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Spielbericht

30.10.20

2:2 - Remis im Hamburger Stadtderby

Der HSV und der FC St. Pauli trennen sich im Hamburg-internen Duell leistungsgerecht 2:2. Simon Terodde per Doppelpack sowie Rodrigo Zalazar und Simon Makeniok erzielten die Tore.

Der Hamburger SV und der FC St. Pauli haben sich am Freitagabend (30. Oktober) im Stadtderby mit 2:2 getrennt. Vor 1.000 zugelassenen Zuschauern im  Volksparkstadion waren die Rothosen früh durch Simon Terodde in Führung gegangen (12.), musste aber in der 35. Minute den Ausgleich durch Rodrigo Zalazar verdauen. Und als sich im zweiten Abschnitt alle Beteiligten schon mit diesem 1:1 arrangierten, da klingelte es in der Schlussphase plötzlich innerhalb von zwei Minuten nochmal doppelt: Erneut Terodde konnte das 1:2 durch Simon Makeniok ausgleichen (82., 84). Somit endete das 104. Stadtderby trotz eines spielerischen Übergwichts des HSV in Halbzeit zwei mit einem insgesamt leistungsgerechten 2:2-Unentschieden.

Frühe Führung...

HSV-Trainer Daniel Thioune ließ sein Team in einem variablen 3-4-3-System antreten, in dem Onana für Kittel in die Startelf rückte und das Duo Leibold/Vagnoman die dynamischen Außenbahnen besetzte. Und über die besagten Außen - in diesem Fall über die rechte Seite - fiel dann auch die schnelle Führung für den HSV, als Stoßstürmer Terodde eine wunderbare Vorarbeit Vagnomans zum 1:0 einköpfte (12.). Bis dahin allerdings war der FC St. Pauli das auffälligere und torgefährlichere Team gewesen.

Gleich zweimal hatte St. Paulis klassischer Mittelstürmer Makeniok ein frühes Ausrufezeichen gesetzt, sein Pendant Terodde sich auf der anderen Seite des Spielfelds aber effektiver gezeigt. So führten die Rothosen früh - und strahlten mit diesem Spielstand im Rücken nun auch mehr Präsenz und Kontrolle aus. Um ein Haar hätte Terodde sogar direkt den zweiten Treffer folgen lassen, scheiterte aber am Pfosten (19.). Damit hätte das Spiel eine deutlichere Richtung einschlagen können, so aber blieb es eine offene Partie. Und in der bewiesen die Gäste mit dem kurzen Anfahrtsweg zum wiederholten Male in dieser Saison ihre großen Comeback-Qualitäten - und glichen noch vor dem Pausenpfiff durch einen Distanzschuss von Zalazar aus (35.). Damit war die Partie zum Ende der ersten Hälfte wieder auf Null gestellt, was angesichts der gleichmäßig verteilten Ballbesitz- und Zweikampfwerte durchaus gerechtfertigt war.

 

... und später Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Hausherrn dann als das aktivere Team. Viel Ballbesitz, reichlich gute Offensivaktionen und auch einige Abschlüsse verbuchten Hunt & Co., doch Zählbares sprang dabei nicht heraus, so dass es eng und spannend blieb. Zumal der Nachbar nicht lockerließ und sich speziell im Umschaltspiel immer wieder schnell und gefährlich präsentierte. Doch dann im weiteren Verlauf schien es, als würden sich beide Teams mehr und mehr mit dem einen Punkt anfreunden.

Die Beine waren schwer geworden nach großem Einsatz auf dem vom Dauerregen aufgeweichten Rasen, nach vielen Kilometern und unzähligen Zweikämpfen. Aber dann bekam die Partie doch noch ihren großen Schlussakt, als sich binnen zwei Minuten auf beiden Seiten plötzlich Himmel und Hölle die Klinke in die Hand gaben. Denn St. Pauli nutzte eine der wenigen Chancen im zweiten Abschnitt zum etwas überraschenden 2:1 und schnupperte am Derbysieg - allerdings nur 95 Sekunden lang. Dann nämlich wendete Terodde mit seinem vierten Doppelpack der Saison die Niederlage ab, sicherte zumindest das 2:2 und damit einen Punkt, den sich der HSV mindestens verdient hatte. Denn beide Mannschaften hatten ihre Phasen und Glanzlichter und kamen jeweils nach Rückständen stark zurück. Das Remis im Hamburg-internen Duell geht somit insgesamt in Ordnung.

Das Spiel im Stenogramm:

Hamburger SV: Ulreich - Gyamerah, Ambrosius, Heyer - Vagnoman (78. Wood), Hunt (70. Dudziak), Onana (87. Gjasula), Leibold - Narey (70. Kinsombi), Terodde, Wintzheimer (70. Kittel)

FC St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson, Knoll, Buballa - Zander (74. Lankford), Becker (87. Lawrence), Benatelli, Zalazar (70. Avevor), Dittgen (70. Daschner) - Makienok (87. Flach), Kyereh

Tore: 1:0 Terodde (12.), 1:1 Zalazar (35.), 1:2 Makienok (82.), 2:2 Terodde (84.)

