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Nachwuchs

28.03.22

"Zweifel lasse ich nicht zu"

Wenige Minuten nach seiner ersten Einwechslung bei der U21 im vergangenen September erlitt Luca Benz einen Meniskusriss im linken Knie, der ihn voraussichtlich für den Rest der Saison außer Gefecht setzt. Seitdem arbeitet der Innenverteidiger für sein Comeback. Ein Einblick in den Reha-Alltag des Nachwuchsspielers.

Nach dem 60-minütigen Krafttraining geht es für Luca Benz noch auf das Laufband. 40 Minuten lang soll der Lauf werden, den der U21-Innenverteidiger im Kraftraum des Campus am Volksparkstadion absolviert. Angeleitet von Reha-Coach Markus Günther steigt Benz auf ein spezielles Vakuum-Laufband, das mit einer luftdichten Schwebevorrichtung ausgestattet ist. Unter Einsatz von Druckluft wird während des Laufs das eigene Körpergewicht reduziert, was den Wiedereinstieg nach einer schweren Verletzung für den Sportler vereinfachen soll, wenn eine volle Belastung noch nicht wieder möglich ist. Auf dem Rasen zu laufen, hat der 19-Jährige in den zurückliegenden drei Wochen ebenfalls versucht, doch direkt meldete sich sein linkes Knie zu Wort. Deshalb geht Benz nun auf Nummer sicher und betreibt sein Lauftraining zwischenzeitig vom Kraftraum aus.

"Ich habe gelernt, geduldig zu bleiben"

Kleinere Rückschläge wie diese musste der Innenverteidiger in seiner Behandlungszeit nach seinem Kreuzband- und Innen- sowie Außenmeniskusriss immer wieder hinnehmen, insgesamt bewertet er die andauernde Genesungsphase aber als positiv. „Ich bin gut im Zeitplan und lasse mich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn bestimmte Dinge an einem Tag nicht so klappen, wie ich es mir vorstelle, wirft mich das nicht aus der Bahn."Ich habe gelernt, geduldig zu bleiben“, sagt Benz. Vom ersten Obergeschoss der Alexander-Otto-Akademie, in dem sich der Kraftraum befindet, hat er bei seinen Einheiten freie Sicht auf die Trainingsplätze, auf denen seine Kollegen aus der U21 Tag für Tag trainieren. Dorthin zurückzukehren, auf den Fußballplatz und in den Kreis der Mannschaft, das ist das Ziel des Defensivspielers, der sich die schwerwiegende Verletzung im zurückliegenden September im Regionalligaspiel der Rothosen gegen Eintracht Norderstedt (2:3) zugezogen hatte. Zu einer Zeit, in der Benz – der erst im vergangenen Sommer vom VfB Stuttgart zum Hamburger SV gewechselt war – in seinem neuen Team gerade so richtig anzukommen schien. Nachdem der Neuzugang zunächst mit einer Nasenverletzung zu kämpfen hatte, wurde er am achten Regionalligaspieltag gegen Norderstedt erstmals eingewechselt, feierte somit sein Debüt im Dress der Rothosen und musste es verletzungsbedingt acht Minuten später bereits wieder beenden. Es folgten die bittere Diagnose, die anschließende Operation im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) und die Gewissheit: Neun bis elf Monate wird Benz nicht auf dem Fußballplatz stehen können. Das Saisonaus für den Neuzugang, der gerade so richtig durchstarten wollte.

An die Szene der Verletzung und die anschließenden Tage erinnert sich der 19-Jährige heute noch genau zurück. „Ich wollte den Gegner ablaufen und habe einen kleinen Schultercheck bekommen. Danach kann ich mich nur noch an das Knacken erinnern und wusste intuitiv direkt, dass es etwas Schlimmes sein muss. Gleichzeitig konnte ich das gar nicht greifen, war bis zur OP komplett im Tunnel. Erst danach habe ich so richtig realisiert, was das eigentlich für mich heißt“, sagt Benz. Die ersten Tagen nach der Operation verbrachte er im Internat am Campus, ehe er für die anschließende Behandlung zu seiner Familie in den Süden Deutschlands reiste. In Schwäbisch Gmünd bestritt er seine Physiotherapie, wurde täglich behandelt und absolvierte Mobilitäts- sowie Kraftaufbauübungen. Zwei weitere Muskelfaserrisse erlitt er in dieser Zeit, kann auf diese Verletzungen aber heute mit einem Lächeln zurückblicken: „Wenn es ein gutes Timing dafür gibt, dann war das wohl die Zeit. Diese Verletzungen haben insofern keine Rolle gespielt, als dass ich zu dem Zeitpunkt ohnehin noch kein Beintraining machen konnte. So weit war ich noch gar nicht. Deshalb hat mich das im Zeitplan nicht zurückgeworfen.“

