
HSV-Frauen
15.02.26
4:0 - HSV-Frauen mit Statement-Sieg in Hoffenheim
Die HSV-Frauen haben ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf gesetzt: Beim Top-Team aus Hoffenheim siegten die Rothosen hochverdient mit 4:0. Camilla Linberg leitete mit ihrem Doppelpack den Auswärtssieg ein, Lotta Wrede und Sophie Hillebrand erzielten die weiteren Treffer für die Hamburgerinnen.
Die HSV-Frauen haben am Sonntagabend im Zuge des 18. Spieltags der Frauen-Bundesliga ihr Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim klar mit 4:0 (2:0) gewonnen.
Die 625 Fans im Dietmar-Hopp-Stadion sahen eine engagierte Anfangsphase der Hamburgerinnen, die sich mit großer Leidenschaft gegen die spielerisch überlegenen Hoffenheimerinnen stemmten. Bereits in der achten Minute stellte Chiara Hahn HSV-Keeperin Lea Paulick erstmals auf die Probe, doch die 26-Jährige faustete den Ball souverän aus der Gefahrenzone.
Offensiv konnten die Rothosen in der Anfangsviertelstunde zunächst nur wenige Akzente setzen. So war es folgerichtig ein Standard, der in der 17. Minute die erste große Möglichkeit brachte. Nachdem Melanie Brunnthaler von Vanessa Diehm nur per Foul gestoppt werden konnte, legte sich Camilla Linberg den Ball an der Strafraumkante zurecht. Der Winter-Neuzugang bewies Mut, zog den Freistoß an der Mauer vorbei ins rechte Eck – TSG-Keeperin Laura Dick streckte sich vergeblich. Die Führung für Hamburg.
Der Treffer zeigte Wirkung. Die Hamburgerinnen agierten nun deutlich selbstbewusster und mutiger nach vorn und stellten die Gastgeberinnen vor neue Herausforderungen. In der 29. Minute wurde Sophie Hillebrand mit einem langen Ball auf die Reise geschickt. Die Österreicherin wurde jedoch im letzten Moment entscheidend gestört, sodass ihr Abschluss letztlich in den Armen von Dick landete.
Nur vier Minuten später durften die mitgereisten HSV-Fans erneut jubeln: Nach einer sehenswerten Kombination über Brunnthaler und Doucouré steckte die gebürtige Französin den Ball mustergültig auf Hillebrand durch. Diese brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Camilla Linberg goldrichtig stand, die Hereingabe kontrollierte und eiskalt an Dick vorbei zum 2:0 einschob.
Die erneute Führung verlieh den HSVerinnen zusätzliches Selbstvertrauen, während sich bei Hoffenheim zunehmend Fehler im Aufbauspiel einschlichen. Kurz vor der Pause bot sich der Mannschaft von Liese Brancao sogar die Chance auf das dritte Tor: Lotta Wrede schickte erneut Hillebrand, die Dick umkurvte, dann jedoch entscheidend abgedrängt wurde. Aus spitzem Winkel fand ihre Hereingabe keine Abnehmerin. Auch Wrede selbst, Brunnthaler und Paulina Bartz kamen in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch zu vielversprechenden Abschlüssen – es blieb jedoch bei der verdienten 2:0-Pausenführung.
Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Hamburgerinnen das aktivere und zielstrebigere Team. In der 51. Minute brachte die starke Linberg einen Eckball zwar etwas zu kurz vors Tor, doch Hillebrand reagierte gedankenschnell, setzte nach und eroberte den Ball im Strafraum zurück. Ihr Rückpass fand erneut Linberg, die aus spitzem Winkel abzog – TSG-Keeperin Dick konnte den Ball jedoch noch am kurzen Pfosten vorbeilenken.
Nur drei Minuten später folgte die verdiente Belohnung für den engagierten Auftritt der Rothosen: Linberg gewann den Ball tief in der eigenen Hälfte und spielte sofort auf Brunnthaler. Diese behauptete sich stark gegen gleich drei Hoffenheimerinnen und legte im richtigen Moment auf die mitgelaufene Lotta Wrede ab. Die 17-Jährige blieb eiskalt und schob den Ball an ihrer Gegenspielerin vorbei durch die Beine von Dick zum 3:0 ins Netz.
Mit der komfortablen Führung übernahmen die Hamburgerinnen endgültig die Kontrolle und ließen die Gastgeberinnen kaum noch zur Entfaltung kommen. In der 57. Minute rundete ein weiterer Moment den gelungenen Auswärtsauftritt der Brancao-Elf ab: Michela Croatto feierte nach langer Verletzungspause ihr Pflichtspiel-Debüt für die Rothosen.
Doch damit nicht genug: Die HSVerinnen spielten weiter nach vorn. Sophie Hillebrand krönte ihre starke Leistung schließlich in der 70. Minute mit dem vierten Treffer. Nach Vorarbeit von Brunnthaler lupfte die 24-Jährige den Ball aus spitzem Winkel über die herausgeeilte Dick hinweg. Die Torhüterin war zwar noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte das 4:0 jedoch nicht mehr verhindern.
Auch in der Schlussphase ließ Hamburg nichts mehr anbrennen. Nach einem couragierten und spielerisch überzeugenden Auftritt in Sinsheim feierte das Team um Kapitänin Pauline Machtens den zweiten Auswärtssieg der Saison gegen den Tabellendritten aus Hoffenheim – und geht nun mit viel Rückenwind ins Nordderby gegen Werder Bremen am kommenden Sonnabend.
TSG Hoffenheim: Dick - Doorn, Diehm, Byrnak (71. Grabowska), Kaut (58. Grimm), Harsch, Hahn (84. Rankin), Ampporter, Gloning (84. Bitzer), Cerci, van Dijk (71. Alp)
HSV-Frauen: Paulick - J. Wrede 58. Croatto), Stoldt, Böhler, Doucoure, Machtens, Bartz, L.Wrede (90+3 Büchele), Linberg (71. Mikolajova), Hillebrand, Brunnthaler
Tore: 0:1 Linberg (18.), 0:2 Linberg (33.), L. Wrede (54.), Hillebrand (69.)
