
Stimmen zum Spiel
18.04.26
„Eine Mischung aus Enttäuschung, Unzufriedenheit und Wut“
In einem turbulenten 110. Bundesliga-Nordderby unterliegt der HSV in Unterzahl mit 1:3 dem Nordrivalen aus Bremen. Die Stimmen zum Spiel.
Nicolai Remberg: Es war ein vogelwildes Spiel. Wir haben verdient verloren. Unser Plan ist aufgegangen, Bobby lang zu schicken. Er hat ein überragendes Spiel gemacht, hat die Bälle gut festgemacht und wir wollten dann die zweiten Bälle aufsaugen. Das ist uns gut gelungen. In der zweiten Hälfte sind wir nicht gut nach vorn gekommen. Und dann ist es einfach nicht clever, dass wir uns immer wieder mit Roten Karten selbst schwächen. Der Platzverweis ist unglücklich, er wollte es nicht, aber er trifft ihn leider auch fies. Anschließend waren wir wieder ein Spieler weniger, und mussten hinterherrennen. Es ist jetzt eine Challenge für uns, aus der aktuellen Lage wieder gemeinsam herauszukommen. Wir werden jetzt die nächste Woche viel abbekommen, aber müssen dort gemeinsam durch. Jetzt zusammenzuhalten, ist die große Kunst.
Daniel Heuer Fernandes: In der ersten Hälfte ist viel von dem aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben: das Pressing überspielen, viele lange Bälle auf Bobby und zweite Bälle gewinnen. Das hat in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut geklappt, weil der Gegner auch etwas umgestellt hat. Das 1:2 war ein Traumtor und dann ein Nackenschlag. Die Rote Karte erschwert es, das Spiel wieder auf unsere Seite zu ziehen. Es ist ärgerlich, das Derby in Unterzahl zu beenden. Acht Platzverweise in der kompletten Saison sind sicherlich viel. Diese Niederlage sitzt schwer. Es ist ein harter Schlag, aber wir werden bei uns bleiben und weitermachen. Es geht darum, das Spiel schnell abzuhaken und sich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Es bleiben jetzt noch vier Spiele und wir wollen die Partien ziehen.
Robert Glatzel: Es ist ein verdienter Sieg für Werder. Es war trotz allem kein so schlechtes Spiel von uns. Wir haben alles reingehauen. Es war ordentlich, aber es fehlten bei uns etwas die klaren Torchancen. Es war ein hitziges Spiel und es ist sehr viel passiert. Bis zur Roten Karte war alles drin. Am Schiedsrichter lag es sicherlich nicht. Hätten wir vor dem Tor noch mehr Druck aufbauen können, wäre Werder vielleicht mehr ins Wanken geraten. So hat uns etwas der Punsh gefehlt. Für uns war es kein schönes Erlebnis heute, aber wir müssen es nüchtern betrachten. Wir haben noch alles selbst in der Hand.
Merlin Polzin: Glückwunsch an Daniel Thioune und Werder Bremen zum Derbysieg. Es ist für uns ein sehr emotionaler Nachmittag mit einer Mischung aus Enttäuschung, Unzufriedenheit und Wut. Es wird ein paar Tage nachwirken. Wir wollten mit aller Macht alles investieren, um der Bedeutung dieses Spiel gerecht zu werden. Das hat man gespürt. Es war ein intensives Spiel mit einem leistungsgerechten Unentschieden zur Halbzeit. Danach haben wir es leider nicht geschafft, in den entscheidenden Momenten da zu sein: Uns haben die Galligkeit und die Verständnis fürs Verteidigen im richtigen Moment gefehlt. Wir fangen bei uns an: Wir nehmen es, wie es heute passiert ist. Es ist heute ein harter Moment, aber wir werden uns für die letzten vier Spiele wieder aufrichten.
Daniel Thioune: Wir hatten inhaltlich viele Probleme in der ersten Hälfte, haben es gegen Robert Glatzel nicht gut gemacht. Dennoch muss ich ein Riesenkompliment ans Team aussprechen. Wir wussten über die Herausforderung des Spiels und die Kritik am "Nicht-Derby-Modus" aus dem Hinspiel. Wie wir das Spiel angenommen haben, war großartig. Das Derby hatte alles: viel Energie, unfassbare Tore, Rote Karten und ganz viel Emotionen. Sowohl beim 1:1 als auch beim 2:1 war der Körpereinsatz sehr hart bis grenzwertig, das gleicht sich aus. In der zweiten Hälfte waren wir dann viel besser im Spiel und haben das Stadion, das uns richtig getragen hat, für uns genutzt. Und mit Jens Stage hatten wir einen Spieler auf dem Platz, der mit nur einer Trainingseinheit ganz viel einbringen kann. Er ist ein absoluter "Glue Guy", der die Kabine zusammenhält. Wir sind ein glücklicher Derbysieger.
