
Spielbericht
10.01.26
1:2 – HSV verliert Jahresauftakt beim SC Freiburg
Am 16. Spieltag müssen sich die Rothosen dem SC Freiburg geschlagen geben. Nach HSV-Führung durch Luka Vuskovic erzielen Vincenzo Grifo per Foulelfmeter und Igor Matanovic die Gegentreffer.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (10. Januar) im Zuge des 16. Bundesliga-Spieltags sein Auswärtsspiel beim SC Freiburg mit 1:2 (0:0) verloren. Vor 34.700 Zuschauern im ausverkauften Europa-Park Stadion begann der HSV zurückhaltend und musste dem Gastgeber in der ersten Hälfte weite Teile des Spiels überlassen. Torhüter Daniel Heuer Fernandes hielt seine Mannschaft dabei mehrfach im Spiel, sodass es mit einem 0:0 in die Pause ging. Unmittelbar nach Wiederanpfiff brachte Luka Vuskovic den HSV per Kopf nach einer Ecke von Miro Muheim in Führung (48.). Kurz darauf sah Daniel Elfadli nach einem Foul im Strafraum die Gelb-Rote Karte, und Vicenzo Grifo verwandelte den fälligen Elfmeter zum 1:1 (53.). In Unterzahl hielt der HSV weiter mit großer Moral und leidenschaftlichem Kampf dagegen, doch in der 83. Minute erzielte der eingewechselte Igor Matanovic den 2:1-Siegtreffer für den SC Freiburg.

HSV mit anfänglichen Problemen...
Im ersten Spiel des neuen Jahres veränderte Cheftrainer Polzin seine Startformation zum vergangenen Spiel auf vier Positionen: Für Mikelbrencis, Philippe, Königsdörffer und Balde begannen Jatta, Vieira, Dompe und Downs die Partie. Letzterer war erst in der vergangenen Woche als erster Winter-Neuzugang nach Hamburg gekommen und feierte im heutigen Spiel sein Bundesliga-Debüt für die Rothosen. Die Anfangsphase der Partie gehörte den Gastgebern, die bereits in der 7. Minute erstmals für Gefahr sorgten. Eine Flanke von Ginter aus dem rechten Halbfeld fand im Zentrum keinen Abnehmer und strich am Tor vorbei. Freiburg blieb am Drücker und kam nur zwei Minuten später zur nächsten Gelegenheit: Suzuki flankte in den Lauf von Kübler, der aus sechs Metern zum Abschluss kam, jedoch nur die Latte traf. Hamburgs Schlussmann Heuer Fernandes stand in dieser Phase im Mittelpunkt des Geschehens: In der 14. Minute parierte er einen ungenauen Distanzschuss von Suzuki und sicherte den Ball im Nachfassen. Fünf Minuten später war er erneut gefordert, als Treu den Ball auf den startenden Höler steckte, der im Eins-gegen-eins am Hamburger Torhüter scheiterte. Auch die nächste Großchance ging auf das Konto der Gastgeber, die mit Ginter in der 23. Minute erneut aufs Hamburger Tor pressten. Dieser setzte sich über die linke Seite durch, drang bis in den Fünfmeterraum vor und behauptete den Ball gegen Hamburgs Innenverteidiger Vuskovic. Höler nahm den Ball mit dem Außenrist, scheiterte aber erneut an Heuer Fernandes.
Nach einer kurzen Behandlungspause des Hamburger Torhüters rund um die 30. Minute fanden die Rothosen allmählich besser ins Spiel und verlagerten die Partie vermehrt in die Freiburger Hälfte. In der 38. Minute gelang ihnen der erste vielversprechende Konter, eingeleitet von Sambi Lokonga, der Neuzugang Downs auf die Reise schickte. Downs konnte den Ball nicht entscheidend verarbeiten und scheiterte am herauskommenden Atubolu (Foto). Der HSV zeigte sich nun mutiger und kam kurz vor dem Pausenpfiff zu weiteren gefährlichen Offensivaktionen. Fabio Vieira bediente zunächst den startenden Capaldo, der am Außennetz scheiterte. Wenige Augenblicke später prüfte der Portugiese selbst mit einem wuchtigen direkten Freistoß den Freiburger Schlussmann, der per Flugeinlage abwehren konnte.

