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5:3 - HSV schlägt TuS Erndtebrück

Spielbericht

18.08.18

5:3 - HSV schlägt TuS Erndtebrück

Der HSV fährt in der ersten Runde des DFB-Pokals einen hart erkämpften 5:3-Auswärtssieg beim TuS Erndtebrück ein. Die Treffer für die Rothosen erzielten Lewis Holtby (7.), Fiete Arp (10.), Pierre-Michel Lasogga (64./66.) und Orel Mangala (90.). 

Der Hamburger SV hat den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals geschafft. Am Sonnabend (18. August) siegten die Rothosen beim TuS Erndtebrück im Siegener Leimbachstadion nach einem spektakulären Pokalfight mit 5:3 (2:1). Die Titz-Elf erwischte dabei unter den Augen von 13.588 Zuschauern einen Blitzstart und ging bereits in der 7. Minute durch einen Treffer von Lewis Holtby per Elfmeter mit 1:0 in Führung. Wenige Minuten später erhöhte Fiete Arp (10.) auf 2:0 für den HSV. Nachdem es zwischenzeitlich durch einen Doppelschlag (42./48.) der Hausherren noch einmal richtig spannend wurde, war es der eingewechselte Pierre-Michel Lasogga (64./66.), der die Rothosen mit seinem Doppelpack auf die Siegerstraße brachte. Nach dem erneuten Anschlusstreffer der Gastgeber (71.) besiegelte Orel Mangala (90.) mit seinem Treffer zum 5:3 den Endstand.

HSV-Trainer Titz gibt Douglas Santos Anweisungen.
HSV-Coach Christian Titz musste gerade in Bezug auf das Defensivverhalten immer wieder korrigierend eingreifen.

Später Schock nach frühem Doppelschlag...

Im Vergleich zum souveränen 3:0-Auswärtssieg beim SV Sandhausen nahm Cheftrainer Christian Titz insgesamt vier Änderungen in seiner Startelf vor. Das HSV-Tor wurde von Tom Mickel gehütet, der den Platz zwischen den Pfosten von Julian Pollersbeck einnahm. In der Innenverteidigung rückte Stephan Ambrosius für David Bates in die Mannschaft. In der Offensive bekam Tatsuya Ito den Vorzug gegenüber Jairo Samperio, zudem durfte Fiete Arp statt Pierre-Michel Lasogga in der Sturmspitze beginnen.

Der HSV erwischte einen guten Start ins Spiel und konnte nach vier gespielten Minuten die erste Chance des Spiels verbuchen. Nach einer Ecken-Variante kam Stephan Ambrosius auf Höhe des Elfmeterpunkts an den Ball, doch sein Abschluss aus der Drehung landete knapp neben dem rechten Pfosten. Nur zwei Zeigerumdrehungen später gab es dann allerdings die Chance zur Führung aus elf Metern: Orel Mangala wurde im Strafraum bedient und nach seiner Ballannahme von TuS-Mittelfeldmann Taira Tomita unsanft zu Fall gebracht. Der Unparteiische des Spiels – Robert Kempter – zeigte sofort auf den Punkt und gab Strafstoß. Vizekapitän Lewis Holtby nahm sich der Sache an und verwandelte sicher ins rechte untere Eck (7.). Wieder nur zwei Minuten später konnten die in Rot gekleideten Hamburger die Führung verdoppeln. Der aufmerksame Arp erkämpfte den Ball im Angriffspressing, sodass Khaled Narey an das Spielgerät gelangen konnte. Der Neuzugang behielt anschließend die Übersicht und bediente den inzwischen durchgestarteten 18-Jährigen, der dann keine Mühe hatte, das Leder im Tor der Gastgeber unterzubringen (9.). Nach nicht einmal zehn Minuten stand also fest, dass der HSV einen Start nach Maß erwischt hatte.

