
Spielbericht
12.04.26
0:4 – HSV chancenlos beim VfB Stuttgart
Am 29. Spieltag muss sich der HSV dem Champions-League-Anwärter und amtierenden Pokalsieger klar geschlagen geben. Stiller, Führich, Mittelstädt und El Khannouss treffen für spielfreudige Schwaben.
Der Hamburger SV hat am Sonntag (12. April) sein Auswärtsspiel des 29. Bundesliga-Spieltags beim VfB Stuttgart mit 0:4 (0:2) verloren. Vor 60.000 Zuschauern in der ausverkauften MHP Arena waren die Stuttgarter von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft, gingen durch Angelo Stiller (21.) in Führung und erhöhten noch vor dem Pausenpfiff durch Chris Führich (32.) auf 2:0. Auch nach dem Seitenwechsel blieb der VfB tonangebend und legte mit weiteren Treffern durch Maximilian Mittelstädt (56.) und Bilal El Khannouss (86.) nach, während HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes zahlreiche Chancen vereitelte. Für den personell um mehrere Leistungsträger geschwächten HSV steht damit eine verdiente Niederlage gegen einen sehr stark aufspielenden Kontrahenten zu Buche.

Spielstarke Schwaben mit dem Doppelschlag ...
Im Vergleich zum 1:1 gegen den FC Augsburg nahm Coach Polzin gleich fünf Wechsel in der Startelf vor: Elfadli, Grönbaek, Remberg, Balde und Philippe starteten anstelle von Vuskovic (Knieprellung), Sambi Lokonga (Oberschenkelprobleme), Muheim (Rotsperre), Glatzel und Otele (zunächst beide auf der Bank). Zu Spielbeginn waren die Rothosen gegen balldominante Schwaben zunächst überwiegend in der Defensive gefordert, verteidigten in einer 5-3-2-Grundordnung mehrere Flanken- und Eckbälle erfolgreich weg, ohne nennenswerte Torchancen zuzulassen. Der HSV meldete sich erstmals nach 15 Minuten mit einer Beinah-Kopie des Hinrunden-Siegtreffers offensiv an, spielte eine Drei-gegen-zwei-Überzahlsituation aber unzureichend aus, da Balde beim Abschluss deutlich verzog. Kurze Zeit später klärte Hendriks bei einem gefährlichen Steckpass entscheidend vor Vieira (17.).
Eben jener Hendriks initiierte per Flachpass durchs Zentrum den nächsten Vorstoß der Hausherren, den Stiller in der 22. Minute nach schnellem wie perfektem Kombinationsspiel über Undav und Leweling vom Elfmeterpunkt zum 1:0 vollendete. Die Rothosen, bis hierhin gut im Spiel gegen den Ball und auf Umschaltaktionen lauernd, ließen sich trotz des verdienten Rückstandes nicht in ihrem Matchplan beirren. Im Gegenteil: Vieira und Königsdörffer schalteten nach einem Ballverlust von Hendriks zielstrebig um, sodass Letztgenannter aus spitzem Winkel Nübel zur Parade zwang (28.). Im Gegenzug leisteten sich auch die Hamburger einen Fehler im Spielaufbau, und diesen wussten die Schwaben über Vorlagengeber Demirovic und Vollstrecker Führich erneut eiskalt zu nutzen – das 2:0 in der 32. Minute. Auch bei den nächsten drei gefährlichen VfB-Abschlüssen hatten der gebürtige Hamburger und der schnelle Linksaußen ihre Füße im Spiel, wurden jedoch ebenso wie Undav (44.) bei ihren Abschlüssen von Omari sowie Torunarigha entscheidend geblockt. So blieb es nur beim 0:2-Pausenstand aus HSV-Sicht.

… und zu viel Dominanz
Personell unverändert starteten beide Teams in die zweiten 45 Minuten. Demirovic gehörte in den Nachwehen eines Eckballs dabei aus kurzer Distanz der erste Abschluss, den Heuer Fernandes aber aufnehmen konnte (48.). Beim nächsten Standard, einem direkt ausgeführten Führich-Freistoß aus spitzem Winkel, musste der HSV-Keeper nicht eingreifen (50.), ehe er kurz darauf im Duell mit Mittelstädt im bedrohten kurzen Eck wieder stark parierte (51.). Der VfB kam nun zu Chancen im Minutentakt, doch auch Undav (53.) und Führich (55.) fanden ihren Meister in Heuer Fernandes. Dieser war in der 56. Minute bei einem Distanzschuss von Mittelstädt machtlos, da Torunarigha unhaltbar ins kurze Eck abfälschte – das 3:0 für den VfB, nachdem Philippe zuvor mit einem Kopfball aufs Tordach für leichte Entlastung gesorgt hatte (54.).
Das nächste Privatduell zwischen Mittelstädt und Heuer Fernandes entschied der Deutsch-Portugiese wieder für sich, fingerte einen Freistoß per Glanzparade an den Querbalken. Auch fortlaufend blieb „Ferro“ im Fokus, indem er die nächste Chance gegen Führich (62.) vereitelte, ehe Demirovic ihn vermeintlich zum 4:0 überwand, das Tor aber wegen Abseits durch den VAR einkassiert wurde (67.). Im Anschluss daran plätscherte die Partie zunächst etwas dahin und wurde dann völlig kurios: Heuer Fernandes parierte einen wuchtigen Undav-Abschluss und sah den Nachschuss von El Khannouss an den Pfosten gehen. Anschließend gerieten Undav und Capaldo nach einem Tackling aneinander und sahen jeweils Gelb. Doch die gesamte Szene war obsolet, da weit zuvor Tomas im Strafraum gefoult worden war und Referee Jablonski nach VAR-Eingriff auf Strafstoß korrigierte: Ausgerechnet Undav, zuvor Aggressor der Szene und zudem mit seiner fünften Gelben Karte belegt, trat an und jagte die Kugel klar über das Tor. Bei der nächsten brenzligen Szene war der HSV dann wieder im Pech: Einen Fernschuss von El Khannouss machte Omari unfreiwillig scharf – das zweite abgefälschte Tor für den VfB und zugleich der 4:0-Endstand.
Das Spiel im Stenogramm:
VfB Stuttgart: Nübel – Assignon (88. Vagnoman), Hendriks, Chabot, Mittelstädt – Stiller, Chema (70. Nartey) – Leweling, Undav (88. Arevalo), Führich (70. El Khannouss) – Demirovic (69. Tomas)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Omari, Torunarigha, Elfadli (72. Capaldo) – Mikelbrencis, Grönbaek (60. Stange), Remberg, Balde (72. Gocholeishvili) – Fabio Vieira – Königsdörffer, Philippe (60. Glatzel)
Tore: 1:0 Stiller (21.), 2:0 Führich (32.), 3:0 Mittelstädt (56.), 4:0 El Khannouss (86.)
Zuschauer: 60.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Gelbe Karten: Chema, Undav / Capaldo
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
