
Vorbericht
23.01.26
Alles bereit für das 113. Hamburger Stadtderby
Der Hamburger SV will am Freitagabend zum Start des 19. Bundesliga-Spieltags beim Stadtnachbarn am Millerntor zeigen, welche Schritte das Team seit dem Hinrundenspiel gegangen ist.
Es gibt diese Spiele, die losgelöst von Tabellensituation, Zeitpunkt und Vorgeschichte immer besonders sind und immer besonders bleiben werden: die sogenannten Derbys. Stadtderbys sind in dieser Kategorie noch einmal gesondert hervorzuheben. „Stadtduelle finden in Deutschland nicht allzu häufig statt – in dieser Bundesliga-Saison nur hier bei uns in Hamburg. Das ist per se etwas sehr Spezielles“, erklärte HSV-Trainer Merlin Polzin im Vorfeld des 113. Hamburger Stadderbys zwischen dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV, das am Freitagabend um 20.30 Uhr (ab 20.15 Uhr live im HSVnetradio) zum Start des 19. Bundesliga-Spieltags angepfiffen wird.
„Jeder weiß, dass am Freitagabend Derby-Zeit ist – unabhängig davon, ob man einem der beiden Vereine die Daumen drückt“, weiß Polzin als gebürtiger Hamburger nur zu gut, dass diese Paarung das Gesprächsthema der Stadt ist. Doch auch über die Stadtgrenzen hinaus wird Fußball-Deutschland ganz genau ans Millerntor blicken, wenn der HSV als Tabellen-14. beim Bundesliga-Schlusslicht zu Gast ist und sich nach ordentlichen Leistungen zum Jahresstart in Freiburg (1:2) und gegen Borussia Mönchengladbach (0:0) dieses Mal mit einem Dreier belohnen möchte. Darauf haben sich die Rothosen unter der Woche akribisch und vor allem inhaltlich vorbereitet. „Wir brauchen einen klaren Kopf und dürfen uns nicht von Dingen leiten lassen, die wir nicht beeinflussen können“, betonte Polzin vor dem Match, wohl wissend, dass das Hinrundenspiel (0:2) und die Tabellenkonstellation – mit einem Sieg würde man den Stadtnachbarn auf acht Zähler distanzieren – zusätzliche Motivation bieten.
„Genau wie gegen Gladbach fordern wir für das Spiel am Freitagabend ein, dass man sieht, welche Schritte wir gegangen sind. Denn im Hinspiel hatten wir nach der Zeit des Umbruchs mit vielen Zu- und Abgängen im Sommer noch nicht die Mannschaft auf dem Platz, die dieses Mal auflaufen wird. Dieses Mal ist es eine andere HSV-Mannschaft.“ Wie dieses Team personell am Spieltag aussehen wird und wie die Lage am Millerntor ist, verrät der „Spieltag kompakt“.

Das Personal
Zum Abschlusstraining am Donnerstag (22. Januar) konnte HSV-Coach Polzin personell mit einer Ausnahme aus dem Vollen schöpfen. Einzig Kapitän Yussuf Poulsen, der derzeit an einer Sprunggelenksverletzung laboriert, stand nicht zur Verfügung. Ansonsten mischten alle Rothosen auf dem Trainingsplatz eifrig mit und brennen auf einen Einsatz im Stadtderby – darunter auch Defensiv-Allrounder Daniel Elfadli und Mittelfeldspieler Sambi Lokonga. Erstgenannter fehlte am vergangenen Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach (0:0) aufgrund seiner Gelb-Roten Karte aus dem Freiburg-Spiel (1:2) gesperrt, Zweitgenannter wegen eines Schlags auf die Wade, den er zuvor im Training erlitten hatte. Beide Akteure könnten zurück ins HSV-Aufgebot kehren. Zu diesem möchte auch Schlussmann Sander Tangvik (Foto), der unter der Woche als zweiter Winter-Neuzugang vorgestellt wurde, erstmals gehören.

