestgehend gut überstanden, so dass sie in die ab Dienstag startende Trainingswoche einsteigen können. Bei Hunt wird bis dahin geschaut, wie weiter verfahren wird.  

Zudem gibt es Neuigkeiten zu der Verletzung von Josha Vagnoman. Der Außenverteidiger, der laut Titz sein Startelf-Debüt gegen Freiburg gefeiert hätte, wird wahrscheinlich auch für die nächste Partie keine Option sein. „Bei Josha müssen wir jetzt abwarten, wie die Narbe nach der Entzündung verheilt. Das wird leider nicht von heute auf morgen geschehen. Wir gehen davon aus, dass er uns knapp zwei Wochen fehlen wird“, erklärte Titz.

Christian Titz.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Christian Titz blickt bereits jetzt auf die kommende Partie beim VfL Wolfsburg.

Der Ausblick: Durch den Sieg gegen Freiburg und der Niederlage des VfL Wolfsburg in Mönchengladbach konnte der HSV den Abstand zu den drei Mitstreitern bis auf fünf Punkte verkürzen. Abzuwarten bleibt aber noch das Resultat der FSV Mainz 05, die erst am Sonntagnachmittag ihr Auswärtsspiel beim FC Augsburg bestreiten. Mit einem Sieg der 05er kann die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz den Vorsprung abermals auf acht Punkte ausbauen.

Bedeutsam wird nun die Partie des HSV am kommenden Spieltag sein, wo wiederum alles passieren kann. Gewinnen die Hanseaten in Niedersachen, so reduziert sich der Punkteabstand auf die Wölfe auf lediglich zwei Punkte bei noch zwei ausstehenden Spielen. Mit einem Sieg wäre demnach wieder alles drin im Kampf um den Klassenerhalt. Genauso kann bei einer Niederlage der Abstand auf acht Punkte anwachsen. Und Titz warnt bereits jetzt vor dem kommenden Gegner: "Am Sonnabend wird uns mit dem VfL Wolfsburg eine Mannschaft erwarten, die ebenfalls keine gute Saison spielt. Sie haben dennoch viel Qualität in ihren Reihen und wenn diese Mannschaft ins spielen kommt, dann gibt es auch viele Individualisten, die einem das Spiel wirklich schwermachen können." Und er fügt hinzu: "Entscheidend wird sein, wer seine Qualität besser auf den Rasen bekommt und zudem seine Nerven besser im Griff hat. Es wird ein hartes Stück Arbeit" Um dafür bestens gerüstet zu sein, steht am Dienstag gleich eine doppelte Trainingseinheit auf dem Programm. Bis dahin darf sich weiter über den vergangenen Sieg gefreut werden. Die Hoffnung lebt weiter.