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Gegnercheck

06.11.20

Holstein Kiel – Alles auf Anfang 2.0

Unter Trainer Markus Anfang hatten die Kieler 2017 und 2018 ihre erfolgreichste Zeit. An diese scheinen sie unter dem neuen Trainer Ole Werner nun anknüpfen zu können.

Die Kieler Sportvereinigung Holstein, kurz: Holstein Kiel, geht als Tabellendritter in das Spitzenspiel des 7. Spieltags, wenn am Montagabend um 20.30 Uhr der Hamburger SV zu Gast ist. In den vergangenen beiden Jahren, in denen der HSV und die KSV der gleichen Liga angehörten, waren die Rothosen bei den Blau-Weißen ein gerngesehener Gast, denn einen Dreier entführten die Hamburger bislang noch nicht aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Überhaupt konnten sie noch kein einziges Zweitliga-Spiel gegen den 95 Kilometer entfernt liegenden Nachbarn gewinnen, bislang gab es zwei Kieler Siege sowie zwei Remis. Ein Grund mehr, diesen speziellen Gegner und seinen Neuanfang etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Der HSV.de-Gegnercheck.

Der Club: Hinter der KSV Holstein Kiel liegt eine echte Erfolgsgeschichte. 2013 stiegen die Kieler aus der viertklassigen Regionalliga in die 3. Liga auf, in der sie 2017 den nächsten Aufstieg feierten und fortan in der 2. Liga zu begeistern wussten – und um ein Haar direkt durchmarschiert wären in die Bundesliga. Erst in der Relegation scheiterten die Nordlichter uns gehören seitdem zum festen Inventar des Unterhauses, in dem sie nicht nur ihre Mannschaft, sondern auch die Rahmenbedingungen wie Stadion, Nachwuchsbereich und Geschäftsstelle stets weiterentwickelt und auf ein beeindruckendes Niveau gehoben haben.

Der Trainer: Ole Werner ist mit 32 Jahren der jüngste Cheftrainer im deutschen Profifußball. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner, der als Spieler selbst in der Jugend der KSV ausgebildet wurde, übernahm infolge der Entlassung von Andre Schubert im September 2019 den Posten des Kieler Cheftrainers, nachdem er zuvor fünf Jahre lang die zweite Mannschaft trainiert hatte. Die Profis stabilisierte Werner, landete am Ende der Saison auf einem soliden 11. Platz und greift mit seinem Team in dieser Spielzeit nun neu an – und erinnert mit seiner Ausrichtung und Spielweise an die erfolgreichste Kieler Zeit unter Werners Vor-Vorgänger Markus Anfang.

Das Team: Meist lässt Coach Ole Werner (Foto) in einer 4-1-4-1-Grundordnung agieren. Die Kieler wählen hierbei den spielerischen Ansatz und sind keines der typischen Zweitliga-Teams, von denen häufig die Rede ist. Kiels Spiel ist ausgelegt auf Ballbesitz, auf geordnet vorgetragene Angriffe, oft schon aus der Abwehr heraus. Dort ist Hauke Wahl die Antriebsfeder, ehe die offensiven zentralen Mittelfeldspieler Jae-Sung Lee und Alexander Mühling übernehmen und Fin Bartels sowie Fabian Reese auf den Außenbahnen Fahrt aufnehmen. Und ganz vorn agiert meist Janni Serra als Stoßstürmer, der für die KSV Holstein in bislang 61 Spielen sehr ordentliche 22 Treffer erzielte.

Das Stadion: Das Holstein-Stadion ist das größte Fußballstadion der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel und eines der traditionsreichsten Deutschlands, denn bereits seit 1911 trägt Holstein Kiel an diesem Ort seine Heimspiele aus. Seit Beendigung der Umbauarbeiten Mitte 2019 verfügt das Stadion über 15.000 Plätze. Der etappenweise Ausbau des neuen Schmuckkästchens soll die Gesamtkapazität der Kieler Heimspielstätte Stück für Stück aus bis zu 25.000 Zuschauer steigern. Aktuell aber gilt wie in allen anderen Stadion, dass aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen keine Zuschauer zugelassen sind. Dennoch wird diese Partie auch ohne die Unterstützung des Kieler Anhangs ein richtig schweres Auswärtsspiel für HSV-Coach Daniel Thioune und sein Team.