
HSV-Frauen
11.03.26
0:3 – HSV-Frauen unterliegen Bayern München im Pokal-Viertelfinale
Im DFB-Pokal-Viertelfinale müssen sich die HSV-Frauen nach leidenschaftlichem Kampf dem Titelverteidiger FC Bayern geschlagen geben. Imade, Kett und Padilla-Bidas erzielen die Treffer des Abends.
Die HSV-Frauen haben am Mittwochabend (11. März) das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den FC Bayern München mit 0:3 (0:1) verloren und sind damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Vor 12.638 Zuschauern im Volksparkstadion – zugleich ein neuer HSV-Rekord für die laufende Spielzeit 2025/26 – lieferten sich beide Teams bei strömendem Regen einen klassischen Pokalfight, in dem der amtierende Double-Sieger aus München zwar früh durch Stürmerin Edna Imade (6.) in Führung ging, sich anschließend aber an aufopferungsvoll verteidigenden Hamburgerinnen lange die Zähne ausbiss. Erst in der 66. Minute kam der Branchenprimus durch Franziska Kett zum zweiten Treffer, ehe Natalia Padilla-Bidas in der Schlussphase den 3:0-Endstand folgen ließ (88.).

Frühes Gegentor ...
Im Vergleich zum letzten Pflichtspiel, dem 1:1-Remis gegen Werder Bremen in der Bundesliga, veränderte Cheftrainerin Liese Brancao ihre Startelf auf drei Positionen: Anstelle von Jonna Wrede, Melanie Brunnthaler (beide zunächst auf der Bank) und der aus der Länderspielphase angeschlagen zurückgekehrten Sophie Hillebrand (Rückenprobleme) begannen Nigar Mirzaliyeva, Victoria Schulz und Maria Mikolajova. Letztere sorgte prompt für das erste Ausrufezeichen, als sie nach einem schnellen Einwurf eine Schussflanke entlang der Grundlinie scharf vors Tor brachte (2.). Im Gegenzug meldeten sich auch die Münchnerinnen durch einen Distanzschuss von Kapitänin Stanway erstmals im Spiel an, ehe sie ihren nächsten Vorstoß gleich im gegnerischen Tor unterbrachten: Nach feinem Kombinationsspiel mit Direktkontakten durchs Zentrum brachte DFB-Kapitänin Giulia Gwinn von rechts kommend eine Flanke in den Fünfmeterraum, die HSV-Keeperin Lea Paulick unglücklich über die Finger rutschte, sodass am langen Pfosten FCB-Stürmerin Edna Imade als Nutznießerin zum 1:0 einköpfen konnte (6.). In der Folge behielt der Gast aus der bayerischen Landeshauptstadt zwar weitgehend Ball- und Spielkontrolle, arbeitete sich zunächst aber keine weiteren nennenswerten Torchancen heraus. Und das lag vor allem auch am Abwehrverbund der HSV-Frauen, die in einer 4-5-1-Grundordnung gegen den Ball leidenschaftlich verteidigten und immer wieder die Räume eng machten.
Nach rund 30 Spielminuten musste Brancao erstmals wechseln: Verletzungsbedingt verließ Mittelstürmerin Camilla Linberg das Feld, fortan agierte Melanie Krüger als einzige HSV-Spitze. Im Anschluss kamen die HSV-Frauen zu Entlastungsangriffen. Eine gute Kontersituation ließen sie noch ungenutzt, ehe Lotta Wrede in den Nachwehen eines Eckballs von der Strafraumgrenze aus ihr Herz in die Hand nahm, doch ihr Schuss blieb in der vielbeinigen FCB-Abwehr hängen (32.). Noch binnen einer Zeigerumdrehung kamen auch die Gäste zum nächsten Abschluss: Barbara Dunst tankte sich über die linke Seite durch und versuchte es per Aufsetzer aufs kurze Eck. Doch Paulick war hellwach und hielt den auf nassem Geläuf nicht leicht zu parierenden Ball sogar fest. Auch bei der nächsten brenzligen Szene hatte die Schlussfrau der Rothosen entscheidend ihre Finger im Spiel, parierte infolge eines Eckballs einen wuchtigen Harder-Kopfball (40.). So ging es mit dem 0:1 aus Sicht der HSV-Frauen in die Pause.

... und leidenschaftlicher Kampf
Personell unverändert kamen beide Teams aus der Pause. Die Bayern begannen schwungvoll und blieben kombinationssicher. Zunächst faustete Paulick einen Gwinn-Freistoß aus der Gefahrenzone, dann hatten die Rothosen Glück, dass nach einem klaren Treffer von Mirzaliyeva an die Hacke von Dunst im Strafraum die Pfeife von Schiedsrichterin Schwermer stumm blieb und es keinen Strafstoß gab (50.). Zum Stundenschlag nahm Brancao einen Dreifachwechsel vor und brachte mit Jonna Wrede, Mia Büchele und Christin Meyer drei frische Kräfte. Unmittelbar im Anschluss daran sorgte Außenverteidigerin Magou Doucoure mit einem beherzten Distanzschuss aus mehr als 25 Metern für „Ohs und Ahs“ im Rund, verpasste rechtsseitig aber um einen halben Meter (64.). Nachdem es auch Mikolajova aus der Ferne versucht hatte und der HSV im Kommen schien, schlugen die FCB-Frauen ein zweites Mal zu: Nach Vorlage von Pernille Harder ließ Arianna Caruso mit Auge für die durchstartende Franziska Kett den Ball durch, die per Flachschuss aus elf Metern Paulick überwand – das 2:0 in der 66. Minute.
Wenig später hatte Linda Dallmann infolge eines Eckballs am langen Pfosten das 3:0 auf dem Fuß, konnte den nicht leicht zu verwertenden Ball aber nicht im HSV-Gehäuse unterbringen. So blieb das Spiel zunächst weiter offen, und der HSV kam fast zum Anschlusstreffer: Die ebenfalls eingewechselte Brunnthaler brach über die rechte Seite durch und bediente im Strafraum flach Meyer, die per Hackenabnahme ihre Meisterin in FCB-Keeperin Ena Mahmutovic fand (82.). Statt einer spannenden Schlussphase machte das Team von Trainer Jose Antonio Barcala Garcia mit einem sehenswerten Treffer den Deckel drauf. Eine Weltklasse-Vorarbeit seitens Dallmann brachte Natalia Padilla-Bidas in der 88. Minute im HSV-Tor unter – das 3:0 und zugleich der Endstand. Die HSV-Frauen scheiden somit aus dem DFB-Pokal aus, können angesichts eines ordentlichen Auftritts gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner aber erhobenen Hauptes das Spielfeld verlassen.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Paulick – Doucoure, Stoldt, Böhler, Mirzaliyeva (62. J. Wrede) – Schulz – Mikolajova (74. Brunnthaler), Machtens (62. Büchele) , Bartz, L. Wrede (62. Meyer) – Linberg (27. Krüger)
FC Bayern München: Mahmutovic – Gwinn, Gilles, Pedersen, Kett – Stanway, Caruso (87. Portella) – Dallmann, Harder (77. Padilla-Bidas), Dunst (62. Simon) – Imade (62. Amani)
Tore: 0:1 Imade (6.), 0:2 Klett (66.), 0:3 Padilla-Bidas (88.)
Zuschauer: 12.638
Schiedsrichterin: Miriam Schwermer (Rieder)
Gelbe Karten: Schulz / Dunst, Gilles, Padilla-Bidas
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