Der Gegner
Der FC St. Pauli setzte zum Start in seine zweite Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg im Jahr 2024 gleich mehrere Duftmarken: Dem 3:3-Remis zum Auftakt gegen Borussia Dortmund ließen die Kiezkicker Siege gegen den HSV (2:0) und den FC Augsburg (2:1) folgen, sodass man sich nach dem 3. Spieltag auf Rang vier wiederfand. Die große Offensivschwäche aus der Vorsaison, als man mit 28 Treffern den harmlosesten Angriff der Bundesliga stellte, schien bei sieben geschossenen Toren und angesichts der vielversprechenden Ansätze der Offensivverstärkungen Andreas Hountondji (zuvor FC Burnley) und Mathias Pereira Lage (Stade Brest) abgelegt zu sein. Doch dann kassierten die Braun-Weißen neun Niederlagen in Serie, in denen vor allem die sonst so stabile Defensive – ein Markenzeichen der Vorsaison – gehörig ins Wackeln geriet. Vor dem Jahreswechsel stabilisierte sich der FC St. Pauli mit zwei Remis und einem Sieg gegen Heidenheim wieder leicht, ehe zum Start ins Jahr 2026 zwei – in ihrer Entstehung höchst ärgerliche – Niederlagen folgten.
Aktuell ist der FC St. Pauli das Schlusslicht der Liga und erzielt erneut die wenigsten Tore aller Bundesligisten – 16 insgesamt. Auch die weiteren Offensivwerte sprechen nicht für die Elf von Cheftrainer Alexander Blessin, der im Stadtderby auf Hountondji (Haarriss im Sprunggelenk) und Connor Metcalfe (Knieprobleme) verzichten muss, während Jackson Irvine und Danel Sinani in den Kader zurückkehren könnten. Der 52-jährige Schwabe sieht seine Mannschaft trotz der jüngsten Last-Minute-Niederlage in Dortmund (2:3) gut gewappnet. „Wir hatten nicht die Zeit, um lange zu hadern. Es ist eine kurze Woche. Wir haben die positiven Dinge aus dem Spiel in Dortmund mitgenommen, die uns für das Derby helfen“, so Blessin. „Wir alle wissen, wie wichtig das Spiel ist. Deshalb ging der Kopf nach der Niederlage in Dortmund wieder hoch. Es ist das nächste Highlight-Spiel, und wir freuen uns darauf.“

Das Stadionerlebnis
Die Heimbilanz im 30.000 Zuschauer fassenden Millerntor-Stadion war für den FC St. Pauli bereits in der Aufstiegssaison ausbaufähig. In der Fremde (18) holten die Kiezkicker mehr Zähler als daheim (14) und schossen vor heimischem Anhang lediglich zehn Bundesliga-Tore. Dieser Trend setzt sich in der laufenden Spielzeit bislang fort: So stehen erst sieben Heimzähler auf dem Konto, was Platz 17 in der Heimtabelle bedeutet. Fairerweise sei zu betonen, dass die Kiezkicker aufgrund des Spielplans und des Nachholspiels gegen RB Leipzig auch die wenigsten Heimspiele (sieben) aller Bundesligisten absolvierten. Dennoch machte der Kiezclub unter der Woche im Zusammenhang mit dem Stadtderby auf seine „Festung Millerntor“ aufmerksam, in der in der 2. Liga der eine oder andere Erfolg gegen den HSV gelungen war.
„Wir wissen um die letzten Spiele, die am Millerntor im Hinblick auf die Punkte und teilweise auch auf die Leistung nicht zufriedenstellend waren“, weiß auch Merlin Polzin. Zugleich ist der gebürtige Hamburger mit einer „guten HSV-Kurve“ im Rücken gewillt, eine neue Geschichte auf St. Pauli zu schreiben: „Wir sind uns als Trainerteam gemeinsam mit der Mannschaft seit Wochenbeginn darüber im Klaren, wie wir spielen wollen und worauf es zu achten gilt. Wir sind voller Power, Energie und vor allem der Überzeugung, dass wir einen richtig coolen Freitagabend erleben.“ So sei es!
Der Spieltag beim HSV
Das Stadtderby beim FC St. Pauli wird im Zuge des "Flutlicht-Freitags" live auf Sky übertragen, darüber hinaus seien euch aber selbstverständlich auch die weiteren verschiedenen und vielfältigen HSV-Kanäle ans Herz gelegt, auf denen ihr die Partie ebenfalls live verfolgen könnt.
HSVnetradio – Mit viel Fachkompetenz, einer Prise Humor und natürlich blau-weiß-schwarzer Brille ist das HSVnetradio live vor Ort für euch dabei, begleitet für euch das Spielgeschehen und bringt euch die Partie nach Hause oder unterwegs auf euer Smartphone. Oder auch auf den Alexa-Sprachassistenten, denn der Stream ist auch über unseren HSV-Alexa-Stream abrufbar. Einfach "Alexa öffne HSV" bei den Amazon Sprachassistenten sagen und los geht's!
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