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HSV-Frauen

20.03.26

Nigar Mirzaliyeva: Vom Talentprogramm zur Nationalspielerin

Die Verteidigerin spricht über ihren Wechsel zum HSV, erste Herausforderungen in Hamburg und prägende Erfahrungen auf ihrem besonderen Weg zur Profifußballerin, auf dem auch Manchester United eine Rolle spielte. 

Zu Beginn des Jahres wechselte Nigar Mirzaliyeva von Zenit St. Petersburg an die Elbe und kam seitdem viermal im Trikot der Rothosen zum Einsatz. Die 23-jährige Verteidigerin überzeugt nicht nur durch ihre körperliche Präsenz, sondern bringt auch wertvolle internationale Erfahrung mit nach Hamburg. Warum sie sich für den HSV entschieden hat, wie sie sich in ihrer neuen Umgebung eingelebt hat und welche Stationen ihre bisherige Laufbahn geprägt haben, verriet die Aserbaidschanerin im Gespräch mit der HSV.de-Redaktion.

Angekommen in Hamburg 

„Der HSV ist ein großartiger Traditionsverein und ich hatte direkt einen guten Eindruck. Auch die Gespräche mit den Verantwortlichen haben mir ein gutes Gefühl gegeben, deshalb habe ich mich dann auch für Hamburg und den HSV entschieden“, blickt Mirzaliyeva auf ihren Wechsel an die Elbe. Als eine von sechs Winter-Neuzugängen verstärkt sie seit Anfang des Jahres das Team von Trainerin Liese Brancao und hat sich mittlerweile gut in Hamburg und beim HSV eingelebt: „Der Start war ehrlichweise nicht ganz einfach – vor allem wegen der neuen Kultur, der ungewohnten Sprache und der vielen Mitspielerinnen, die ich erst noch kennenlernen musste. Ich habe meine Zeit gebraucht, um mich anzupassen und zurechtzufinden. Inzwischen fühle ich mich aber sehr wohl in Hamburg und vor allem als Teil des Teams. Ich unternehme auch viel mit den anderen Spielerinnen und wir besuchen viele schöne Orte in Hamburg – ein Lieblingscafé habe ich aber noch nicht.“

Ein wichtiger Grundstein ihrer fußballerischen Entwicklung wurde bereits früh gelegt: 2013 nahm Mirzaliyeva in Aserbaidschan am Nachwuchsprogramm „Football with Bakcell“ teil, einem Talentförderprojekt der Manchester-United-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Telekommunikationsunternehmen. Aus Hunderten von Kindern wurden schließlich 32 für das Programm ausgewählt – Nigar war damals elf Jahre alt und das einzige Mädchen unter den teilnehmenden Kids: „Als einziges Mädchen ausgewählt zu werden und teilzunehmen, war für mich eine besondere Ehre.“

Einmalige Erfahrungen

Im Camp wurde sie nach internationalen Trainingsmethoden ausgebildet und sammelte erste Erfahrungen in einem professionellen Umfeld. Am Ende des Camps bekam Mirzaliyeva neben fünf weiteren Kindern die Möglichkeit, nach Manchester zu reisen, um vor Ort weitere Eindrücke zu sammeln und einen Einblick in die Strukturen eines Top-Clubs zu bekommen. „Diese Erfahrung hat mich zusätzlich stark motiviert und mir gezeigt, dass ich im Fußball genau richtig bin.“

Ihren fußballerischen Weg ging sie daraufhin ebenso erfolgreich wie konsequent: Bereits in jungen Jahren durchlief die Aserbaidschanerin verschiedene Nachwuchsteams ihres Landes und wurde früh in die A-Nationalmannschaft berufen, für die sie inzwischen 49 Länderspiele bestritten und fünf Tore erzielt hat. „Es erfüllt mich mit großem Stolz, mein Land vertreten zu dürfen. Ich spiele immer mit viel Herzblut, und das hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert“, so die Abwehrspielerin. „Die Lehren aus den Länderspielen sind natürlich enorm, da ich dort gegen starke Nationen und Top-Spielerinnen antreten darf, und ich versuche all diese Erfahrungen in mein eigenes Spiel zu integrieren und für den Verein einzubringen.“ 

Seit Anfang dieses Jahres ist die 23-Jährige, die zuvor mehrere Jahre in Russland spielte, nun Teil der HSV-Frauen und lief im Heimspiel gegen den SC Freiburg (0:2) erstmals für die Rothosen auf: „Ich habe mich sehr gefreut, als ich mein Debüt im Volksparkstadion geben durfte. Durch meine Einsätze in der Nationalmannschaft habe ich schon in großen Stadien vor vielen Zuschauern gespielt, trotzdem war ich bei meinem ersten Einsatz für den HSV aufgeregt. Das Stadion und die Fans sind fantastisch und ich war sehr glücklich.“ 

Diesem ersten Eindruck sollen noch viele weitere Partien im HSV-Dress folgen – und damit ein weiteres Kapitel auf einer ganz besonderen Reise. Nächster Halt: das bevorstehende Auswärtsspiel am Sonnabend (Anstoß: 12 Uhr) bei Eintracht Frankfurt, wenn Nigar Mirzaliyeva und die HSV-Frauen im Kampf um den Klassenerhalt punkten wollen.