
Interview
20.03.26
Niko Kovac: „Der HSV wird sich seine Chance suchen“
Der BVB-Trainer trifft im Bundesliga-Topspiel am Sonnabend (21. März) auf seinen ehemaligen Club aus seiner Zeit als Spieler. Wie er heute zur Raute steht.
Wenn am Sonnabend (21. März) der Blick von Niko Kovac durch den Dortmunder Signal Iduna Park schweift und den prall gefüllten Gästeblock mit mehreren Tausend HSV-Fans erreicht, dürfte er sich an seine Vergangenheit erinnern. Der BVB-Trainer war zwischen 1999 und 2001 als Spieler für die Rothosen aktiv und absolvierte insgesamt 73 Pflichtspiele (13 Tore, fünf Vorlagen) mit der Raute auf der Brust. In dieser Zeit erlebte der heute 54-Jährige Momente für die Ewigkeit, weshalb das Bundesliga-Topspiel an diesem Wochenende, in dem die beiden Vereine aufeinandertreffen, für ihn gewiss keine gewöhnliche Partie ist. „Ich hatte eine wunderbare Zeit beim HSV und habe mich in Hamburg sehr wohl gefühlt: eine tolle Stadt und ein großer Verein. Und meine Tochter kam in Hamburg zur Welt. Ich habe viele schöne Erinnerungen an die Zeit“, sagt Kovac im Gespräch mit der HSV.de-Redaktion.

In seiner ersten Saison nahm der Club am UI-Cup teil und qualifizierte sich nach einem 3. Platz in der Bundesliga für die Champions League. Die Königsklasse war auch der Ort für eines der denkwürdigsten HSV-Spiele während Kovacs Zeit in Hamburg. Der Kroate war Teil des legendären 4:4 im Jahrhundertspiel gegen Juventus Turin im September 2000 – und sogar Torschütze zum zwischenzeitlichen 4:3, als er eine scharfe Hereingabe von Medhi Mahdavikia im Tor unterbrachte. Auf die Frage, ob es das beste Spiel seiner Karriere war, antwortet Kovac: „Es war eines der prägendsten und spannendsten. Nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch der unglaublichen Atmosphäre rund um das Spiel. An dieses Spiel denke ich immer gerne zurück und will und werde es auch nie vergessen.“
Kovac ist dem HSV auch mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Abschied noch verbunden. Zwar nicht regelmäßig, aber immerhin immer mal wieder habe er Kontakt zu den Leuten von früher. Zudem heißt sein Co-Trainer in Dortmund Filip Tapalovic, der zwischen 2021 und 2024 Assistent von Tim Walter beim HSV war. „Über Tapa gibt es ab und zu einen Austausch“, erklärt Kovac, der den BVB seit Februar 2025 trainiert und in 64 Pflichtspielen im Schnitt 1,98 Punkte pro Partie holte.
Nun kommt es erneut zum Wiedersehen mit dem HSV, nachdem das Hinrundenspiel im Volkspark mit einem 1:1-Unentschieden zu Ende gegangen war. Ransford Königsdörffer hatte in der siebten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich für die Rothosen erzielt. „Der HSV spielt als Aufsteiger bislang eine gute Saison und wird sich auch bei uns seine Chance suchen. Ich erwarte, dass wir auf einen kompakten, defensiv gut organisierten Gegner treffen, ähnlich wie in der Hinrunde“, ist Kovac voll des Lobes für die Rothosen. Mit Blick auf seinen Landsmann Luka Vuskovic sagt er lachend, dass kroatische Spieler beim HSV schon immer einen guten Eindruck hinterlassen hätten. Er muss es wissen.
