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Interview

24.08.18

Fabian Klos: "Den HSV mochte ich irgendwie schon immer"

Im Interview mit HSV.de spricht Bielefelds Angreifer Fabian Klos über seine Vereinstreue, die Ambitionen der Arminia und die bevorstehende Partie am Montag im Volksparkstadion.

Er erzielte die meisten Tore in der Vereinshistorie von Arminia Bielefeld. Nur sechs Spieler sind häufiger in Pflichtspielen für den Club aufgelaufen. Allein diese Fakten machen klar: Fabian Klos ist eine DSC-Legende. Der inzwischen 30-jährige Mittelstürmer wechselte im Sommer 2011 nach Ostwestfalen und avancierte mit 114 Treffern in 260 Spielen zum absoluten Publikumsliebling. Darüber hinaus trug der gebürtige Niedersachse jahrelang die Kapitänsbinde und war das Sprachrohr der Mannschaft. Auch im HSV.de-Interview präsentiert sich der Torjäger erfrischend ehrlich und spricht über seine sieben Jahre bei der Arminia, die Arbeitsweise von Erfolgstrainer Jeff Saibene und die bevorstehende Partie am Montag.  

Nach einer starken Vorsaison ist auch der Start in die gerade angelaufene Saison geglückt. Was sind die Faktoren für euren Erfolg?

Fabian Klos: Unsere Mannschaft setzt erfolgreich um, was der Trainer von uns fordert. Wir haben einen klaren Plan, sowohl wie wir Fußball spielen wollen als auch für den jeweiligen Gegner. Außerdem haben wir uns punktuell gut verstärkt.

Du spielst seit mehr als sieben Jahren in Bielefeld und bist zu einer Klub-Ikone geworden, die seine Meinung auch öffentlich kundtut. Wie nimmst du deine Rolle im Verein wahr? 

Ich bin mir bewusst, dass ich einen besonderen Stand im Verein und in der Stadt habe. Das hat sich über die Jahre so entwickelt. Da ich mittlerweile einer der älteren Spieler bin und ohnehin schon immer Führungsaufgaben übernommen habe, versuche ich einfach stets mit positivem Beispiel voran zu gehen.

Seitdem Jeff Saibene im Amt ist gibt es einen klaren Aufwärtstrend zu verzeichnen. Wie arbeitet der Luxemburger und was ist sein Erfolgsrezept?

Wie schon erwähnt hat der Trainer eine klare Idee, wie er Fußball spielen lassen möchte. Er ist sehr akribisch und eher ein ruhiger, sachlicher Typ. Aber er kann auch in bestimmten Situationen aus sich herauskommen. Die Mischung macht’s, und die passt momentan wirklich sehr gut.

Mit vier Punkten aus den ersten zwei Spielen steht ihr im vorderen Drittel der Tabelle. Wie sehen die Saisonziele der Arminia aus?

Punkte sammeln! So viele und so schnell wie möglich. Die Liga wird auch in diesem Jahr unfassbar eng und ausgeglichen sein. Wenn wir am Ende einen einstelligen Tabellenplatz erreicht haben, können wir von einer stabilen Saison sprechen.

Im Sommer verpflichtete die Arminia mit Sven Schipplock einen ehemaligen HSV-Stürmer. Wie hast du die ersten gemeinsamen Wochen mit ihm erlebt und wie nimmst du den Konkurrenzkampf im Angriff wahr?

"Schippo" ist ein richtig guter Typ. Ich habe mich für ihn gefreut, dass er im Pokal doppelt getroffen hat, für einen Stürmer sind Tore immer extrem wichtig. Ich hoffe, dass der Knoten bei ihm jetzt geplatzt ist. Insgesamt sind wir im Sturm gut besetzt, jeder möchte spielen, daher muss jeder viel dafür tun. Für den Trainer eine Win-Win-Situation.

Der HSV hat den Auftakt in die Zweitligasaison gegen Holstein Kiel verloren, danach aber in Sandhausen klar gewonnen. Wie bewertest du den Saisonstart der „Rothosen“?

Gegen Kiel haben sie trotz der Niederlage nicht so schlecht angefangen, beim Sieg in Sandhausen bekommen sie zwei Tore geschenkt. So ist Fußball manchmal. Aber ich denke, dass es besser ist, früh in der Saison gegen den HSV zu spielen, als im weiteren Verlauf, wenn sich die Mannschaft gefunden und auf die Liga eingestellt hat.

Wie siehst du die Rolle des HSV generell in dieser Saison?

Ich glaube die Hamburger werden im Laufe der Saison immer stärker werden und ihrer Rolle als großer Favorit gerecht werden. Am Ende wird der HSV souverän aufsteigen.

Zwischen dem DSC und dem HSV besteht eine langjährige Fanfreundschaft. Inwiefern nimmt man das als Spieler wahr? Beeinflusst es das Spiel?

Als Spieler sollte man schon wissen, mit welchem Verein die eigenen Fans eine Fanfreundschaft haben. Aber das ist eben auch eine Sache der Fanlager. Auf die Spieler wird das keinen Einfluss haben.

Am Montag werden weit mehr als 40.000 Zuschauer im Volksparkstadion erwartet. Ist das auch für dich als erfahrener Spieler etwas Besonderes oder ein Spiel wie jedes andere?

Definitiv wird das ein besonderes Spiel, für mich und jeden einzelnen. In Hamburg, gegen den HSV, da kann man nur Bock draufhaben. Aber wir machen auch keine Klassenfahrt daraus, wir wollen unbedingt Punkte mitnehmen.

Du kommst ursprünglich aus Gifhorn in Niedersachsen. Welchem Verein hast du in deiner Jugend die Daumen gedrückt? Gab es eventuell Berührungspunkte mit dem HSV?

Mit dem HSV gab es keine Verbindung. Aber ich mochte den Verein irgendwie schon immer. Daher würde ich mich umso mehr freuen, wenn wir gewinnen und der HSV am Ende trotzdem aufsteigt.