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Spieltags-Fakten

18.05.22

Der Faktencheck zur Bundesliga-Relegation

Die Relegation mit eigenen Regeln, eine verbesserungswürdige Gesamtbilanz und ganz besondere Schlüsselspieler – der Faktencheck zu den Entscheidungsspielen gegen Hertha BSC.

#1 Die Relegation hat ihre eigenen Regeln 

Seit Wiedereinführung der Relegation zur Saison 2008/09 ist der Hamburger SV nach 2014 und 2015 zum dritten Mal dabei. Die Rothosen haben dabei gute Erfahrungen im Duell zwischen dem Bundesliga-16. und dem Zweitliga-3. gemacht. Im ersten Anlauf setzten sie sich dank der Auswärtstorregel, die übrigens seit dieser Saison abgeschafft wurde, gegen die SpVgg Greuther Fürth durch (0:0 H, 1:1 A), ein Jahr später folgte das epische Comeback gegen den Karlsruher SC (1:1 H, 2:1 n.V. A). Auch Hertha BSC hat in diesem Zeitraum Relegationserfahrung gesammelt, hatte im Jahr 2012 als Bundesligist gegen Fortuna Düsseldorf (1:2 H, 2:2 A) allerdings das Nachsehen. In den 13 Duellen seit der Wiedereinführung unterlag der Erstligist übrigens nur zwei weitere Male – 2009 mit Energie Cottbus (gegen den 1. FC Nürnberg) und 2019 mit dem VfB Stuttgart (gegen Union Berlin).

#2 Ausbaufähige Gesamtbilanz

Der Hamburger SV und Hertha BSC blicken auf eine lange gemeinsame Bundesliga-Vergangenheit zurück, die insgesamt 70 Duelle beinhaltete. 30 Berliner Siege sind in diesem Kontext notiert, dazu kommen 13 Remis und 27 HSV-Erfolge. Auch im DFB-Pokal haben die Hauptstädter knapp die Nase vorn (zwei Siege in drei Spielen), dafür spricht die Bilanz im inzwischen abgeschafften DFL- bzw. DFB-Ligapokal für die Rothosen (vier Siege in fünf Vergleichen). Übrigens: Das bislang letzte Pflichtspiel zwischen den Traditionsvereinen fand im März 2018 statt. Damals verloren die Hamburger mit 1:2, rund sechs Wochen später musste der Gang in die Zweitklassigkeit angetreten werden. In der Relegation gibt es jetzt die Chance zur Rehabilitation! 

#3 Spannendes Stürmer-Duell 

Spannende Auswahl: Felix Magath kann sich in seinem favorisierten 4-2-3-1-System zwischen Ishak Belfodil (fünf Tore, drei Assists) und Stevan Jovetic (sechs Treffer, eine Vorlage) entscheiden. Egal welcher der beiden international erfahrenen Mittelstürmer (Belfodil: 19 Länderspiele für Algerien, Jovetic: 62 Auswahlspiele für Montenegro) letztendlich auflaufen wird, reichlich Qualität ist so oder so vorhanden. Das gilt aber natürlich für Robert Glatzel, der dank 22 Zweitliga-Toren (und vier Assists) mit reichlich Selbstbewusstsein in die Relegations-Spiele geht. Besonders beachtlich: Der 28-jährige Angreifer erzielte 13 seiner 22 Treffer im Kalenderjahr 2022, allein vier davon in den letzten drei Saisonspielen. Hochklassig!

#4 Meffert: Aller guten Dinge sind drei!

Über die Fairness einer Relegation wird seit jeher heiß diskutiert. Ein Spieler im aktuellen HSV-Kader kann ein Lied davon singen: Jonas Meffert nahm als Zweitliga-Dritter bereits zweimal an der Relegation teil und verpasste jeweils knapp den Sprung in die Bundesliga. 2015 war der damalige Mittelfeldspieler des KSC aufgrund seines Handspiels der tragische Held im Relegationsdrama gegen den HSV, vor einem Jahr unterlag der gebürtige Kölner dann mit Holstein Kiel (1:0 A, 1:5 H) gegen den 1. FC Köln. Wie er beide Duelle erlebte, wie ihn die Tiefschläge nur stärker machten und warum er im Hinblick auf die Relegation noch eine Rechnung offen hat, all das verriet "Meffo" übrigens ausführlich in der 19. Folge des HSV-Podcasts "Pur der HSV". Nun lautet das Motto: Aller guten Dinge sind drei!