Doch die Titz-Schützlinge gaben sich mit dem Doppelschlag nicht zufrieden und hielten den Druck weiter aufrecht. Die Gastgeber aus Erndtebrück konnten kaum für Entlastung sorgen. In den folgenden Minuten fanden allerdings auch die Gastgeber besser ins Spiel und konnten das Spielgeschehen vom eigenen Tor fernhalten. Gefährliche Torchancen sprangen dabei trotz aller Bemühungen jedoch zunächst nicht heraus. Im Gegenteil dazu war die nächste Aktion der spielfreudigen Rothosen gleich wieder eine große Bedrohung für das von Paul Schünemann gehütete TuS-Tor: Tatsuya Ito war nach schönem Holtby-Pass über den rechten Flügel durchgebrochen und flankte auf den völlig freistehenden Narey. Der ansonsten so treffsichere 24-Jährige traf die Kugel jedoch suboptimal, sodass der Ball links am Tor vorbeistrich (39.). Kurz vor dem Pausenpfiff trauten sich dann auch die Hausherren nochmal in den Angriffsmodus – und wurden sofort belohnt. Einen langen Ball konnte TuS-Stürmer Lukas Rösch nicht kontrollieren, doch auf der linken Bahn war Teamkollege Tatsuya Yamazaki mitgelaufen und überwand HSV-Keeper Tom Mickel mit einem platzierten Flachschuss (42.). Aufgrund der spielerischen Dominanz des HSV ein schmeichelhafter 1:2-Anschlusstreffer, dem zudem ein vermeintliches Foulspiel sowie eine Abseitsstellung vorausgingen. 

Pierre-Michel Lasogga erzielte innerhalb von vier Minuten nach seiner Einwechslung einen Doppelpack.

…und eine Achterbahnfahrt in Hälfte Zwei

Schon kurz nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber dann sogar zum Ausgleich. Der umtriebige Rösch legte den Ball nach einem Freistoß auf den aufgerückten TuS-Kapitän Niklas Hunold ab, der das Spielgerät direkt volley nahm und im linken Toreck unterbrachte (48.). In den folgenden Sequenzen war die Titz-Elf sichtlich um eine Antwort bemüht, doch einen strammen Arp-Abschluss aus zentraler Position konnte Schünemann parieren (55.). Kurz darauf musste der Youngster für Pierre-Michel Lasogga weichen – und dieser Spielerwechsel machte sich sofort bezahlt. Erst brachte der wuchtige Angreifer eine Ambrosius-Flanke aus dem Halbfeld im TuS-Tor unter (64.), ehe er nur zwei Minuten später eine starke Kombination über Ito und Mangala mit einem körperbetonten Einsatz im Fünfmeterraum vollendete.

Der HSV schien spätestens mit dem 4:2 die Kontrolle über das Spiel zurückerlangt zu haben – doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen und kamen wiederum nur ein paar Minuten später zum erneuten Anschlusstreffer. Einen auf den zweiten Pfosten gezogenen Freistoß brachte der eingewechselte Manfredas Ruzgis in den Fünfmeterraum, wo der ebenfalls frisch ins Spiel gekommene Till Hilchenbach lauerte und den Ball per Kopf über die Linie drückte (71.). Fortan entwickelte sich ein klassischer Pokalfight, den beide Teams mit offenem Visier führten. Der HSV wollte trotz des knappen Spielstands mutig bleiben und agierte betont offensiv. So kamen weitere Torchancen durch Lasogga (78.) und Mangala (82.) zustande, die jedoch ungenutzt blieben. Dennoch konnten die mehr als 5.000 mitgereisten HSV-Fans schon vor dem Abpfiff durchatmen, denn Mangala sorgte quasi mit dem Spielende für die endgültige Entscheidung, als er mit einem satten Linksschuss aus knapp 18 Metern das 5:3 für die Rothosen erzielte (90.). Danach pfiff Referee Kempter die Partie gar nicht mehr an. Der HSV zieht somit nach einem turbulenten Spiel in die nächste Runde ein.

