
Spielbericht
23.01.26
0:0 – HSV mit Remis im Hamburger Stadtderby
In einem kampfbetonten, aber glanzlosen 113. Hamburger Stadtderby teilen sich die Rothosen und die Kiezkicker am Millerntor die Punkte.
Der Hamburger SV hat sich am Freitagabend (23. Januar) im 113. Hamburger Stadtderby mit einem torlosen 0:0 vom FC St. Pauli getrennt. Im Zuge des 19. Bundesliga-Spieltags lieferten sich beide Teams vor 30.000 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion eine intensive und zweikampfbetonte erste Hälfte, in der die Rothosen zwar die bessere Spielanlage zeigten, aber zu wenig zwingende Chancen herausspielten. Nach dem Seitenwechsel verpasste Vuskovic (54.) zunächst per Kopf die nicht unverdiente HSV-Führung, ehe die Kiezkicker in der Schlussviertelstunde ihrerseits aufkamen, jedoch mit mehreren Abschlüssen an Heuer Fernandes scheiterten. So stand am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden.

Hitzige, harmlose erste Hälfte ...
Im Vergleich zum 0:0-Remis gegen Borussia Mönchengladbach veränderte Coach Polzin seine Startformation auf einer Position: Rössing-Lelesiit ersetzte Dompe. In einer hitzigen Anfangsphase stand der Youngster auch gleich im Mittelpunkt des Geschehens, musste nach einem heftigen und mit Gelb geahndeten Foulspiel von Dzwigala zunächst behandelt und kurze Zeit später verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Balde (Foto) kam für ihn neu ins Spiel. Damit waren die ersten 15 Minuten der Partie schnell erzählt und von vielen Fouls sowie Unterbrechungen gekennzeichnet. In der Folge versuchten die Rothosen, gegen kompakt stehende Kiezkicker über Ballkontrolle das Spiel an sich zu reißen, und kreierten so in der 23. Minute die erste Chance: Nach einem Ball in die Tiefe schlenzte Jatta im Strafraum aus halbrechter Position die Kugel flach aufs lange Eck, doch Vasilj parierte. Zudem lag beim Zuspiel von Vuskovic eine Abseitsstellung vor.
Nach rund 30 Minuten wurden auch die Kiezkicker zum ersten und gefühlt einzigen Mal in Hälfte eins aus dem Spiel heraus gefährlich, verpassten aber eine exzellente Kopfballmöglichkeit, als Pyrka eine scharfe Flanke am zweiten Pfosten mit falschem Timing unterlief. Der HSV fand auf diese Schrecksekunde postwendend eine Antwort, spielte über mehrere Stationen Downs im Strafraum frei, doch auch der Winter-Zugang stand beim Abschluss gegen Vasilj im Abseits. In der Nachspielzeit markierte Balde noch den ersten in der Statistik gezählten HSV-Torschuss. So ging es mit einem 0:0 und einem vielsagenden xGoals-Wert von 0,07 zu 0,07 in die Pause.

… und dann offensiver und abgesichert
Personell unverändert kam der HSV aus der Kabine und benötigte dieses Mal nur wenige Minuten bis zum ersten Torschuss: Vuskovic nahm nach einer Kontersituation aus der zweiten Reihe Maß, schoss allerdings klar über das Gehäuse. Generell begann die zweite Hälfte deutlich wilder, als die erste geendet hatte. Die Rothosen waren dabei am Drücker und kamen in der 54. Minute erneut durch Vuskovic (Foto) zur ersten Top-Chance des Spiels: Muheim brachte eine Ecke von rechts scharf auf den ersten Pfosten, wo Vuskovic wuchtig aufs kurze Eck, jedoch zu zentral in die Arme von Vasilj köpfte.
Nachdem die Kiezkicker zuvor dreimal getauscht hatten, nahm Polzin in der 67. Minute einen Dreifachwechsel vor und stellte mit Mittelstürmer Glatzel sowie Philippe und Dompe die komplette Offensivreihe neu auf. Die HSVer hatten im Anschluss jedoch vor allem in der Defensive zu ackern, wo die Kiezkicker immer wieder den zur Pause eingewechselten und pfeilschnellen Jones schickten und insgesamt deutlich aufkamen. Bei einem tückischen Smith-Kopfball nach einer Freistoßflanke musste Heuer Fernandes zunächst auf Nummer sicher gehen und den Ball über den Querbalken lenken. Wenig später war der HSV-Keeper dann gleich zweimal maximal gefordert und wehrte wuchtige Abschlüsse von Sinani aus 14 Metern sowie von Pyrka aus 20 Metern mit sehenswerten Flugeinlagen ab. Die Rothosen, lange Zeit die spielbestimmende Mannschaft, verhinderten letztlich erfolgreich den Lucky Punch und entführten einen Punkt vom Millerntor.
Das Spiel im Stenogramm:
FC St. Pauli: Vasilj – Dzwigala (65. Irvine), Wahl, Mets – Pyrka, Sands, Smith, Oppie – Fujita, Kaars (46. Jones), Pereira Lage (64. Sinani)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, L. Vuskovic, Torunarigha – Jatta, Vieira (87. Sambi Lokonga), Remberg, Muheim – Königsdörffer (68. Philippe), Downs (68. Glatzel), Rössing-Lelesiit (14. Balde, 68. Dompe)
Tore: -
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Gelbe Karten: Dzwigala / Remberg