"Ich bin grundsätzlich jemand, der im Hier und Jetzt lebt"

An die Szene der Verletzung und die anschließenden Tage erinnert sich der 19-Jährige heute noch genau zurück. „Ich wollte den Gegner ablaufen und habe einen kleinen Schultercheck bekommen. Danach kann ich mich nur noch an das Knacken erinnern und wusste intuitiv direkt, dass es etwas Schlimmes sein muss. Gleichzeitig konnte ich das gar nicht greifen, war bis zur OP komplett im Tunnel. Erst danach habe ich so richtig realisiert, was das eigentlich für mich heißt“, sagt Benz. Die ersten Tagen nach der Operation verbrachte er im Internat am Campus, ehe er für die anschließende Behandlung zu seiner Familie in den Süden Deutschlands reiste. In Schwäbisch Gmünd bestritt er seine Physiotherapie, wurde täglich behandelt und absolvierte Mobilitäts- sowie Kraftaufbauübungen. Zwei weitere Muskelfaserrisse erlitt er in dieser Zeit, kann auf diese Verletzungen aber heute mit einem Lächeln zurückblicken: „Wenn es ein gutes Timing dafür gibt, dann war das wohl die Zeit. Diese Verletzungen haben insofern keine Rolle gespielt, als dass ich zu dem Zeitpunkt ohnehin noch kein Beintraining machen konnte. So weit war ich noch gar nicht. Deshalb hat mich das im Zeitplan nicht zurückgeworfen.“ 

Wenn der U21-Abwehrspieler von der zurückliegenden schweren Zeit spricht, wirkt er ruhig, ausgeglichen und ganz bei sich. Keine Spur von Zweifeln oder Ängsten, was die Rückkehr auf den Fußballplatz angeht. Dem 19 Jahre jungen Nachwuchstalent hilft dabei sein großes Vertrauen in den eigenen Körper, der ihn bis zum vergangenen Spätsommer noch nie im Stich gelassen hatte. „Ich bin Gott sei Dank ohne größere Verletzungen durch meine Jugendzeit gekommen und fühle mich auch heute noch sicher, wenn ich auf dem Platz oder dem Laufband stehe“, sagt Benz. „Mit der Diagnose war direkt klar, dass das Ganze eine Zeit lang dauern wird. Was bringt es mir da, den Kopf in den Sand zu stecken, mir allzu viele Gedanken zu machen? Klingt banal, aber solche negativen Gedanken oder sogar Zweifel lasse ich einfach nicht zu.“

Geholfen hat ihm dabei auch, dass er sich trotz seiner erst kurzen Zeit in Hamburg im Mannschaftskreis gut aufgenommen gefühlt hat. „Einige Jungs wohnen in der gleichen Gegend wie ich, dadurch haben wir uns auch abseits des Platzes immer wieder getroffen“, sagt Benz. Seine Behandlungs- und Trainingszeiten legte der Innenverteidiger bewusst so, dass er gemeinsam mit dem Team Zeit am Campus verbringen konnte, bei nahezu jedem Spiel fieberte er zudem von der Tribüne aus mit. Jetzt geht es für ihn darum, auch wieder mit seinen Teamkollegen auf dem Platz zu stehen. Stück für Stück will sich der U21-Spieler rantasten, als Nächstes werden Richtungswechsel in das Lauftraining integriert, ehe es in etwa einem Monat auch wieder an den Ball gehen soll. Geht alles gut, kann er hoffentlich zur neuen Saison wieder voll mit der Mannschaft auf dem Platz stehen. Benz ist optimistisch, was diesen Zeitplan angeht: „Ich kann gut einschätzen, was ich kann und was nicht. Außerdem bin ich grundsätzlich jemand, der im Hier und Jetzt lebt. Deshalb fällt es mir leicht, nach vorne zu schauen und mich auf meine nächsten Ziele zu konzentrieren.“