Das Spiel im Stenogramm:

TuS Erndtebrück: Schünemann - Mißbach, Hunold, Yamazaki, Schmitt, Terzic - Reichert, Rösch, Tomita (74. Yazar), Saka (70. Hilchenbach) - Böhmer

Hamburger SV:  Mickel - Sakai (46. Knost), Ambrosius, van Drongelen, Santos - Janjicic - Narey (75. Jairo), Mangala, Holtby, Ito - Arp (62. Lasogga)

Tore: 0:1 Holtby (7.), 0:2 Arp (10.), 1:2 Yamazaki (42.), 2:2 Hunold (48.), 2:3 Lasogga (64.), 2:4 Lasogga (66.), 3:4 Hilchenbach (71.), 3:5 Mangala (90.)

Zuschauer: 13.588

Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach)

Gelbe Karten: Hunold (35.) / Mickel (70.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -

 

Das Spiel im Zeitraffer:

Min. Aktion
7. 1:0! Lewis Holtby zeigt vom Elfmeterpunkt keinerlei Nerven und verwandelt ganz sicher rechts ins Eck. Perfekt geschossen, kaum eine Abwehrchance für Erndtebrück-Keeper Schünemann.
9. 2:0! Keine drei Minuten später erhöht Fiete Arp auf 2:0. Zuvor hatten die Rothosen einen Ballverlust im Aufbauspiel der Gastgeber provoziert. Khaled Narey legt dann unmittelbar vor dem Tor links rüber zu Arp, der nur noch einzuschieben braucht.
16. Holtby kommt aus zentraler Position von der Strafraumkante zum nächsten Torschuss, setzt die Kugel aber klar links vorbei.
39. Holtby schlägt den Ball lang auf die rechte Seite, wo Ito dem Spielgerät hinterherrennt und dieses mit einem Kontakt in die Zentrale auf Narey schlägt. Dem Offensivmann rutscht der Ball allerdings über den Schlappen.
42. 1:2! Reichert gewinnt auf Höhe der Mittellinie einen Zweikampf und anschließend bringt Niko Saka aus dem rechten Halbfeld eine Flanke gen Strafraum. Die Ball tickt dabei auf und rutscht durch auf Höhe des zweiten Pfostens. Dort steht Tatsuya Yamayaki frei und schießt aus etwa acht Metern an Mickel vorbei ins Tor.
48. 2:2! Freistoß aus dem rechten Halbfeld, der per Kopf in den Strafraum auf Böhmer verlängert wird. Dieser stellt gut den Körper rein und legt zurück auf Kapitän Niklas Hunold, der aus zentraler Position und 16 Metern Maß nimmt und die Kugel ins linke Eck zimmert.
55. Nach schöner Kombination zwischen Douglas Santos und Narey kommt Arp 15 Meter vor dem Kasten nahezu unbedrängt zum Abschluss, zielt aber genau auf Erndtebrück-Keeper Schünemann.
64. 3:2! Pierre-Michel Lasogga nach gefühlvoller Narey-Flanke von rechts mit einem punktgenauen Kopfball über Keeper Schünemann in die Maschen. Gefühlt mit der ersten Ballberührung das Tor.
66. 4:2! Diesmal kam die Flanke von links, diesmal war Mangala der Vorlagengeber und diesmal drückte der der Angreifer des HSV den Ball in exzellenter Stürmer-Manier aus kurzer Distanz mit dem Fuß über die Linie.
71. 3:4! Ein Freistoß kommt im hohen Bogen links in den Strafraum, wo ein Erndtebrücker mit dem Kopf quer auf den zweiten Pfosten legt und dort steht der eben erst eingewechselte Till Hilchenbach goldrichtig und köpft die Ball aus kurzer Distanz in den Kasten der Rothosen.
90. 5:3! Orel Mangala trifft in der 90. Minute aus zentraler Position und 18 Metern Torentfernung ganz trocken und flach ins rechte Eck.

(Kopie 4)