
Spielbericht
14.02.26
3:2 – Heimsieg gegen Union Berlin im 1887. Bundesliga-Spiel
In einer besonderen Partie am 22. Bundesliga-Spieltag holen die Rothosen gegen den 1. FC Union Berlin einen Heimsieg. Beim 3:2 trafen Ransford Königsdörffer doppelt und Nicolas Capaldo für den HSV, während Leopold Querfeld und Andrej Ilic die Torschützen für die Gäste waren.
Der Hamburger SV hat am Sonnabend (14. Februar) in seinem 1887. Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte einen 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Union Berlin eingefahren. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion waren die Rothosen in ihrem Jubiläum über weite Strecken der Partie die spielbestimmende Mannschaft. Nachdem Leopold Querfeld per Strafstoß die Gäste überraschend in Führung gebracht hatte (28. Minute), leitete Ransford Königsdörffer mit seinem Ausgleich in der 35. Minute die Wende ein. Nicolas Capaldo (45.+2) erhöhte noch vor der Pause, ehe erneut Königsdörffer kurz vor Schluss (82.) die vorzeitige Entscheidung brachte. Der Anschlusstreffer von Andrej Ilic für die Hauptstädter kam zu spät (89.).

Königsdörffer leitet Wende ein …
Im Vergleich zum 2:0-Auswärtssieg beim 1. FC Heidenheim veränderte Coach Merlin Polzin seine Startelf auf drei Positionen: Für Daniel Elfadli und die angeschlagenen Albert Sambi Lokonga und Warmed Omari rückten Jordan Torunarigha, Nicolas Capaldo und Robert Glatzel in die Anfangsformation. Die Rothosen starteten kontrolliert in die Partie und tauchten zu Beginn gleich mehrfach vor dem gegnerischen Tor von Frederik Rönnow auf. Allerdings wurden Bakery Jatta, Ransford Königsdörffer (beide 3. Minute) und Luka Vuskovic (4.) jeweils bei Abschlüssen aus kurzer Distanz entscheidend gestört. Danach wurde es das erwartete Geduldsspiel, von dem HSV-Co-Trainer Loic Fave in der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie gesprochen hatte.
Der HSV hatte in den ersten 20 Minuten fast 70 Prozent Ballbesitz und war bemüht, gegen tiefstehende Gäste sich Chancen herauszuspielen. Fabio Vieira etwa wagte einen Fernschuss aus halblinker Position, der flach am rechten Pfosten vorbeiging (12.). Die Berliner fanden kaum in der HSV-Hälfte statt, bis Capaldo im eigenen Strafraum Andrej Ilic foulte und Schiedsrichter Florian Badstübner Elfmeter anzeigte. Leopold Querfeld verwandelte anschließend rechts unten zur 1:0-Führung für Union (28.). Die Rothosen blieben gelassen – und reagierten prompt: Vieira trieb den Ball im Zentrum nach vorn und nahm Glatzel mit, der Königsdörffer rechts im Strafraum in Szene setzte. Die Nummer 11 zielte souverän ins lange Eck und traf zum 1:1-Ausgleich (35.). Kurz vor dem Pausenpfiff ging es Schlag auf Schlag: Erst wurde es hinten brenzlig, als Daniel Heuer Fernandes sich außerhalb seines Strafraums verschätzte und Ilic nur noch das leere Tor vor sich hatte, aber in höchster Not entscheidend von Torunarigha unter Druck gesetzt wurde und links daneben zielte (45.+2). Im Gegenzug flankte Miro Muheim aus dem linken Halbfeld in den Berliner Sechzehner, wo Jatta auf Capaldo ablegte und die Nummer 24 aus kurzer Distanz die verdiente 2:1-Führung für den HSV erzielte (45.+2). Mit diesem Zwischenergebnis ging es wenig später in die Halbzeitpause.

... und bringt die Entscheidung
Personell unverändert auf beiden Seiten, aber mit einem Dämpfer für den HSV ging es in den zweiten Durchgang, weil Vuskovic für ein Einsteigen gegen Ilyas Ansah seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison sah und damit im Auswärtsspiel in Mainz am kommenden Freitag aussetzen muss. Die Rothosen spielten sich in der gegnerische Hälfte fest, bis Vieira auf Höhe der Strafraumgrenze auf Königsdörffer durchsteckte und der Stürmer beinahe ein weiteres Mal traf (58.). Auf der Gegenseite hielt Heuer Fernandes zwei unplatzierte Kopfbälle von Ilic (63./68.) und der eingewechselte Tim Skarke verzog aus aussichtsreicher Position deutlich (64.). Zudem setzte der gebürtige Hamburger Derrick Köhn einen Freistoß von halbrechts an die Latte (71.). Kurz darauf feierte HSV-Kapitän Yussuf Poulsen nach zwei Monaten sein Comeback nach seiner Sprunggelenksverletzung und auch der zuletzt suspendierte Jean-Luc Dompe wurde für die Schlussphase eingewechselt (72.).
Diese läutete der Franzose mit einem Abschluss von der linken Seite mit seinem starken rechten Fuß selbst ein, nachdem Remberg Rönnow zu einem Fehlpassen gezwungen hatte (80.). Kurz darauf wurde es im Volksparkstadion laut, als Königsdörffer mit seinem Tor zum 3:1 die vorzeitige Entscheidung brachte (82.). Über die Stationen Capaldo und Giorgi Gocholeishvili landete der Ball bei der Nummer 11, der an Querfeld vorbeilegte und im Eins-gegen-eins mit Rönnow eiskalt unten links traf. Die Hauptstädter verkürzten sieben Zeigerumdrehungen später noch einmal, als Ilic im Zentrum nach einer Flanke des eingewechselten Oliver Burke per Kopf traf. Am Ende holte der HSV die drei Punkte in seinem 1887. Bundesliga-Spiel.
Das Spiel im Stenogramm:
Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo (87. Elfadli) , L. Vuskovic, Torunarigha – Jatta (74. Gocholeishvili), Vieira, Remberg, Muheim – Königsdörffer (87. Mikelbrencis), Glatzel (72. Poulsen), Otele (72. Dompe)
1. FC Union Berlin: Rönnow – Trimmel, Doekhi, Querfeld, N’Soki (83. Burke), Köhn – Khedira (75. Kral), Kemlein (83. Schäfer) – Jeong (61. Burcu) – Ilic, Ansah (61. Skarke)
Tore: 1:0 Querfeld (28./FE), 1:1 Königsdörffer (35.), 2:1 Capaldo (45.+2), 3:1 Königsdörffer (82.), 3:2 Ilic (89.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)
Gelbe Karten: Vuskovic, Mikelbrencis / -
Gelb-Rote Karten: - / -
Rote Karten: - / -
