
Saison
19.05.26
So viel HSV steckt im Bundesliga-Aufstieg der SV Elversberg
Wie viel hat der Hamburger SV damit zu tun, wenn die SV Elversberg im Saarland ihren ersten Bundesliga-Aufstieg feiert? Die HSV.de-Redaktion klärt auf, und hat mit zwei Aufstiegshelden gesprochen.
Jubel im Saarland: Die SV Elversberg steigt in die Bundesliga auf und wird damit der 59. Bundesligist der Geschichte. Doch was hat der Hamburger SV damit zu tun? Obwohl die Clubs 510 Kilometer Luftlinie trennen, gibt es mehrere Verbindungen. So haben gleich sieben Spieler im SVE-Kader eine Vergangenheit bei den Rothosen: Neben Jan Gyamerah, Maximilian Rohr, Lukas Pinckert, Raif Adam und Luis Seifert zählen auch die vom HSV an Elversberg verliehenen Immanuel Pherai und Lukasz Poreba dazu. Zudem spielte bis zum vergangenen Winter Otto Stange für ein halbes Jahr per Leihe bei der SVE.

Pherai und Poreba schaffen zweiten Aufstieg in Folge
Von dem Septett ist Pherai am kürzesten mit dabei. Der Mittelfeldspieler wechselte am letzten Transfertag im vergangenen Winter zum Zweitligisten. Anschließend steuerte er in 13 Einsätzen zwei Tore und zwei Vorlagen bei. Positionskollege Poreba verbrachte hingegen die gesamte Saison bei der SVE und kam in allen wettbewerbsübergreifend 36 Spielen (ein Tor, drei Vorlagen) zum Einsatz. Nun freuen sich die beiden Akteure über den zweiten Aufstieg in Folge, nachdem es ihnen bereits im vergangenen Sommer mit dem HSV gelungen war.
„Vor dem Spiel gegen Münster (letzter Spieltag; Anm. d. Red.), währenddessen und danach habe ich daran gedacht, dass es schon wieder passiert. Das fühlt sich nicht echt an“, sagt Pherai im Gespräch mit HSV.de. „Trotzdem hat es sich auch ein bisschen normal angefühlt, weil wir unseren Fußball so wie immer gespielt haben. Elversberg hat es geschafft, das über die gesamte Saison so durchziehen. Das ist nicht selbstverständlich. Es ist beeindruckend, wie der Verein sich entwickelt hat. Der Aufstieg ist verdient. Wir waren eine Mannschaft, jeder hat auf dem Platz füreinander gearbeitet.“
Nicht nur Pherai, Poreba und Stange wechselten in dieser Saison vom HSV nach Elversberg, sondern auch Raif Adam und Luis Seifert – allerdings aus der U21. Angreifer Adam wurde zwischen 2019 und 2022 bei den Rothosen ausgebildet und kam im vergangenen Sommer für ein halbes Jahr bei der U21 zurück, ehe der Schritt zur SVE folgte. Für die Saarländer lief er zehnmal (ein Tor) auf. Verteidiger Seifert spielte hingegen zwischen 2021 und dem vergangenen Sommer für die U19 und die U21 des HSV, bevor er zur SVE wechselte. Er saß in dieser Saison einmal bei den Profis bei der 0:3-Niederlage gegen Hertha BSC am 21. Spieltag auf der Bank.

Pinckert spielte zehn Jahre im HSV-Nachwuchs
Eine Vergangenheit im HSV-Nachwuchs hat auch Pinckert, der seit dieser Saison Elversbergs Kapitän ist. Von den sieben aufgezählten Spielern ist er am längsten bei der SVE – genauer gesagt seit 2022. Damals spielte der Club noch in der 3. Liga. Der Verteidiger wurde zwischen 2011 und 2021 beim HSV ausgebildet, und wechselte nach zwei Jahren in der U21 für ein Jahr zu Viktoria Berlin. Von der Hauptstadt ging es dann weiter ins Saarland.
Jan Gyamerah und Maximilian Rohr komplettieren die Liste. Rohr wechselte im Sommer 2020 vom FC Carl Zeiss Jena zunächst in die U21 des HSV, ein Jahr später wurde er mit 26 Jahren in den Profikader befördert. Für die erste Mannschaft absolvierte er 18 Pflichtspiele (zwei Vorlagen) in der Zweitliga-Saison 2021/22, bevor er zum SC Paderborn weiterzog. Im Sommer 2024 ging es zur SVE. Gyamerah lief zwischen 2019 und 2022 56-mal (ein Tor, zwei Vorlagen) für den HSV auf und landete über mehrere Zwischenstationen im vergangenen Sommer bei der SVE.

Gyamerahs Traum geht doch noch in Erfüllung
„Ich habe so lange davon geträumt, in die Bundesliga zu kommen. Mit dem Aufstieg ist der Traum jetzt in Erfüllung gegangen. Ich war bei Bochum, Hamburg, Nürnberg und Kaiserslautern, und immer gab es die Fantasie, dass es mit einem dieser Vereine klappen könnte. Das hat es aber nicht. Danach habe ich nicht mehr wirklich daran geglaubt. Mir war klar, dass wir mit Elversberg eine ordentliche Saison spielen können, aber ich hätte nicht gedacht, dass es für den großen Wurf reichen könnte“, sagt Gyamerah im Gespräch mit HSV.de und spricht von einem „überragenden Gefühl“.
„Wir haben es uns über die Saison verdient, wir haben einen guten Fußball gezeigt. Wir haben uns nie vom Weg abbringen lassen, auch wenn es mal nicht so gut lief. Das ist ein Vorteil in Elversberg. Das habe ich bei anderen Vereinen in meiner Karriere schon anders erlebt. Mit Elversberg in die Bundesliga aufgestiegen zu sein, fühlt sich ein Stück weit surreal an.“
Wie surreal das ist: Mit ihren gerade einmal 13.000 Einwohnern wird die Gemeinde Spiesen-Elversberg der kleinste Standort der Bundesliga-Geschichte. Künftig könnte jeder Einzelne einen Platz im Stadion an der Kaiserlinde finden, dessen Kapazität für die Bundesliga auf 15.000 erhöht werden muss. Aktuell liegt sie bei 10.000. „Es ist krass: Jetzt kommen Harry Kane und Michael Olise nach Elversberg – oder auch der HSV“, sagt Pherai. In seiner langen Vereinsgeschichte traf der Hamburger SV erst viermal auf die SVE – in den Zweitliga-Saisons 2023/24 und 2024/25. Dabei holten die Rothosen im Februar 2024 im Volksparkstadion den einzigen Sieg (1:0). Die restlichen Partien endeten mit einem Remis und zwei Niederlagen. Nun kommt es in der neuen Saison zum Wiedersehen – im wahrsten Sinne des Wortes.
