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Spieltags-Fakten

11.03.21

Der Faktencheck zum Spitzenspiel in Bochum

Der HSV will sich in Bochum belohnen - muss das aber gegen einen starken Gegner schaffen, wie der Faktencheck zum Spitzenspiel offenbart.

#1 HSV muss sich belohnen 

Im Stadtderby (1. März, 0:1) stand das Aluminium den Rothosen gleich zweimal im Weg (Sonny Kittel und Gideon Jung scheiterten an der Latte), im Spitzenspiel gegen Holstein Kiel (1:1) am vergangenen Montag (8. März) war es dann der linke Pfosten, der den Einschlag von Josha Vagnomans Kopfball verhinderte. Außer Frage steht: Der HSV hätte - bei besserer Chancenverwertung - zuletzt deutlich häufiger jubeln können. Vor allem gegen die "Störche" mangelte es jedenfalls nicht an Hingabe und Kreativität. 18:3 Torschüsse und eine xGoals-Statistik von 2,7:0,6 spiegelen die spielerische Überlegenheit der Rautenträger deutlich wider, weisen aber auch auf eine Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag hin. Der berühmte Knoten kann im Spitzenspiel an der Castroper Straße (12. März, Anstoß: 18.30 Uhr) aber gerne platzen! 

#2 Vagnoman als Antreiber

Erstmals nach fast zwei Jahren wurde Josha Vagnoman im Topspiel gegen Holstein Kiel von Beginn an auf der linken Seite aufgeboten. Zuletzt spielte das Eigengewächs im April 2019 (0:2-Niederlage bei Union Berlin) auf der Seite, die er in der Jugend des Öfteren bekleidete. Vor allem in der U17-Bundesliga zeigte der beidfüßige Modellathlet dort seine Qualitäten und erzielte in der Saison 2016/17 satte sieben Treffer, wenn er auf der linken Bahn das Vertrauen geschenkt bekam. Auch gegen die "Störche" überzeugte der 20-Jährige mit den meisten Sprints aller Spieler (38) und vielen gewonnenen Zweikämpfen (18 von 31). Einzig die Chancenverwertung (s.o.) hinterließ einen Makel an der ansonsten einwandfreien Leistung. Da HSV-Kapitän Tim Leibold, der im Normalfall als Linksverteidiger agiert, allerdings gegen Bochum ein letztes Mal gesperrt fehlen wird, ist eine neue Chance auf Zählbares für "Josh" in Reichweite.

#3 Bochum holt zwei Punkte im Schnitt 

Vier der letzten fünf Spiele gewonnen, fünf Punkte Vorsprung auf den HSV, Tabellenplatz 1: Der VfL Bochum hat in den vergangenen Wochen nicht allzu viel verkehrt gemacht und reitet sportlich auf einer Welle des Erfolgs. Die Elf von Cheftrainer Thomas Reis hat schon 48 Zähler auf dem Konto und damit im Schnitt zwei Zähler pro Partie (24 Spieltage sind absolviert) eingefahren. In der inzwischen schon siebe Spiele andauernden Rückrunde hat der VfL 15 von 21 möglichen Punkten eingefahren (fünf Siege, zwei Niederlagen).

#4 Zulj im Zentrum des Geschehens

Der Erfolg des VfL Bochum in der laufenden Zweitliga-Saison ist eng mit seinem Namen verbunden: Robert Zulj gehört unbestritten zu den besten Akteuren in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands und hat seine Qualitäten in dieser Serie eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zwölf Tore und zehn Vorlagen sind für den Österreicher mit kroatischen Wurzeln notiert, nur HSV-Torjäger Simon Terodde hat noch mehr Scorerpunkte gesammelt (20 Tore, vier Vorlagen). Auch beim 3:1-Hinspielerfolg im Volksparkstadion schaffte es der technisch beschlagene Zehner auf die Anzeigetafel (erzielte das 1:0 per Elfmeter). Die HSV-Defensive sollte die großgewachsene (1,89 Meter) Nummer 32 der Blau-Weißen definitiv auf dem Zettel haben.

#5 Gute Bilanz in Bochum 

Das macht Mut: Von den letzten vier Gastspielen an der Castroper Straße brachte der HSV insgesamt acht Zähler zurück nach Hamburg (zwei Siege, zwei Remis). In der vergangenen Saison wurde sogar ein 0:1-Rückstand gedreht: Tim Leibold (68. Minute), Joel Pohjanpalo (74.) und Sonny Kittel (87.) krönten im Februar 2020 einen starken Schlussspurt der Rothosen. Der letzte VfL-Heimsieg liegt hingegen mehr als 13 Jahre zurück. Im August 2007 gewannen die Gastgeber mit 2:1. Für den HSV traf damals Rafael van der Vaart, Teamkollege Vincent Kompany wurde des Feldes verwiesen. Insgesamt natürlich alles Schall und Rauch, morgen geht es um drei neue und gleichzeitig sehr wichtige Punkte!