
Spielbericht
01.03.26
1:2 – HSV unterliegt RB Leipzig
Nach der Führung durch Fabio Vieira (22.) drehten die Gäste in Person von Romulo (36.) und Diomande (50.) die Partie. Heuer Fernandes parierte zudem einen Handelfmeter (62.).
Der Hamburger SV hat am Sonntagabend (1. März) sein Heimspiel zum Abschluss des 24. Bundesliga-Spieltags mit 1:2 (1:1) gegen RB Leipzig verloren. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion begegneten sich beide Teams von Beginn an mit offenem Visier sowie Chancen und Toren auf beiden Seiten: Nach einem Konter markierte Fabio Vieira in der 22. Minute zunächst die 1:0-Führung, ehe Romelu per Hacke in der 36. Minute zum 1:1-Pausenstand ausglich. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel trafen die Gäste erneut, erzielten durch Diomande in der 50. Minute das 2:1. Wenig später parierte Heuer Fernandes zwar einen Strafstoß gegen Romulo (62.), doch der HSV kam nicht mehr ins Spiel zurück und musste die erste Rückrunden-Niederlage nach zuvor sechs ungeschlagenen Spielen in Serie hinnehmen.

Offener Schlagabtausch …
Im Vergleich zum 1:1-Remis in Mainz veränderte Cheftrainer Merlin Polzin die Startelf auf drei Positionen: Anstelle von Warmed Omari, dem kurzfristig erkrankten Bakery Jatta und Robert Glatzel erhielten Luka Vuskovic nach abgesessener Gelbsperre sowie William Mikelbrencis und Damion Downs den Vorzug. Und Letztgenannter bereitete prompt den ersten Torschuss vor, indem er ein Vieira-Zuspiel an der Strafraumgrenze für Ransford Königsdörffer tropfen ließ, dessen Distanzschuss rechts am Kasten vorbeizischte (4.). Auf der Gegenseite verzeichneten auch die spielstarken Sachsen ihren ersten Abschluss, als Romulo per Flachschuss aus 16 Metern aber zu zentral abschloss (8.). Wenig später stand erneut Downs im Zentrum des Geschehens: Der Winterzugang wurde von Vuskovic mit einem Flugball in Szene gesetzt, fand dann im Strafraum mit seinem wuchtigen Abschluss aufs lange Eck seinen Meister in RBL-Keeper Maarten Vandevoordt. Erneut im Gegenzug verpassten Romulo und Christoph Baumgartner jeweils um eine Fußspitze im Fünfmeterraum den Führungstreffer, nachdem Ridle Baku über die rechte Seite durchgebrochen war und den Ball scharf in die Mitte gespielt hatte. Nach rund 20 Minuten waren Polzin und sein Trainerstab zum ersten Wechsel gezwungen: Kapitän Nicolas Capaldo konnte verletzungsbedingt nicht weiter mitwirken, für ihn kam Omari ins Spiel, Muheim übernahm die Spielführerbinde.
Der frühe Wechsel brachte die Rothosen allerdings nicht aus dem Konzept – im Gegenteil: In der 22. Minute eroberte Vieira auf Höhe des Anstoßkreises den Ball, und der HSV konterte über die halbrechte Bahn über Königsdörffer und Mikelbrencis, der an der Grundlinie angekommen perfekt auf den Elfmeterpunkt zurücklegte, wo Initiator Vieira eiskalt per Flachschuss in die Maschen einschob – 1:0! Der nicht unverdiente Führungstreffer – zugleich das zehnte HSV-Kontertor der Saison – brachte auch den gewohnt stimmungsvollen Volkspark noch einmal auf ein anderes Lautstärkelevel. Mit diesem Support im Rücken überstanden die Rothosen zunächst Halbchancen durch Baumgartner und Yan Diomande, ehe die Leipziger in der 36. Minute per Traumtor ausglichen: Baku legte per Kopf in den Fünfmeterraum ab, wo Romulo mit dem Rücken zum Tor per Hacke ins Eck verwandelte – leider sehenswert und das 1:1. Erneut zeigten sich die Hamburger von diesem Rückschlag unbeeindruckt, kamen mit einem tückischen Aufsetzer durch Downs aus der zweiten Reihe zur nächsten Torchance, die Vandevoordt mit einer Parade zunichtemachte (38.). Anschließend zogen die Gäste ein Powerplay auf, in dem Heuer Fernandes einen Romulo-Kopfball entschärfte und sein Team so mit dem 1:1 in die Pause rettete.

… und einseitiges Ende
Personell unverändert kamen beide Teams aus der Pause, und mit etwas Verspätung belohnten sich die Leipziger in der 50. Minute dann doch mit dem Führungstreffer: Romulo nahm einen Fehlpass der Hamburger im Spielaufbau auf und bediente nach kurzem Kombinationsspiel im Strafraum Diomande. Der Shootingstar der Gäste bugsierte die Kugel im Getümmel und mit etwas Glück aus kurzer Distanz unhaltbar zum 2:1 ins Tor. Und dieses Mal waren die Hamburger und der Volkspark auch im Hinblick auf das Momentum getroffen. RB Leipzig behielt mit der ersten Führung nach einem Rückstand in dieser Saison immer selbstsicherer die Spielkontrolle und bekam nach einem Handspiel Rembergs infolge eines Eckballs einen Elfmeter zugesprochen. Heuer Fernandes – mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert des Volksparks im Rücken – parierte diesen stark gegen Romulo, der flach und wuchtig die rechte untere Ecke anvisiert hatte (62.).
Wenig später reagierte Polzin mit einem mutigen Wechsel, warf mit Yussuf Poulsen, Jean-Luc Dompe und Albert Sambi Lokonga gleich drei frische Kräfte hinein. Einzig das Momentum wollte trotz gehaltenen Elfmeters und der Wechselspielchen nicht kippen. Und die Leipziger hatten den nächsten Treffer auf dem Fuß, als der eingewechselte Banzuzi nach einem Konter vom Elfmeterpunkt aus exzellenter Einschussposition das Spielgerät über das HSV-Gehäuse jagte (75.). Kurze Zeit später ließ Banzuzi nach mustergültigem Zuspiel von Diomande den nächsten Hochkaräter liegen, da Omari im letzten Moment seinen Schuss vom Fünfmeterraumeck noch zu blocken wusste. Die Hamburger, bis hierhin ohne Torschuss, schmissen in den Schlussminuten und der sechsminütigen Nachspielzeit noch einmal alles nach vorn, brachten personell Stürmer Rayan Philippe in die Partie sowie Abwehrchef Luka Vuskovic als kopfballstarken Akteur in den Sturm. Doch auch das Prinzip Brechstange führte nicht zum Erfolg, sodass am Ende eine ärgerliche, aber unterm Strich leistungsgerechte 1:2-Niederlage stand.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo (20. Omari) , L. Vuskovic, Torunarigha – Mikelbrencis, Vieira (87. Philippe), Remberg, Muheim – Königsdörffer (67. Sambi Lokonga), Downs (67. Poulsen), Otele (67. Dompe)
RB Leipzig: Vandevoordt – Baku, Orban, Lukeba, Raum – Gruda (72. Banzuzi), Seiwald, Baumgartner – Diomande (90.+1 Henrichs), Romulo (90.+5 Harder), Nusa (72. Gomis)
Tore: 1:0 Vieira (22), 1:1 Romulo (36.), 1:2 Diomande (50.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Gelbe Karten: Otele, Muheim, Poulsen / Orban, Romulo
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
