
Saison
07.01.26
Dennis Aogo: „Die Raute ist nach wie vor in meinem Herzen“
Dennis Aogo spielte in seiner Profikarriere sowohl für den Hamburger SV als auch für den SC Freiburg. Vor dem Bundesliga-Duell zwischen den beiden Clubs blickt der frühere Linksverteidiger zurück auf seine Zeit in den zwei Vereinen. Zudem spricht er über seine Verbundenheit zur Raute und seine aktuelle berufliche Tätigkeit.
Wenn am Sonnabend (10. Januar, Anstoß um 15.30 Uhr) der Hamburger SV beim SC Freiburg gastiert, wird Dennis Aogo ganz genau hinsehen. So spielte der 38-Jährige in seiner Profikarriere für beide Vereine. Während er für die Breisgauer 98 Einsätze absolvierte, waren es für den HSV so viele wie für keinen anderen Club – 168 an der Zahl. „Der HSV ist der Verein, zu dem ich mich am meisten emotional verbunden fühle. Dort hatte ich die beste Zeit, weil ich gestandener Bundesliga- und später Nationalspieler wurde“, sagt Aogo im Gespräch mit HSV.de.

„Der HSV ist aus emotionaler Sicht meine Nummer eins, aber mit dem Sport-Club verbinde ich eine wichtige Phase in meinem Leben, weil ich dort als Mensch geformt wurde“, erklärt Aogo, der in Freiburg den Sprung aus dem Nachwuchs zu den Profis schaffte. Im Sommer 2008 wechselte der gebürtige Karlsruher dann im Alter von 21 Jahren vom damaligen Zweitligisten zu den Rothosen. Heute sagt er, dass damit ein Traum für ihn in Erfüllung gegangen sei. „Es war ein Riesenschritt, in eine Weltstadt wie Hamburg und zu einem so großen Verein wie dem HSV zu kommen. Mein Vater war schon immer begeistert von dem Club“, so der frühere Linksverteidiger. Der Start in der Hansestadt verlief schleppend, musste er doch bis Ende Oktober auf seinen ersten Einsatz mit der Raute auf der Brust warten. Und obwohl das Spiel bei der TSG Hoffenheim am 9. Spieltag der Saison 2008/09 mit 0:3 verloren ging, misst er ihm die größte Bedeutung bei. „Mit diesem Einsatz hat alles angefangen! Ich habe zum ersten Mal meine Chance bekommen und danach nahezu immer gespielt“, sagt Aogo, der damals zur zweiten Hälfte für Collin Benjamin eingewechselt wurde.

‚Kleiner Junge‘ wird erwachsen
In fünf Jahren beim HSV absolvierte Aogo 168 Einsätze, in denen ihm drei Tore und 21 Vorlagen gelangen. Unter anderem 26-mal lief er dabei in internationalen Vereinswettbewerben auf. „Meine Zeit in Hamburg war sehr bewegend: Ich bin vom ‚kleinen Jungen‘ zum erwachsenen Menschen gereift und wir waren sportlich erfolgreich“, bilanziert er. Zudem schaffte es Aogo über den HSV in die deutsche A-Nationalmannschaft, für die zwölf Einsätze zu Buche stehen, darunter einer bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.
Auch mehr als zwölf Jahre nach seinem Abschied fühlt sich der 257-fache Bundesliga-Spieler, der nach seiner Zeit in Hamburg auch noch für Schalke 04, den VfB Stuttgart und Hannover 96 auflief und schließlich im Sommer 2020 seine Karriere beendete, eng verbunden zum HSV. „Die Raute ist nach wie vor in meinem Herzen und das wird sich in meinem Leben nicht mehr ändern“, sagt die langjährige Nummer 6 der Rothosen, die immer mal wieder nach Hamburg zurückkehrt. Zuletzt im Februar 2024 stattete er dem Volksparkstadion einen Besuch ab, als der HSV gegen Hannover 96 (3:4) spielte.

Karriere als Spielerberater
Der ehemalige Nationalspieler (zwölf Länderspiele) ist dem Fußball nach dem Ende seiner Profikarriere erhalten geblieben: Zunächst als Geschäftsführer, dann als TV-Experte und aktuell als Spielerberater mit seiner eigenen Agentur Avent Sports Management. „Die Aufgabe erfüllt mich fast so sehr wie meine Zeit als Spieler. Nichts wird jemals an das Gefühl auf dem Rasen herankommen, aber in meiner aktuellen Rolle komme ich dem sehr nah. Ich habe in meiner Zeit als Spieler genügend Erfahrungen auf und neben dem Platz gesammelt, die ich weitergeben möchte“, sagt er.
Aogo verfolgt die Entwicklungen im Fußball leidenschaftlich, weshalb er seine ehemaligen Clubs nach wie vor auf dem Schirm hat. Mit Blick auf das Duell zwischen den Rothosen und dem Sport-Club am kommenden Sonnabend legt er sich fest: „Ich drücke dem HSV die Daumen, weil er die Punkte besser gebrauchen kann. Vor allem in der ersten Saison nach dem Aufstieg.“ Sein Tipp: 3:1.
