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Nachwuchs

17.02.22

"Würden am liebsten jetzt schon spielen"

U21-Youngster Arlind Rexhepi stimmt sich im Interview auf den finalen Spieltag in der Regionalliga Nord Gruppe Nord am kommenden Sonntag gegen Phönix Lübeck ein.

Moin Arlind, du bist 18 Jahre alt und wärst eigentlich noch für die U19 spielberechtigt, hast die Spielzeit aber bereits größtenteils bei der U21 verbracht. Wie ist das zustande gekommen?

Zu Saisonbeginn habe ich die ersten beiden Spiele noch für die U19 gespielt. Durch viel Verletzungspech in der U21 und weil ich es in der U19 ganz ordentlich gemacht habe, wurde ich dann aber relativ früh hochgezogen. Dann ist auch noch Faride Alidou zu den Profis gegangen, so dass sozusagen ein Platz für mich frei wurde.

Die darauffolgenden fünf Spiele bist du dann jeweils zu Joker-Einsätzen gekommen, bevor du dann gegen den SC Weiche Flensburg 08 erstmals in die Startelf gerückt bist und dich im Anschluss als Stammspieler in der Regionalliga etablieren konntest. Wie hast du die Saison für dich persönlich wahrgenommen?

Dass ich zuletzt so viel spielen durfte, ist natürlich ein schönes Gefühl. Insgesamt glaube ich schon, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Nachdem der Start mit der U19 mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen nicht besonders erfolgreich lief, musste ich mich dann in der U21 zunächst über das intensive Training und über die Joker-Einsätze an das Tempo und die Intensität im Herrenfußball gewöhnen. Dass ich dann in die Startelf gerutscht bin, hatte auch mit dem leider anhaltenden Verletzungspech in der Mannschaft zu tun. Diese Chance habe ich dann denke ich ganz gut genutzt.

Du kommst aktuell auf vier Tore und zwei Vorlagen aus 12 Spielen, bist du zufrieden mit der Quote?
Ich denke, für die erste Saison ist die Quote in Ordnung, aber zufrieden gebe ich mich damit natürlich nicht. (schmunzelt) Ich habe noch viel zu lernen.

Nicht nur du bist noch sehr jung, auch als Team seid ihr mit einem Altersdurchschnitt, der deutlich unter 20 Jahren liegt, die mit Abstand jüngste aller 82 Regionalligamannschaften. Wie gelingt es euch, gegen die erfahrenen Gegner mitzuhalten?

Wir haben einfach als Truppe total Bock, uns mit den älteren Gegnern zu messen und ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Wir werden da schon gerne mal als "kleine Bubis" betrachtet und möchten zeigen, dass wir mithalten und an guten Tagen jeden Gegner schlagen können. Dafür arbeiten wir im Training hart und treten dann Woche für Woche als Einheit auf. Außerdem kann das junge Alter ja auch von Vorteil sein. Wir sprechen alle dieselbe Jugendsprache und verstehen uns dadurch untereinander sehr gut, so dass es auch einfach Spaß macht. Das sieht man uns auch auf dem Platz an.

Die Hinrunde lief zunächst aber eher durchwachsen. Liegt das daran, dass ihr euch als junge Truppe noch an die Gangart gewöhnen musstet oder vielleicht am Verletzungspech?

Das Verletzungspech darf da keine Ausrede sein. Wir haben ja leider immer noch Verletzte, aber es läuft trotzdem besser als in der Hinrunde. Wir mussten uns vor allem erst an die Art, wie in der Regionalliga Fußball gespielt wird, gewöhnen. Wir haben alle zuvor in der A-Junioren Bundesliga gespielt, wo von hinten heraus ein klarer, gepflegter Ball gespielt wird. In der Regionalliga liegt der Fokus bei vielen Mannschaften weniger auf Ballbesitz. Stattdessen müssen wir mit vielen langen Bällen rechnen. Besonders zu Beginn der Saison haben wir uns durch diese Bälle und durch Standards unnötige Gegentore gefangen, die viele Punkte gekostet haben. Im Laufe der Saison haben wir uns dort aber deutlich verbessert. 

Du sprichst es an, in der Rückrunde scheint ihr euch nun mit nur einer Niederlage aus den letzten neun Spielen richtig gefunden zu haben. Was zeichnet euch als Team besonders aus?

Ich würde sagen vor allem unser Teamgeist. Wir verstehen uns untereinander super und haben einfach Spaß daran, zusammen zu spielen und zu gewinnen.

Mit dieser starken Rückrunde habt ihr nun alles selbst in der Hand und könnt am kommenden Sonntag mit einem Sieg die Aufstiegsrunde erreichen. Wie ist die Stimmung im Team vor dieser wichtigen Begegnung?

Wir sind froh und stolz drüber, dass wir es so weit geschafft haben, da zu Beginn und auch nach der Hinrunde kaum noch jemand mit uns gerechnet hat. Aber noch haben wir die Aufstiegsrunde nicht erreicht. Deswegen wollen wir uns jetzt umso mehr für die harte Arbeit belohnen und sind extrem heiß auf das Spiel, am liebsten würden wir jetzt schon spielen. (lacht) Für uns zählt nur ein Sieg.

Sprechen wir über den kommenden Gegner, wie erwartest du den 1. FC Phönix Lübeck am Sonntag?

Es erwartet uns ein sehr schwieriger, ekliger Gegner. Das hat man auch im Hinspiel gesehen, damals haben wir das Spiel erst kurz vor Schluss gedreht. Von daher müssen wir alles reinhauen und können es uns nicht erlauben, auch nur ein Prozent weniger zu geben.

Was müsst ihr außerdem auf den Platz bringen, um siegreich hervorzugehen?

Unsere Spielfreude. Wir dürfen nicht nervös werden und zu viel Respekt vor diesem "Finale" haben. Wir müssen an unserem Spiel festhalten und unsere Stärken auf den Platz bringen, dann können wir auf jeden Fall was reißen.