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27.08.25
Einfach drauf los: Rössing-Lelesiit mit mutigem Debüt
Der 18-jährige Norweger feierte in Gladbach sein Bundesliga-Debüt – und stand erstmals in einem Ligaspiel in der Startelf der Rothosen. Im Gespräch mit hsv.de gewährt der Flügelspieler einen kleinen Einblick in seine Gefühlswelt.
Die Bundesliga-Rückkehr des HSV mit dem Auswärtsspiel in Mönchengladbach (0:0) brachte viele Geschichten hervor. Eine davon schrieb Youngster Alexander Rössing-Lelesiit. Der Norweger war einer von insgesamt elf Bundesliga-Debütanten der Rothosen, und durfte zugleich erstmals von Beginn an in einem Ligaspiel für den HSV auflaufen. Und das alles im Alter von 18 Jahren, sieben Monaten und vier Tagen (18,6 Jahre) – und damit auf den Tag genau so alt wie HSV-Rekordmann Manni Kaltz anno 1971. „Das war eine von mehreren coolen Geschichten dieses Spiels“, erklärte HSV-Coach Merlin Polzin nach dem Abpfiff.
Rössing-Lelesiit avancierte damit zum jüngsten Startelf-Debütanten der Rothosen in der Bundesliga seit Fiete Arp. Das HSV-Eigengewächs stand am 4. November 2017 im Heimspiel gegen Stuttgart im Alter von 17,8 Jahren erstmals von Beginn an auf dem Platz, reihte sich in der Liste der jüngsten Bundesliga-Starter der Rothosen direkt hinter Rekordhalter Jonathan Tah (17,5 Jahre) ein. Insgesamt waren nur sieben HSV-Akteure bei ihrer Startelf-Premiere jünger als Rössing-Lelesiit, dessen blau-schwarzes Debüt-Trikot einen besonderen Platz bekommen wird. „Das Jersey ist natürlich etwas Besonderes. Ich werde es meinem kleinen Bruder und der Familie überreichen, damit sie es zu Hause gut verwahren können. Ich bin ihnen sehr dankbar, weil sie mich auf meinem Weg immer unterstützt haben“, so der Norweger gegenüber hsv.de.

Wertvoller Tipp von Dompe
Der schnelle Rechtsfuß, der im Winter von Lilleström SK zum HSV gewechselt war, präsentierte sich mutig, unerschrocken und spielfreudig – eben wie ein unbekümmertes Talent. „Es hat großen Spaß gemacht, von Beginn an zu spielen. Ich habe noch nie vor so vielen Zuschauern in der Startelf gestanden. Das war unglaublich und das Spiel hat sich toll angefühlt“, erklärt Rössing-Lelesiit. „Natürlich war ich auch ein bisschen nervös. Doch die Jungs haben mich toll unterstützt, vor allem Jean-Luc Dompe. Er kam vor dem Spiel zu mir und hat gesagt: Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Du bist noch jung – auch wenn du nicht dein bestes Spiel machst, wird deine Zeit noch kommen.“
Als der Anpfiff dann ertönte, verflog auch die Anfangsnervosität schnell. Der norwegische U19-Nationalspieler spielte einfach drauf los und setzte seine Duftmarken, zwang unter anderem Keeper Nicolas mit dem gefährlichsten HSV-Abschluss im zweiten Durchgang zu einer Parade. „Während des Spiels bin ich voll fokussiert und beschäftige mich nicht mit dem, was um mich herum geschieht. Ich habe versucht, mein Bestes zu geben.“ Das Niveau habe ihn beeindruckt: „Die Bundesliga ist sehr hochklassig. Es passieren kaum Fehler, und es geht deutlich physischer zur Sache.“ Dementsprechend weiß der 18-Jährige, wo er sich noch verbessern muss. „Ich muss für die Zweikämpfe körperlich noch zulegen. Außerdem gibt es Potenzial beim Torabschluss, Flanken und so weiter – da werde ich weiter hart arbeiten, um langfristig auf diesem Niveau bestehen zu können.“
Die nächste Gelegenheit dazu kommt womöglich schon am Freitagabend, wenn mit dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli das nächste Highlight wartet. „Das wird sicherlich ein verrücktes Spiel. Die Fans hier sind crazy. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt“, sagt der Youngster. „Jetzt beim Spiel in Gladbach habe ich die HSV-Fans phasenweise viel lauter gehört als die Gladbach-Anhänger, obwohl es ein Auswärtsspiel war. Natürlich wollen wir mit den Fans im Rücken ein erfolgreiches Derby spielen.“ Die HSV-Fans dürfen dabei auch auf Rössing-Lelesiit gespannt sein. Denn das mutige Talent hat Lust auf mehr.