...und leidenschaftlichem Fight
Die Elf von Coach Polzin kehrte personell unverändert aus der Kabine zurück und ging unmittelbar nach Wiederanpfiff in Führung. Eine von Muheim präzise getretene Ecke fand den Kopf von Vuskovic, der den Ball in Richtung Tor beförderte. Zwar versuchte Höler auf der Linie noch zu klären, doch der Ball war vollumfänglich über derselbigen, sodass der Treffer zählte - das 1:0! Für Vuskovic war es das dritte Saisontor und zugleich das erste Hamburger Tor nach einer Ecke in dieser Spielzeit. Der Jubel der Rothosen währte jedoch nur kurz und Freiburg schlug eiskalt zurück: Nach einem schnellen Konter der Gastgeber wurde der in den Strafraum laufende Höler von Elfadli zu Fall gebracht. Schiedsrichter Gerach entschied umgehend auf Elfmeter. Die Situation kam für die Hamburger besonders dicke, denn Verursacher Elfadli sah nach seiner bereits vorhandenen Gelben Karte nun die Ampelkarte und musste den Platz verlassen. Freiburgs Rekord-Torschütze Grifo trat zum Elfmeter an und verwandelte diesen eiskalt zum 1:1-Ausgleich. Nach den hitzigen Minuten beruhigte sich die Partie etwas und Polzin reagierte auf die Unterzahl mit einigen Wechseln.
Trotz Unterzahl kämpften die Hamburger leidenschaftlich und kamen in der 82. Minute mit einer erneuten Chance noch einmal gefährlich vor das gegnerische Tor. Kapitän Capaldo eroberte den Ball in der eigenen Hälfte und beförderte ihn in die gegnerische, indem er ihn auf Rössing-Lelesiit durchsteckte. Dieser leitete weiter auf Muheim, dessen Flachschuss jedoch am Freiburger Keeper scheiterte. Im direkten Gegenzug trafen dann die Freiburger zum zweiten Mal ins Schwarze - und das in der Entstehung äußerst umstritten. Nach einem hart geführten Zweikampf zwischen Manzambi und Torunarigha landete der Ball beim eingewechselten Beste, der auf den ebenfalls eingewechselten Matanovic durchsteckte. Der gebürtige Hamburger lenkte den Ball per Direktabnahme unter die Latte und traf zur 2:1-Führung (Foto). Ein äußerst bitterer Rückschlag für die Rothosen, die auch in Unterzahl und Rückstand weiter Druck machten und die Gastgeber sogar forderten. Letztendlich reichten aber ein leidenschatlicher Kampf und auch die elfminütige Nachspielzeit nicht aus, um noch den Ausgleich zu erzielen. Und dieser wäre aufgrund einer großartigen Moral, die der HSV im Breisgau bewies, durchaus verdient gewesen.
Das Spiel im Stenogramm:
SC Freiburg: Atubolu – Kübler, Ginter, Lienhart (46. Jung), Günter – M. Eggestein, Manzambi (90.+4 Höfler), Treu (79. Beste), Y. Suzuki, Grifo (65. Osterhage) - Höler (65. Matanovic)
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, Vuskovic, Elfadli – Jatta (80. Gocholeishvili), Sambi Lokonga (90.+2 Königsdörffer), Remberg, Muheim – Vieira (79. Ramos), Downs (78. Rössing-Lelesiit), Dompe (57. Torunarigha)
Tore: 0:1 Vuskovic (48.), 1:1 Grifo (53./FE), 2:1 Matanovic (83.)
Zuschauer: 34.700 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau-Queichheim)
Gelbe Karten: Treu, Lienhart, Osterhage / Elfadli, Vuskovic, Heuer Fernandes, Polzin, Rössing-Lelesiit
Gelb-Rote Karten: - / Elfadli
Rote Karten: - / -