Zuschauer: 1.000

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Gelbe Karten: Kittel (71.) / Dittgen (56.)

Gelb-Rote Karten: - / -

Rote Karten: - / -

Das Spiel im Zeitraffer:

Min.

6.

FCSP-Chance: Zalazar bringt die Kugel vom rechten Flügel scharf in den Sechzehner, wo Ambrosius im Fallen noch mit dem Bein an den Ball kommt. Sein Klärungsversuch landet allerdings direkt vor den Füßen von Angreifer Makienok, der mit rechts aus rund 18 Metern abschließt - knapp am linken Pfosten vorbei. Puh!

12.

1:0! TORODDE netzt: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schickt Gyamerah Vagnoman, der auf dem rechten Flügel gestartet ist und viel Grün vor sich hat. Mit einer Körpertäuschung lässt er den herangeeilten Dittgen an der Sechzehnerkante aussteigen und flankt scharf in Richtung des langen Pfostens. Dort steht Terodde zum Einnicken bereit und lässt Himmelmann keine Chance. Jawoll!

19.

Erneut Hamburg: Hunt schlägt eine Ecke von der rechten Seite kurz an die Fünfmeterkante, wo Terodde aus spitzem Winkel zum Kopfball kommt. Sein Versuch klatscht mit viel Wucht gegen den rechten Pfosten und von dort aus der Gefahrenzone. Da hätte Himmelmann keine Chance gehabt...

35.

1:1! Kiezkicker gleichen aus: Nach einem Zander-Zuspiel vom rechten Flügel zieht Makienok im Elfmeterraum drei HSV-Verteidiger auf sich und legt noch einmal zurück auf den komplett freistehenden Zalazar. Dieser zieht aus rund 20 Metern und zentraler Position mit dem rechten Vollspann ab und versenkt die Kugel für Ulreich unhaltbar unten links im Kasten der Rothosen. Das darf doch nicht wahr sein!

39.

Jetzt wieder der HSV: Eine HSV-Ecke von der linken Seite wird von den Kiezkickern im Fünfmeterraum unfreiwillig an den langen Pfosten verlängert. Dort lauert Wintzheimer, der allerdings nicht genug Kraft hinter seinen Kopfball bekommt, so dass Himmelmann die Kugel festhalten kann. Schade!

48.

HSV-Gelegenheit: Hunt schlägt eine Flanke von der rechten Seite ins Zentrum, wo Zander den Ball zunächst klären kann. Der zweite Ball landet im Rückraum bei Leibold, der aus etwa 25 Metern direkt abzieht. Sein Schuss wird im Strafraum noch gefährlich abgefälscht, so dass die Kugel nur wenige Zentimeter neben dem rechten Pfosten ins Toraus fliegt. Das war knapp!

54.

FCSP-Abschluss: Becker dribbelt sich in der Hälfte der Rothosen an einigen Gegenspielern vorbei bis an die Strafraumkante. Dort angekommen fasst sich der St. Paulianer ein Herz und versucht die Kugel mit seinem linken Fuß im HSV-Kasten unterzubringen. Die Rechnung hat er allerdings ohne Schlussmann Ulreich gemacht, der sich streckt und den Ball wegfausten kann. Stark, Ulle!

60.

Rothosen-Standard: Narey bringt die Kugel bei einer Freistoßvariante aus dem linken Halbfeld in den Sechzehner, wo Buballa zunächst mit der Hacke in den Rückraum klären kann. Dort lauert Leibold und zieht ab. Im Fünfer versucht Terodde den Ball noch gegen den Lauf von Himmelmann ins Tor abzufälschen, schickt die Kugel damit aber nur schräg über den Kasten. Schade!

82.

1:2! St. Pauli-Führung: Im Zusammenspiel setzen sich Daschner und Kyereh am Strafraumrand durch und können auf den in den Strafraum gelaufenen Makienok durchstecken. Der macht sich ganz lang und kann den Ball mit der Pike glücklich unter Ulreich hindurch im Tor versenken. Bitter...

84.

2:2! Direkte Antwort: Im eigenen Spielaufbau sieht Onana Dudziak an der Sechzehnerkante, der per Kopf direkt ablegt auf den mitgelaufenen Terodde. Dieser nimmt den Ball kurz mit und schiebt dann in bewährter Manier kaltschnäuzig unten rechts ein. Jaaaaa!

Hamburger SV

Statistik zum Spiel

FC St. Pauli

17

Torschüsse

13

55%

Ballaktionen in %

45%

51%

Zweikampfquote

49%

85%

Passquote

79%

11

Ecken

2

19

Flanken

9

2

Abseits

O

10

Fouls

15

Terodde 5

Torschüsse

3 Makienok*

Hunt* 3

Torschussvorlagen

3 Kyereh*

Ambrosius* 85

Ballaktionen

60 Becker

Vagnoman 80%

Zweikampfquote

92% Ohlsson

Vagnoman 5

Flanken

5 Zander

*Mehrere Spieler mit dem gleichen Wert