
Spielbericht
25.04.26
1:2 – HSV unterliegt der TSG Hoffenheim
Im Topspiel des 31. Bundesliga-Spieltags erzielten Asllani (19.) und Lemperle (45.) die Treffer für die Gäste. Glatzel (34.) hatte per Foulelfmeter den zwischenzeitlichen Ausgleich markiert.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (25. April) sein Heimspiel im Rahmen des 31. Bundesliga-Spieltags gegen die TSG Hoffenheim mit 1:2 (1:2) verloren. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion starteten die Rothosen forsch und mit Drang nach vorn, gerieten nach einem Treffer von Asllani (19.) aber etwas überraschend mit 0:1 in Rückstand. Diesen egalisierte Glatzel 15 Minuten später per Foulelfmeter zum verdienten 1:1-Ausgleich (34.), ehe Lemperle kurz vor dem Pausenpfiff zur erneuten Führung für die Gäste traf (45.). Nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Teams zunächst weiter mit offenem Visier und kamen jeweils zu Abschlüssen, ehe sich mit zunehmender Spieldauer ein Abnutzungskampf zwischen den Strafräumen entwickelte. Jatta hatte dabei noch die beste Chance auf den Ausgleich, verpasste aber per Kopf das Gehäuse, sodass es bei einer knappen 1:2-Niederlage blieb.

Erst offener Schlagabtausch …
Im Vergleich zur 1:3-Niederlage beim SV Werder Bremen veränderte Cheftrainer Polzin seine Anfangsformation gezwungenermaßen auf einer Position: Anstelle des verletzten Muheim startete Jatta. Und dieser hatte nach nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen die erste Abschlussmöglichkeit, schoss von der Strafraumgrenze aber deutlich über das Tor. Wenig später sorgten Königsdörffer und Vieira für die nächsten Torannäherungen, doch während die scharfe Hereingabe des Mittelstürmers im Zentrum keinen Abnehmer fand, wurde der wuchtige Torschuss des Zehners von Kabak geblockt. Das Volksparkstadion, heute durch die Fans weitgehend in den rot-weißen Stadtfarben Hamburgs gefärbt, war durch diesen beherzten Start stimmungsmäßig gleich mächtig abgeholt. Die Gäste aus dem Kraichgau kamen ihrerseits vor allem über die rechte Angriffsseite und in Person von Lemperle und Asllani zu ersten Halbchancen. In der 19. Minute vollendeten die Hoffenheimer dann eiskalt über eben jene Seite: Nach einer sehenswerten Vorarbeit von Coufal, der den Ball aus der Luft noch von der Seitenlinie kratzte und mustergültig ins Zentrum flankte, vollendete Asllani per Direktabnahme trocken zum 1:0.
Die Hamburger ließen sich durch diesen plötzlichen Rückstand nicht von ihrem Weg abbringen, Grönbaek brachte nach Doppelpass mit Vieira per Aufsetzer sofort den nächsten Schuss aufs Tor, den TSG-Keeper Baumann aber entschärfen konnte (23.). Anschließend neutralisierten sich beide Teams zunächst zwischen den Strafräumen, ehe ein Rückpass von Kabak auf Baumann viel zu kurz geriet – Glatzel preschte gedankenschnell dazwischen und anschließend allein aufs Tor zu. Im Eins-gegen-eins umkurvte er Baumann und wurde anschließend vom Nationalkeeper von den Beinen geholt – Referee Schröder zeigte auf den Punkt und dem Schlussmann Gelb. Der gefoulte Glatzel trat selbst an und versenkte in die Mitte – das 1:1! Fast postwendend kamen die Hoffenheimer zur erneuten Führung, doch Heuer Fernandes kratzte den Kopfball Kabaks per Glanzparade von der Linie (36.). Erneut im Gegenzug konterten die Rothosen in Person von Fabio Vieira, der den Ball im gegnerischen Strafraum aber nicht entscheidend scharf machen konnte. Die Partie hatte sich längst zu einem offenen, bisweilen wilden Schlagabtausch entwickelt, in dem beide Teams die Ordnung im Mittelfeld über Bord warfen, und die Hoffenheimer kurz vor dem Pausenpfiff nochmals trafen: Lemperle drückte per Grätsche eine Kopfballvorlage von Hajdari am langen Pfosten über die Linie (45.). Mit dem 1:2 aus Sicht der Hamburger ging es in die Pause.

… und dann intensiver Fight bis zum Schluss
Aus dieser kamen die Rothosen personell unverändert und mit Wut im Bauch: Königsdörffer drosch ein Vieira-Zuspiel aus halbrechter Position im Strafraum per Drehschuss knapp rechts neben das Tor (48.). Auch die Gäste meldeten sich zeitnah vor dem gegnerischen Tor an: Hajdari setzte mit einem Steilpass Asllani in Szene, der im Eins-gegen-eins mit Heuer Fernandes noch entscheidend bedrängt wurde (52.). Auch wenig später war der HSV-Keeper auf seinem Posten, parierte einen wuchtigen Toure-Kopfball erfolgreich zur Seite ab (54.). Wie bereits zum Ende des ersten Durchgangs wogte das Spiel weiter hin und her, da die Hamburger über Vieira, Capaldo und Königsdörffer postwendend zum Konter ansetzten: Letztgenannter kam dabei aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, doch sein Schuss wurde im letzten Moment geblockt (56.). Die Kraichgauer generierten daraufhin ihrerseits wieder Halbchancen, die der HSV-Abwehrverbund um Chef Torunarigha souverän klärte.
Anschließend ebbte die Partie etwas ab, ehe der HSV per Standardsituation die XXL-Chance auf das 2:2 bekam: Eine kurz ausgeführte Ecke servierte Fabio Vieira punktgenau gen zweiten Pfosten, wo Jatta völlig freistehend aus sechs Metern über das Tor köpfte (75.). Es war zugleich die letzte Aktion des Gambiers, der im Zuge eines Doppelwechsels gemeinsam mit Mikelbrencis für Sambi Lokonga und Gocholeishvili weichen musste. Weitere Torchancen waren hüben wie drüben in der zweiten Hälfte des zweiten Durchgangs aber Mangelware, da beide Mannschaften ihren intensiven Angriffsbemühungen Tribut zollen mussten. Stattdessen entstand ein intensiver Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen und Foulspielen. Coach Polzin ging kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit dann „all in“, brachte mit Downs und Philippe zwei weitere Stürmer für die Schlussminuten, doch der Lucky Punch blieb leider aus. Der HSV verbleibt damit vorerst auf Rang 14, während Hoffenheim auf Platz 4 springt.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Torunarigha, Omari (88. Downs)– Jatta (75. Gocholeishvili), Remberg, Grönbaek (88. Philippe), Mikelbrencis (75. Sambi Lokonga) – Fabio Vieira – Glatzel (64. Stange), Königsdörffer
TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Hranac (46. Bernardo), Kabak, Hajdari – Avdullahu – Coufal, Kramaric, Burger – Asllani (64. Prömel), Lemperle (85. Moerstedt), Toure (85. Campbell)
Tore: 0:1 Asllani (19.), 1:1 Glatzel (34./FE), 1:2 Lemperle (45.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Gelbe Karten: Remberg, Sambi Lokonga / Hranac, Baumann, Prömel, Burger
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
