
Spielbericht
17.01.26
0:0 – HSV mit Punkteteilung gegen Gladbach
Zum Bundesliga-Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach müssen sich die Rothosen trotz einer sehr starken ersten Hälfte mit klarem Chancenplus am Ende mit einem Punkt begnügen.
Der Hamburger SV hat sich am Sonnabend (17. Januar) zum Rückrundenstart der Bundesliga-Saison 2025/26 mit einem 0:0-Unentschieden von Borussia Mönchengladbach getrennt. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion spielten die Rothosen eine dominante erste Hälfte, in der sie 16 Torschüsse markierten, die mehr als verdiente Führung trotz klarer Torchancen aber verpassten. Nach dem Seitenwechsel hatten die Hamburger zunächst weiter mehr vom Spiel, konnten aber nicht mehr ein so eindrucksvolles Powerplay aufziehen wie zu Beginn der Partie. Da auch die Gäste mit zunehmendem Spielverlauf Augenhöhe herstellten, blieb es am Ende bei einer Nullnummer der besseren Sorte.

Torschüsse noch und nöcher …
Im Vergleich zur 1:2-Niederlage beim SC Freiburg veränderte Coach Polzin seine Startformation auf zwei Positionen: Torunarigha ersetzte den gesperrten Elfadli, Königsdörffer den angeschlagenen Sambi Lokonga (Wadenprobleme). Die Rothosen kamen mit gutem Angriffspressing und mutigem Offensivspiel exzellent ins Spiel: Einen Muheim-Freistoß aus dem rechten Halbfeld köpfte Remberg vom Elfmeterpunkt in die Arme von VfL-Keeper Nicolas. Nach dieser ersten Torannäherung wurde es nur eine Zeigerumdrehung später brandgefährlich, als Königsdörffer per Flachschuss den VfL-Keeper zu einer Parade zwang und Dompe den Nachschuss vom linken Fünfmeterraumeck ans Außennetz setzte. Dem dritten Abschluss binnen vier Minuten ließ Muheim kurz darauf den vierten Torschuss folgen, schoss aus zweiter Reihe aber klar drüber. Erneut brenzlig wurde es in der 13. Minute: Nach einer langen Passstafette steckte Torunarigha gen Grundlinie auf Vieira durch, der eine beherzte Schussflanke in die Mitte jagte, die Königsdörffer nur knapp verpasste. Weitere fünf Minuten später zerlegten die Rothosen die Gäste-Deckung erneut durch mustergültiges Kombinationsspiel in ihre Einzelteile, sodass Capaldo nach Steckpass von Downs frei vor Nicolas auftauchte, im Borussen-Keeper aber seinen Meister fand. Gleiches galt rund um die 25. Minute, als Nicolas einen Remberg-Distanzschuss zur Seite abwehrte und Muheim den Nachschuss vom Elfmeterpunkt verpasste.
Trotz der spielerischen Dominanz (13:0 Torschüsse) und dem bissigen Verteidigungsverhalten (70:30 Prozent Zweikampfquote) der Rothosen blieb die Partie somit offen. Und die Gäste vom Niederrhein kamen in der 27. Minute ihrerseits erstmals gefährlich zum Abschluss: Tabakovic schoss nach einer Honorat-Flanke die Kugel aus spitzem Winkel über das HSV-Gehäuse. In der Folge beruhigte sich das Geschehen auf dem Rasen. Die Rothosen suchten zwar weiter den Vorwärtsgang und verbuchten weitere Abschlüsse aus der Distanz. Doch auch die bis dahin harmlosen Gäste kamen vermehrt zu Eintritten ins Angriffsdrittel, die der Defensivverbund der Rothosen um Abwehrchef Vuskovic jedoch allesamt zu verteidigen wusste. Damit ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit, bei dem den Rothosen einzig und allein das Tor fehlte.

… und am Ende doch keine Treffer
Personell unverändert starteten beide Teams in den zweiten Durchgang, der zunächst so begann, wie der erste geendet hatte: Die Rothosen erarbeiteten sich Feldvorteile und versuchten häufiger ihr Glück im Abschluss, sorgten mit ihren Torschüssen jedoch für keine große Gefahr. Die Mönchengladbacher blieben weiterhin mit dem Ball wenig zwingend, gerieten aber auch nicht mehr so ins Straucheln wie in den ersten 25 Minuten des Spiels. Rund um den Stundenschlag hatte der HSV dann die nächste nennenswerte Chance: Nach einem Tänzchen auf der linken Strafraumkante löffelte Dompe den Ball gen zweiten Pfosten, wo Downs freistehend keinen Druck hinter den Ball bekam.
In der 67. Minute nahm Polzin einen Doppelwechsel vor: Philippe und Gocholeishvili kamen für Königsdörffer und Kapitän Capaldo, der verletzungsbedingt den Platz verlassen musste. Auch sein Gegenüber Polanski wechselte zweifach und versuchte, frischen Wind in eine nun zunehmend abgeflachte Begegnung zu bringen. Die Partie entwickelte sich indes mehr und mehr zu einem Abnutzungskampf, der zwischen den Strafräumen geführt wurde und in dem beide Teams im Spiel mit dem Ball keinen folgenschweren Fehler begehen wollten. Für die Schlussphase brachte Polzin mit Rössing-Lelesiit und Glatzel nochmals frische Offensivkräfte. Seine Mannen waren aber zunächst gegen den Ball gefordert, als Diks gefährlich rechts neben das Tor köpfte. Auf der Gegenseite sorgte dann der eingewechselte Rössing-Lelesiit zu Beginn der neunminütigen Nachspielzeit erstmals für Gefahr, prüfte aus kurzer Distanz mit einem Schuss aufs kurze Eck VfL-Keeper Nicolas. Es war zugleich die letzte wirklich nennenswerte Torraumszene, sodass die Partie zum Rückrundenstart ebenso wie der Saisonauftakt mit 0:0 endete.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo (67. Gocholeishvili), L. Vuskovic, Torunarigha – Jatta (84. Ramos), Vieira, Remberg, Muheim – Königsdörffer (67. Philippe), Downs (79. Glatzel), Dompe (79. Rössing-Lelesiit)
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Diks (88. Takai) – Scally, Reitz, Engelhardt, Netz – Honorat (69. Reyna), Neuhaus (69. Castrop) – Tabakovic (90.+2 Machino)
Tore: -
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Gelbe Karten: Torunarigha / Engelhardt, Diks
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
