skip_navigation

HSV II

28.07.17

„Wir stehen vor kniffligen Entscheidungen“

Am Sonntag ist die Wartezeit für die U21 des Hamburger SV vorbei. Dann startet die Mannschaft von Trainer Christian Titz mit der Auswärtspartie bei Eintracht Norderstedt in die Regionalliga-Saison 2017/18. Vor dem ersten Pflichtspiel dieser Spielzeit hat HSV.de mit dem U21-Trainer gesprochen. 

Mit einem 7:1-Sieg über den dänischen Drittligisten Kolding IF hat dein Team den letzten Test vor dem Saisonstart deutlich gewonnen. Haben die Jungs so Fußball gespielt, wie du es dir in letzter Konsequenz vorstellst? 

Noch nicht ganz, aber es war ein sehr guter Auftritt. Wir haben das auch schon im Spiel gegen Rostock sehr gut gemacht. Das 2:2 war für die Jungs auch ein Erfolgserlebnis. Wobei sie schon ein Stück weit verärgert waren, weil sie den Ausgleich so spät bekommen haben. Wir haben die Eindrücke aus Rostock dann nach einer konzentrierten Trainingswoche gegen Kolding noch einmal bestätigt. Das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können. An diesem Tag haben wir ein enorm hohes Spieltempo auf den Platz gebracht. 

Ist damit der Groschen bei allen gefallen, wie der Fußball in dieser Saison funktionieren soll? 

Wir haben auf jeden Fall gezeigt, wie wir Fußball spielen wollen. Wie wir unser Pass- und Offensivspiel anlegen, wie hoch wir verteidigen und wie wir Bälle erobern wollen. Wir wissen aber auch, dass wir noch am Anfang unserer Entwicklung sind. Gerade an der Balance zwischen Ballkontrolle und Umschaltspiel in Offensive sowie Defensive können wir noch arbeiten. 

Kannst du nach den sechs Wochen schon Gewinner der Vorbereitung ausmachen? 

Ich bin kein Freund davon, nach dieser Zeit schon darüber zu urteilen. Ich habe auch immer versucht, allen zu erklären, dass Spiele nicht selten durch die Einwechselspieler mitentschieden werden. Wir brauchen also jeden Spieler. Und einige Jungs werden jetzt zwar nicht in der Startformation stehen, aber im Laufe der Saison. Weil ich weiß, dass sie einfach etwas länger brauchen als die anderen. Aber sie werden kommen. 

Namen möchtest du also keine nennen? 

Ich denke, das wäre verfrüht, aber einige sind vielleicht überrascht, dass Frank Ronstadt und Gillian Jurcher so viel spielen, aber sie machen das bisher sehr gut.  

Am Sonntag (14 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion) wartet jetzt mit Eintracht Norderstedt das erste Pflichtspiel der Saison. Hast du deine Elf schon im Kopf zusammen? 

Wir stehen am Sonntag tatsächlich vor ein paar kniffligen Entscheidungen. Wir sind aber sehr froh, dass wir eine Kaderbreite haben, die uns vor solche Probleme stellt. Die Entscheidung bedeutet im Moment für uns nur positiven Druck. Schlimmer wäre es, wenn wir gar nicht wüssten, wen wir aufstellen sollen.

Welche Rolle spielt Mohamed Gouaida in deinem gesamten Konzept? Er ist seit dem Rostock-Spiel bei der Mannschaft.

Bei unserem Spielstil brauchst du diesen Spielertyp, der auch in Drucksituationen immer Lösungen hat. Er hilft damit allen Jungs und hebt sie damit auch auf das nächste Level. Er will Fußball spielen und bis jetzt macht er das sehr gut. 

Was erwartet deine Jungs in Norderstedt? 

Ich glaube, das wird ein ganz schwieriges Spiel. Norderstedt ist eine richtige Herrenmannschaft:  kompakt, bissig, mit allen Wassern gewaschen. Dazu mit einer hohen Qualität bei Standards und einem starken Umschaltspiel mit langen Bällen auf Sinisa Veselinovic, Jan Lüneburg oder Felix Drinkuth. Je nachdem wer in der Spitze spielt. Es wird entscheidend sein, wie wir selbst ins Spiel kommen und ob es uns gelingt, ihr Spiel zu unterbinden. 

Es wird auch der erste Stresstest für das eigene Aufbauspiel unter Wettkampfbedingungen. Was ist, wenn das gegen Norderstedt schiefgehen sollte? 

Wir werden weiter Fußball spielen. Fehler gehören dazu und wir werden auch Fehler machen, die zu Gegentoren führen werden. Ich bin aber nicht naiv. Wir wissen um die Plätze in der Regionalliga, kennen die Gegner – man muss die Gegebenheiten im Auge behalten und manchmal muss man dann auch anders spielen. Jeder, der mich kennt, weiß aber, dass ich gerne dominanten, offensiven Fußball spiele. Manchmal braucht es aber auch schmutzige Siege und die machen eine Mannschaft psychisch stark.

Wie schätzt du grundsätzlich die Liga ein und wer wird aus deiner Sicht um die vorderen Plätze mitspielen? 

Ich begebe mich jetzt auf Beobachtungstour und möchte auch so viele Spiele wie möglich live sehen. Eines ist aber schon jetzt klar: Der VfL Wolfsburg wird eine sehr gute zweite Mannschaft ins Rennen schicken. Weiche Flensburg und der VfB Lübeck werden meines Erachtens im oberen Bereich landen. Ich glaube aber, dass die Liga insgesamt sehr ausgeglichen ist. 

Und die Zielvorgabe für dein Team? 

Unsere Aufgabe ist ziemlich einfach: Spieler weiterentwickeln und versuchen, möglichst viele Spiele zu gewinnen. Auch in der Reihenfolge. Und das eine geht nicht ohne das andere. Wenn du immer verlierst, leidet auch die Entwicklung.