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16.01.26
Damion Downs: Touchdown im Volksparkstadion
Mittelstürmer Damion Downs ist das neue Gesicht im HSV-Kader. Vor seinem möglichen Debüt im Volksparkstadion spricht der 21-Jährige über seinen Start bei den Rothosen, die Entscheidung für den HSV und das Duell mit Gladbach.
Nicht rund, sondern oval war der Ball von Damion Downs in Kindheitstagen. Wurde der HSV-Neuzugang im unterfränkischem Werneck geboren, verbrachte er seine ersten Jahre aber in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Sohn einer Deutschen und eines US-Amerikaners wuchs im Bundestaat Texas auf und spielte eine Zeit lang American Football. Das Ei, wie das Spielgerät auch genannt wird, tauschte er erst durch den Fußball aus, nachdem er nach der Trennung der Eltern im Alter von sieben Jahren nach Deutschland zurückgekehrt war.
„In Unterfranken gab es kaum Möglichkeiten, American Football zu spielen. Außerdem ist der deutsche Teil meiner Familie fußballbegeistert, und über diesen Weg bin ich selbst zum Fußball gekommen. Mein älterer Halbbruder hat zum Beispiel gespielt, ich habe dann ebenfalls angefangen – und so meine Liebe zu diesem Sport entdeckt“, betont der 21-Jährige im aktuellen HSVtv-Spieltagscheck.
Downs habe nicht mehr viele Erinnerungen an die Zeit in den USA, aber die wenigen bezeichnet er als „extrem schön“. Wieder in Deutschland angekommen, musste er sich erst einmal mit der Sprache vertraut machen, konnte er sich doch nur auf Englisch verständigen. „Ich hatte Extrastunden in Deutsch, weil ich im normalen Unterricht nichts verstanden habe und es so für mich wenig Sinn ergeben hat“, sagt der Stürmer.

Seine fußballerischen Anfänge machte Downs bei der DJK Schwebenried/Schwemmelsbach. Anschließend spielte er in den Nachwuchsabteilungen des 1. FC Schweinfurt 05 und des FC Ingolstadt 04, bevor er im Sommer 2020 in den Nachwuchs des 1. FC Köln wechselte. Dort schaffte der Torjäger über die B- und A-Jugend den Sprung in die Profimannschaft, für die er im September 2023 sein Bundesliga-Debüt feierte und gegen Ende derselben Saison auch seine ersten beiden Tore in der deutschen Eliteklasse erzielte. Über eine weitere Station beim englischen Zweitligisten FC Southampton, dem sich Downs erst im vergangenen Sommer angeschlossen hatte, landete er in der aktuellen Wintertransferperiode beim HSV. Die Rothosen liehen den US-Nationalspieler (sechs Länderspiele) für den Rest der Saison 2025/26 aus.
Vorfreude aufs erste HSV-Spiel im Volksparkstadion
„Einerseits hatte ich sehr gute Gespräche mit dem Trainerteam und Claus Costa, anderseits kannte ich bereits Fabio Balde, mit dem ich mich viel ausgetauscht habe“, spricht Downs über seine Entscheidung für den Hamburger SV. Nur etwas mehr als eine Woche nach seinem Wechsel fühlt er sich bereits „sehr wohl“ in der Mannschaft: „Die Jungs sind sehr cool und ich verstehe mich mit allen gut.“ Jetzt hofft der 1,92 Meter große Hüne darauf, so viel wie möglich zu spielen. Die ersten 78 Minuten sammelte er bereits drei Tage nach seiner Verpflichtung bei der 1:2-Niederlage in Freiburg.
Gegen Bayer 04 Leverkusen hätte Downs sein Heimspiel-Debüt feiern können, doch daraus wurde aufgrund der Spielabsage nichts. Nun kann es am Sonnabend (17. Januar, Anstoß um 15.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach soweit sein. Die Fohlen sind für ihn nicht nur aufgrund seiner Kölner Vergangenheit und der Rivalität am Rhein ein besonderer Gegner. So hat Downs gegen Gladbach sein erstes Bundesliga-Tor geschossen. Beim 3:3 im Borussia-Park am 25. Spieltag der Saison 2023/24 erzielte er in der 79. Minute kurz nach seiner Einwechslung den Treffer zum späteren Endstand.
„Das Volksparkstadion mit seinen Fans ist brutal. Damals hat es sich angefühlt, als würde man gegen eine Wand spielen.“
Der Rechtsfuß kehrt fast auf den Tag genau ein Jahr nach seinem ersten und bislang einzigen Auftritt im Volksparkstadion an ebenjenen Ort zurück. Downs hatte am 18. Spieltag der Saison 2024/25 mit dem 1. FC Köln beim HSV gastiert und mit 0:1 verloren. Ransford Königsdörffer (78.) traf per Nachschuss beim Elfmeter. „Das Volksparkstadion mit seinen Fans ist brutal. Damals hat es sich angefühlt, als würde man gegen eine Wand spielen. Jetzt freue ich mich auf das Erlebnis, wenn ich dort als HSV-Spieler auflaufen und die Stimmung als Rückenwind haben kann“, sagt er.
„Ich denke, dass es ein gutes und interessantes Spiel wird. Wenn wir es schaffen, unsere Qualitäten auf den Platz zu bringen, haben wir gute Chancen, um die drei Punkte einzufahren“, blickt Downs auf die kommende Bundesliga-Partie gegen Gladbach – und seinen persönlichen Touchdown im Volksparkstadion.
Den Spieltagscheck mit Damion Downs seht ihr hier im Video.
