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08.02.26
Bruno Labbadia: 60 Jahre Fußball-Leidenschaft
Einmal Spieler, zweimal Trainer: Der gebürtige Darmstädter Bruno Labbadia hinterließ mehrfach Spuren beim HSV und lernte in dieser Zeit die Hansestadt schätzen und lieben. Heute feiert der Wahlhamburger seinen 60. Geburtstag, zu dem der HSV sehr herzlich gratuliert.
Wer Bruno Labbadia als Spieler erlebt hat, der hat auf dem Platz vor allem eines gesehen: 100 Prozent Hingabe und Leidenschaft. Der gebürtige Darmstädter, der als Sohn italienischer Gastarbeiter als eines von neun Kindern in einfachen Verhältnissen aufwuchs, lebte als Fußballer von seinem großen Kämpferherz, weniger von seinem schieren Talent. Der quirlige, nimmermüde Angreifer begann seine Profikarriere im Jahr 1984 in seiner Geburtsstadt Darmstadt, schoss in 105 Zweitliga-Partien 43 Tore für die Lilien und empfahl sich bald für höhere Aufgaben. Zur Saison 1987/88 folgte der Wechsel in die Bundesliga, genauer gesagt zum Hamburger SV. Jenem Club, zu dem Labbadia später zwei weitere Male zurückkehren sollte. Sein sportlicher Stern ging dann bei seiner zweiten Bundesliga-Station beim 1. FC Kaiserslautern (1989–1991) so richtig auf, als er mit den Roten Teufeln Deutscher Pokalsieger (1990) und Deutscher Meister (1991) wurde.

Nimmermüder Torjäger
Letzteren Erfolg wiederholte der Mittelstürmer im Jahr 1994 mit dem FC Bayern München (1991–1994), ehe weitere Stationen beim 1. FC Köln, SV Werder Bremen, Arminia Bielefeld und Karlsruher SC folgten. Ein Wandervogel? Vielleicht. Ein Torjäger in allen Farben und Formen? Definitiv! Labbadia zeichnete als Spieler bei all seinen Stationen sein besonderer Torriecher aus. Nicht umsonst hält er bis heute einen exklusiven Rekord: Er ist der einzige Spieler, der sowohl in der ersten als auch in der zweiten deutschen Bundesliga jeweils mindestens 100 Treffer erzielte – um genau zu sein: 103 im Fußball-Oberhaus, 101 in der 2. Liga. Viele seiner Treffer versah Labbadia mit leidenschaftlichen Jubelgesten, darunter ein Torjubel als Sheriff mit zwei fiktiven Pistolen, der ihm vom Boulevard den Spitznamen „Pistolero“ einbrachte.
Als der Torjäger seine illustre Spielerkarriere nach fast zwei Jahrzehnten im Jahr 2003 beendet hatte, ging er nahtlos in den Trainerjob über. Ausgangspunkt: Erneut seine Geburtsstadt und der SV Darmstadt 98, mit dem er auf Anhieb in die Regionalliga aufstieg. Auch als Trainer arbeitete sich Labbadia schnell nach oben, stieg zur Saison 2007/08 bei der SpVgg Greuther Fürth zum Zweitliga-Trainer auf und gelangte über Fürth in die Bundesliga. Bei Bayer 04 Leverkusen (2008/09), dem Hamburger SV (2009/10) und dem VfB Stuttgart (2010–2013) ließ Labbadia auf höchstem Niveau erfolgreichen Fußball spielen, verpasste aber in zwei DFB-Pokal-Finals (2009 mit Leverkusen, 2013 mit Stuttgart) sowie auf internationalem Parkett (u. a. Europa-League-Halbfinale 2010 mit dem HSV) meist knapp den großen Titelgewinn.

Besonderer Retter
Mitte April 2015 kehrte Labbadia zum zweiten Mal zum HSV zurück und vollbrachte eine seiner größten Trainerleistungen: Er übernahm die Rothosen damals in einer fast aussichtslosen Situation und schaffte über das Relegationsdrama gegen den KSC die vielumjubelte Last-Minute-Rettung des Bundesliga-Dinos. Ein Husarenstück, für das der zweifache Familienvater unter anderem als „Hamburger des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Labbadias Handschrift als Trainer war ebenso von Leidenschaft als auch von Disziplin und Detailversessenheit geprägt. Nach seinem zweiten Aus beim HSV fungierte er auch beim VfL Wolfsburg (2018–2019) und Hertha BSC (2020–2021) als Retter und Stabilisator, ehe auch beim VfB Stuttgart (2022–2023) seine zweite Amtszeit folgte – zugleich sein bis dato letztes Engagement als Trainer.
Seit Jahren schon lebt der gebürtige Hesse Labbadia in seiner Wahlheimat Hamburg. Die Hansestadt hat er nicht zuletzt durch seine HSV-Zeit schätzen und lieben gelernt, ist noch immer als leidenschaftlicher Sportler ein regelmäßiger Läufer der Alsterrunde. Am heutigen Sonntag (8. Februar) erreicht der Bundesliga-Rekordhalter – neben dem besagten Torrekord kann er als Spieler und Trainer mit elf Vereinen die meisten Bundesliga-Stationen vorweisen – einen weiteren Meilenstein: Labbadia wird 60 Jahre alt. 60 Jahre, in denen er den deutschen Fußball und auch den HSV auf besondere Art und Weise geprägt hat. Der gesamte Club wünscht alles Gute zum Ehrentag!

