
Stimmen zum Spiel
04.04.26
„Gute Reaktion gezeigt“
Der Hamburger SV trennte sich am Ostersonnabend (4. April) mit einem 1:1-Unentschieden vom FC Augsburg. Die Stimmen zum Spiel.
Miro Muheim: In der ersten Halbzeit ist es nicht so gelaufen, wie wir es wollten. Dann haben wir in der zweiten Hälfte eine gute Reaktion gezeigt. Wir sind gut reingekommen. Wir waren drauf und dran, das Spiel zu drehen. Dann war es eine unglückliche Situation, als ich Kade auf die Hacken falle. Das war nicht so gewollt. Danach habe ich das Spiel von der Kabine aus verfolgt – Kompliment an die Mannschaft, wie sie sich reingehauen und noch Chancen herausgespielt hat. Genau für diese Art stehen wir. Die anderen haben versucht, die Rote Karte auszubügeln. Am Ende ist es gut, dass wir einen Punkt geholt haben.
Ransford Königsdörffer: Wir haben in der ersten Halbzeit einiges verschenkt. Wir haben es nicht geschafft, Druck zu machen und intensiv zu sein. Wir waren in den Aktionen zu langsam. Wir haben uns davon aber nicht unterkriegen lassen und es in der zweiten Hälfte besser gemacht – trotz der Roten Karte. Das ist guter Teamspirit. Im heutigen Fall können wir davon sprechen, dass wir uns einen Punkt erkämpft haben. Letztlich können wir eher zufrieden sein.
Robert Glatzel: Insgesamt war es eine ordentliche Leistung von uns. Trotz der Roten Karte hatten wir noch einige Chancen. Wir haben weiter offensiv nach vorne gespielt. Es wäre ein Riesenschritt gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Es ist bitter, dass wir die drei Punkte zu Hause und gegen einen direkten Konkurrenten nicht mitnehmen konnten. Aber: Jeder Punkt ist wichtig, deshalb sehe ich es positiv. Es freut mich, dass ich das Tor auflegen konnte. Das haben wir schön herausgespielt. Mir macht es viel Spaß, hier spielen zu dürfen. Dafür komme ich jeden Tag ins Training.
Albert Grönbaek: Es war eine unglaubliche Atmosphäre. Die Fans haben uns heute großartig unterstützt, vor allem in den Phasen, in denen wir es am meisten brauchten. Ich bin stolz darauf, wie das Team heute die schwierige Situation gemeistert hat. Natürlich freue ich mich auch über mein Debüt. Es war ein tolles Gefühl, nach so einer langen Zeit wieder für 20 Minuten auf dem Platz zu stehen. Es war mein erstes Spiel seit Dezember. Durch meine Verletzung unmittelbar nach meinem Wechsel war die Situation für mich nicht einfach, aber ich muss den Physios ein großes Lob aussprechen. Wenn man verletzt ist, ist die Situation immer schwierig, doch sie haben dafür gesorgt, dass es weniger belastend war. Ich fühle mich jetzt fit und blicke zuversichtlich auf die nächsten Spiele. Generell ist die Atmosphäre hier im Club toll. Das Team und seine Kultur sind außergewöhnlich – das habe ich in meiner Karriere nicht immer so erlebt. Alle ziehen an einem Strang und gehen in die gleiche Richtung.
Wir nehmen diesen Punkt auf unserer Reise zum Erreichen unseres Ziels mit.
Merlin Polzin: Wir hatten uns vorgenommen, mit viel Energie ins Heimspiel zu starten, und hatten gleich zu Beginn eine gute Aktion. Im Anschluss waren wir dann aber im eigenen Ballbesitz zu fahrig und haben zu riskant gespielt. Damit haben wir die Augsburger ins Spiel geholt. Trotz des Rückstands hatten wir zum Ende der ersten Hälfte mehr und mehr Aktionen im gegnerischen Strafraum, die durchaus noch gefährlicher hätten werden können. Wir haben dann in der Halbzeit eine Top-Reaktion gezeigt – sowohl mit Blick auf das Trainerteam, federführend durch Loic, als auch durch die Mannschaft. Das war außergewöhnlich. Denn es ist nie einfach, den Schalter umzulegen, wenn du dir viel vorgenommen hast, aber dann merkst, dass du nicht so richtig im Spiel bist. Es zeichnet die Mannschaft aus, dass es weniger um das geht, was war, sondern um das, was wir in Zukunft beeinflussen können. Wir sind verdient zum Ausgleich gekommen – mit einem sehenswerten Treffer – und hatten die Chance auf das 2:1 nach einer Ecke. Mit der Roten Karte mussten wir dann etwas leiden, haben es aber noch einmal geschafft, das Spiel auf unsere Art und Weise zu gestalten. Es ist ärgerlich, dass nicht noch mehr drin war, aber wir wollen angesichts von 30 Minuten Unterzahl gegen einen Gegner mit Qualität und Intensität wie Augsburg auch nicht zu gierig sein. Wir nehmen diesen Punkt auf unserer Reise zum Erreichen unseres Ziels mit.
Manuel Baum: Wir haben nach drei Niederlagen in Folge in der ersten Hälfte ein tolles Spiel gemacht: Wir haben gut verteidigt, hatten gute Ballgewinne und gute Umschaltmomente. Was sich zugleich durch das komplette Spiel gezogen hat, waren Unzulänglichkeiten in bestimmten Entscheidungen. In der zweiten Hälfte ist der HSV dann besser ins Spiel gekommen. Dabei war es ärgerlich, dass das Gegentor nach einem brutalen Ballverlust von uns im Mittelfeld gefallen ist. Wir sind mit der Roten Karte zunächst gut umgegangen, haben die Struktur beibehalten und sind stark über den Flügel durchgekommen. Wie es dann oft so ist in Überzahl, muss man aufpassen, den Gegner nicht ins Spiel zu holen. Das haben wir jedoch massiv getan – durch den Rückpass auf Finn oder auch durch Ballverluste im Mittelfeld. Dadurch haben wir komplett die Struktur verloren. Für die Zuschauer war es dann sicherlich ein geiles Spiel, aber für uns Trainer ist das nichts. Ich bin ganz schön durchgeschwitzt. Das war Chaos, und man muss froh sein, dass wir nicht noch ein Gegentor kassiert haben.
