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Verein

03.06.26

Davidstern und Raute: Zeitzeugengespräch mit Uri Hirsch

Zusammen mit dem Zeitzeugen Uri Hirsch spricht der HSV über die Zerstörung jüdischen Lebens zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges und wie sich dadurch das Leben der Betroffenen schlagartig änderte. Die Podiumsdiskussion dient zum Austausch zwischen mehreren Generationen und zum Erinnern an das Geschehene.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Davidstern & Raute“ lädt der Hamburger SV am 16. Juni ab 19 Uhr herzlich zu einem besonderen Abend der Erinnerung, der Begegnung und des Gesprächs im Volksparkstadion ein. Mit Uri Hirsch begrüßt der Club einen Zeitzeugen, dessen Lebensgeschichte untrennbar mit Hamburg, mit der Zerstörung jüdischen Lebens in Deutschland und mit dem Neuanfang nach der Shoah verbunden ist.

Dass diese Geschichte auch eng mit der Geschichte des HSV verbunden ist, gerät heute häufig in Vergessenheit. In den 1920er-Jahren machten jüdische Mitglieder und Sportler einen wesentlichen Anteil aus. Mit der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurden auch im Verein antisemitische Ausschlüsse vollzogen und das Führerprinzip eingeführt.

Zugleich ist diese Verbindung auch räumlich sichtbar: Das Grindelviertel und der Rothenbaum, wo sich mit der „Löwenburg“ einst Vereinsheim und Geschäftsstelle des HSV befanden, waren gleichzeitig das Zentrum jüdischen Lebens in Hamburg. Die Bornplatzsynagoge, jüdische Schulen, kulturelle Einrichtungen und religiöse Institutionen prägten diesen Stadtteil über Jahrzehnte hinweg.

Aus dieser Geschichte erwächst Verantwortung. Der HSV unterstützt deshalb seit Jahren die Initiative zum Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge, die heute nicht nur für Erinnerung steht, sondern auch für die Sichtbarkeit und Zukunft jüdischen Lebens in Hamburg.

Die Veranstaltung ist dialogisch angelegt. Uri Hirsch berichtet aus seinem Leben, aus der Geschichte seiner Familie und aus seiner Perspektive auf Deutschland, Israel und die heutige Erinnerungskultur. Im anschließenden Austausch steht das Gespräch mit dem Publikum im Mittelpunkt.

Hier können sich Interessierte für die Veranstaltung anmelden.


Über Uri Hirsch

Uri Hirsch wurde 1938 im Hamburger Grindelviertel geboren, in einer Zeit, in der jüdisches Leben die Stadt kulturell, religiös und gesellschaftlich maßgeblich mitprägte. Sein Vater David Hirsch war der letzte Kantor der Bornplatzsynagoge und ein enger Weggefährte des Hamburger Oberrabbiners Joseph Carlebach.

Doch mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann auch in Hamburg die systematische Entrechtung jüdischer Bürgerinnen und Bürger. In der Reichspogromnacht wurde die Bornplatzsynagoge verwüstet und später zerstört. Uris Vater wurde von der Gestapo verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Große Teile der Familie Hirsch wurden Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.

Heute lebt Uri Hirsch in Israel. Mit 88 Jahren engagiert er sich weiterhin in der Bildungsarbeit, spricht mit Schülerinnen und Schülern über Antisemitismus, Erinnerungskultur und jüdisches Leben und berichtet unermüdlich über die Geschichte seiner Familie. Solange es ihm möglich ist, möchte er Zeugnis ablegen. Auch an dem Ort, an dem seine Geschichte begann: in Hamburg.