
HSV-Frauen
15.03.26
1:1 – HSV-Frauen holen gegen Jena in Unterzahl einen Punkt
Nach frühem Rückstand und langer Unterzahl erkämpften sich die HSV-Frauen beim FC Carl Zeiss Jena ein 1:1-Unentschieden. Vor 4.125 Zuschauern glich Paulina Bartz noch vor der Pause aus und sicherte den Rothosen damit einen Punkt.
Nach dem Pokalausscheiden gegen Bayern München (0:3) am Mittwochabend hatten die Rothosen nur wenige Tage Zeit, um sich auf das wichtige Duell gegen den FC Carl Zeiss Jena vorzubereiten.
Trainerin Liese Brancao nahm im Vergleich zum Pokalspiel drei personelle Änderungen in der Startelf vor: Für Nigar Mirzaliyeva, Victoria Schulz und Maria Mikolajova rückten Jonna Wrede, Melanie Brunnthaler und Sophie Hillebrand ins Team. Auch Camilla Linberg konnte nach ihrer gesundheitlich bedingten frühen Auswechslung gegen die Bayern wieder von Beginn an auflaufen.
Doch es waren die Gastgeberinnen, die mit einem Blitzstart das erste Ausrufezeichen der Partie setzten: Nach einem schnellen Konter über Isabella Jaron und Melina Reuter blockte die HSV-Abwehr zunächst noch den Abschluss der Jenaerinnen. Im anschließenden Durcheinander eroberte Olivia Alcaide den Ball jedoch zurück und traf aus kurzer Distanz bereits in der zweiten Minute zum 1:0.
Nach dem frühen Schock für die Hamburgerinnen beruhigte sich die Partie zunächst etwas und war von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld geprägt. Das Team von Florian Kästner lauerte auf hohe Ballgewinne und setzte die Hamburger Defensive immer wieder unter Druck. In der 12. Minute rettete HSV-Keeperin Lea Paulick mit den Fingerspitzen: Melina Reuter hatte aus rund 18 Metern abgezogen, ihr Abschluss landete jedoch am Querbalken.
Nach einer turbulenten Anfangsphase fanden die Rothosen zunehmend besser ins Spiel und brachten mehr Ruhe in ihr Aufbauspiel. In der 16. Minute kam die Brancao-Elf folgerichtig zur ersten großen Chance. Toma Ihlenburg foulte Pauline Bartz. Den folgenden Freistoß brachte Camilla Linberg zunächst nicht präzise genug ins Zentrum, doch Hamburg blieb in Ballbesitz. Jonna Wrede flankte anschließend erneut in den Strafraum. Sophie Hillebrand verpasste zwar per Kopf, doch hinter ihr stand Bartz goldrichtig und traf zum 1:1-Ausgleich.
Beflügelt vom Treffer übernahmen die Rothosen zunehmend die Kontrolle über das Spiel und wurden auch offensiv gefährlicher. Nach einem hohen Ballgewinn von Linberg spielte diese auf Hillebrand durch, deren Flanke im Rückraum Lotta Wrede fand. Deren Abschluss war jedoch nicht platziert genug, sodass Jena-Schlussfrau Jasmin Janning den Ball im Nachfassen sichern konnte. Kurz darauf suchte Linberg selbst den Abschluss aus der Distanz und stellte Janning erneut auf die Probe.
Gegen Ende der ersten Halbzeit entwickelte sich die Partie zu dem erwarteten offenen Schlagabtausch, ohne dass sich jedoch zwingende Torchancen auf beiden Seiten ergaben.
Erst in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs bot sich den Hamburgerinnen noch einmal die Gelegenheit zur Führung: Wredes Distanzschuss lenkte Janning gerade noch an die Latte. So ging es mit einem Remis in die Kabine.
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst ein ähnliches Bild. In der 56. Minute sorgte erneut Lotta Wrede für die erste gute Offensivaktion der Hamburgerinnen. Die 17-Jährige setzte sich auf ihrer Seite gegen gleich drei Gegenspielerinnen durch, ihr Abschluss landete jedoch in den Armen von FCC-Keeperin Janning. Im direkten Gegenzug kamen die Jenaerinnen durch einen schnellen Vorstoß gefährlich in die gegnerische Hälfte. Annaleen Böhler brachte die Angreiferin kurz vor der Strafraumkante zu Fall – Schiedsrichterin Selina Menzel zückte folgerichtig die rote Karte. Den anschließenden Freistoß setzte Jena-Angreiferin Jaron knapp über das Tor von Lea Paulick.
Trotz der Überzahl setzten die Gastgeberinnen weiterhin auf ihr schnelles Konterspiel und setzten die Defensive der Rothosen immer wieder unter Druck. Den Hamburgerinnen gelang es nur noch selten, für offensive Entlastung zu sorgen.
Allerdings kam auch Jena kaum noch zu zwingenden Chancen. In der Schlussphase versuchte es die eingewechselte Noemi Gentile noch einmal per Freistoß, doch die Variante in den Rückraum landete deutlich über dem Tor.
In der Nachspielzeit warfen beide Teams noch einmal alles nach vorne. Christin Meyer hatte eine Minute vor dem Ende sogar noch die Chance auf den Lucky Punch. Die eingewechselte Hamburger Angreiferin entschied sich jedoch gegen den Querpass auf ihre Mitspielerin und setzte den Ball aus rund 30 Metern über das Jenaer Tor.
So blieb es vor der Jenaer Rekordkulisse von 4.125 Zuschauern am Ende beim 1:1-Unentschieden.
FCC Jena: Janning – Bonsu, Sträßer, Ihlenburg, Juckel (67. Börner), Julevic (58. Jeske), Mühlemann (46. Andersson), Tietz (58. Schenk), Reuter (76. Gentile), Jaron, Alcaide
HSV-Frauen: Paulick – Doucoure, Stoldt, Böhler, J. Wrede (83. Mirzaliyeva), Machtens (61. Mikolajova), Bartz (61. Schulz), L.Wrede (83. Meyer), Hillebrand, Linberg (61. Büchele), Brunnthaler
Tore: 1:0 Jaron (2.), Bartz 1:1 (17.)
Gelbe Karten: Juckel (16.), Mühlemann (34.), Julevic (53.), Bonsu (90.), Jaron (90+5) / Machtens (32.), Linberg (40.)
Rote Karten: Böhler (57.)
Zuschauer: 4.125
