skip_navigation

Vorbericht

20.10.18

Eine Frage des Rhythmus

Der HSV empfängt im Rahmen des 10. Zweitliga-Spieltags den VfL Bochum 1848. Nach 16 Tagen Pause aufgrund der Länderspielpause wollen die Hamburger an den 2:1-Erfolg in Darmstadt anknüpfen. Dafür braucht es wieder die passende Mischung.

Eine extrem intensive Zeit mit sechs Spielen in 21 Tagen stand für die Rothosen vor der Länderspielpause auf dem Programm. Nun folgt am Sonntag (ab 13:15 Uhr live im HSVnetradio) nach 16 Tagen ohne Pflichtspiel mit dem Heimspiel gegen den VfL Bochum 1848 die nächste Aufgabe auf die Titz-Elf. Knackige Wettkampfphase, langwierige Pause. Für den HSV ist es bis dato nicht ganz so leicht, in dem Neuland 2. Bundesliga einen Rhythmus zu finden. 

Länderspielpause sinnvoll genutzt  

Die periodischen Wechsel – so definiert der Duden unter anderem den Begriff „Rhythmus“ – beziehen sich dabei nicht nur auf den Spielplan, sondern auch auf Spielweise und Ergebnisse der Titz-Elf. Nach vier Siegen in Serie gab es eine englische Woche mit zwei Punkten aus drei Spielen – darunter die bittere 0:5-Niederlage gegen Regensburg. Vor der Länderspielpause fanden die Hamburger dann die richtige Balance aus Defensive und Offensive und siegten mit Ausnahme der Schlussminuten souverän mit 2:1 in Darmstadt. Am eigenen Spielrhythmus – vorrangig dem Umschaltspiel – feilten die Titz-Schützlinge nun auch während der zweiwöchigen Länderspielpause. „Wir hatten zuletzt aufgrund der Vielzahl der Spiele wenig Zeit, um an unserem Spiel zu arbeiten“, bestätigt Ersatztorwart Tom Mickel. „Jetzt hatten wir ein paar Tage und konnten gezielt an unserem Offensivspiel arbeiten. Es ist klar, dass wir weiter mehr Torchancen kreieren müssen.“

Während sich die HSV-Profis daheim dem eigenen Rhythmus gewidmet haben, geriet dieser für neun Nationalspieler einmal mehr außer Kontrolle. Hee-chan Hwang, Orel Mangala, Rick van Drongelen, David Bates, Manuel Wintzheimer, Jonas David, Josha Vagnoman, Tobias Knost und Fiete Arp waren allesamt für ihre nationalen Farben unterwegs. Erstgenannter, der mal wieder zahlreiche Flugmeilen Richtung seines Heimatlandes Südkorea abriss, konnte erstmals am Freitag wieder ins Training einsteigen. Letztgenannter kehrte dagegen mit einer Teilruptur des vorderen Außenbandes im Sprunggelenk aus dem Trainingslager der U19-Junioren des DFB auf Zypern zurück und konnte sich ebenfalls erst am Freitag nach einem Belastungstest fit melden. Für die Nationalspieler, darunter mit Mangala, van Drongelen und Bates drei weitere Akteure, die zuletzt zum Stammpersonal zählten, wird für einen Platz in der Startelf entscheidend sein, inwiefern Körper und Geist für die vollen 90 Minuten bereit sind. Diesbezüglich ließ sich HSV-Trainer Christian Titz im Vorfeld der Partie nicht in die Karten gucken und wollte die letzten Eindrücke aus dem Abschlusstraining am Sonnabend mitberücksichtigen.    

Bochum das „Team des Jahres“    

Die kommenden Gäste aus dem Ruhrgebiet scheinen unter der Leitung von Cheftrainer Robin Dutt, der vergangene Woche seinen 2019 auslaufenden Vertrag vorzeitig bis zum Sommer 2020 verlängerte, ihren Rhythmus wiederum gefunden zu haben. Am 12. Februar dieses Jahres übernahm der ehemalige Bundesliga-Trainer und DFB-Sportdirektor den Revierclub und führte ihn von Platz 14 noch bis auf den sechsten Platz des Endklassements der Saison 2017/18. Auch der Start in die diesjährige Spielzeit darf mit 14 Punkten und Platz sieben als gelungen bezeichnet werden. Insgesamt holte der VfL in diesem Kalenderjahr 39 Punkte und führt damit die Jahrestabelle der 2. Bundesliga vor dem 1. FC Union Berlin und der SpVgg Greuther Fürth (je 38 Zähler an) an. 

Die Hamburger sind dementsprechend gewarnt, zudem mit dem VfL Bochum 1848 ein spielstarker Gegner im Volksparkstadion erwartet wird. „Für mich ist Bochum nicht die klassische Zweitliga-Mannschaft“, erklärt Mickel. „Die Bochumer suchen selbst auch fußballerische Lösungen und beschränken sich nicht nur auf das Verteidigen. Daher wird es wichtig sein, dass wir defensiv stabil stehen und offensiv unsere Lösungen finden.“ Den richtigen Mix gilt es zu letztlich nicht nur im Spiel zu finden, sondern auch im Hinblick auf die heimische Spielstätte. So lässt sich bis dato auch eine Diskrepanz zwischen den Heim- (7 Zähler, Rang 13) und Auswärtsspielen (10 Punkte, Rang 2) festmachen. Dabei können sich die Hamburger seit jeher auf den lautstarken und immer wiederkehrenden Ton des eigenen Anhangs verlassen. Mit mehr als 52.000 Zuschauern pro Spiel rangiert der HSV gar an der europäischen Spitze der Zuschauerzahlen aller Fußball-Zweitligisten. „Natürlich ist es wichtig, seine Heimspiele zu gewinnen. Deshalb müssen die Punkte im Volkspark bleiben. Wir müssen unseren Zuschauern endlich wieder einen Heimsieg schenken“, gibt mit Mickel passenderweise ein Publikumsliebling den Ton und Takt für den richtigen Rhythmus vor. 

 

Der Kader zum Spiel:

Tor: Pollersbeck, Mickel; Feld: Arp, Bates, Chan, Douglas, Holtby, Hunt, Ito, Janjicic, Jatta, Lacroix, Lasogga, Mangala, Moritz, Narey, Sakai, van Drongelen.

So könnte der VfL Bochum spielen: Riemann - Celozzi, Hoogland, Gyamerah, Danilo - Losilla, Tesche - Weilandt, Maier, C.-Y. Lee - Hinterseer 

Schiedsrichter: Christof Günsch (Berlin)