
Trainingslager
08.07.26
Erster Tag in Helsingör: Trainingsauftakt vor Shakespeares Augen
Die Rothosen sind im Trainingslager in Dänemark in die Sommervorbereitung gestartet. Insgesamt 24 Spieler standen auf dem Rasen.
Helsingör ist ein Ort von weltweiter Bekanntheit. Berühmt wurde die Stadt an der dänischen Küste vor allem durch William Shakespeares „Hamlet“. Weil das Drama kein allzu heiteres Bild zeichnet, richtet sich der Blick an dieser Stelle auf einen anderen geschichtsträchtigen Punkt Helsingörs: das Marienlyst Strandhotel, in dem regelmäßig die dänische Nationalmannschaft Quartier bezieht. Nun ist der Hamburger SV dort für vier Tage zu Gast und absolviert seine ersten Trainingseinheiten in der Sommervorbereitung fernab des Volksparkstadions auf fremden Terrain.
Dabei sind sich der HSV und Dänemark alles andere als fremd. Die hamburgisch-dänische Verbindung ist so eng wie kaum eine andere. Das zeigt sich bereits beim Blick auf die Landkarte: Lediglich 157 Kilometer trennen den Volkspark und die dänische Grenze voneinander. Kein anderes deutsches Nachbarland liegt den Rothosen näher. Auch sportlich sind zahlreiche dänische Fußballer mit den größten Erfolgen der Vereinsgeschichte des HSV verbunden. Ole Björnmose war der erste HSV-Däne und gewann mit dem Club 1976 den DFB-Pokal sowie ein Jahr später den Europapokal der Pokalsieger. Lars Bastrup gehörte 1983 jener Mannschaft an, die mit dem Europapokal der Landesmeister den größten Titel der Vereinsgeschichte holte. Später hinterließen weitere Ikonen wie Stig Töfting oder Thomas Gravesen ihre Spuren in Hamburg. Insgesamt 14 Dänen liefen für den HSV auf – aus dem Ausland stellen nur die Niederlande mit 17 Spielern eine größere Fraktion.

Mit Yussuf Poulsen und Albert Grönbaek sind aktuell zwei Dänen für den HSV aktiv. Die beiden stiegen am Mittwoch (8. Juli) passenderweise als Erstes aus dem Mannschaftsbus aus, der um 13.28 Uhr vor dem Quartier der Rothosen zum Stehen kam. Das Duo kennt das Hotel von den Lehrgängen mit der Nationalmannschaft bereits in- und auswendig, weiß also, dass es zu den Zimmern nach links geht und zu den Besprechungsräumen nach rechts. Die anderen Rothosen schauten sich im weiträumigen Foyer um, in dem sich neben zahlreichen Sitzmöglichkeiten unter anderem ein Billardtisch und ein Shuffleboard finden. Das Highlight ist das große Panorama auf den Strand am Öresund, der eine atemberaubende Aussicht bietet.
Am Nachmittag ging es für den HSV-Tross auf Fahrrädern zum rund anderthalb Kilometer entfernten Trainingsplatz, wo die Rothosen die erste Einheit der Sommervorbereitung absolvierten. Cheftrainer Merlin Polzin betrat den Rasen um 16.31 Uhr und begrüßte die rund 100 anwesenden HSV-Fans. 26 Spieler sind mit nach Dänemark gekommen, davon standen 24 am Mittwoch auf dem Trainingsplatz. Die Rekonvaleszenten Alexander Rössing-Lelesiit und Torhüter Fernando Dickes arbeiteten abseits der Mannschaft mit Reha-Coach Sebastian Capel im Kraftraum. Nicolas Capaldo wird nach seinem verlängerten Urlaub infolge der Länderspielreise mit Argentinien am Donnerstag (9. Juli) zum Team stoßen.

Die Mannschaft startete beim Trainingsauftakt mit einer Erwärmung und trat danach zum ersten Mal nach der Sommerpause wieder gegen den Ball. Den Anfang machten Passübungen, ehe es in Spielformen über ging. Trainingseinheit Nummer eins der Sommervorbereitung endete nach rund einer Stunde und mit zahlreichen Autogrammen und Fotos für die Trainingskiebitze. „Es war ein guter Auftakt. Die Bedingungen vor Ort sind top, der Platz ist fantastisch“, sagte Cheftrainer Polzin im Anschluss in einer Medienrunde. Es gehe darum, direkt zum Start einen Maßstab festzulegen. „Der Standard, den wir uns setzen, ist unverhandelbar“, betonte der gebürtige Hamburger. Bis zum Pflichtspielstart am 24. August, wenn der HSV in der 1. Runde des DFB-Pokals beim SC Verl zu Gast ist, sind es noch 47 Tage. Die Zeit dazwischen würde darüber entscheiden, „wie wir in die Saison starten“. Ziel sei es, jeden Tag besser werden zu wollen.
Die Rothosen fuhren zum Abschluss des Tages auf zwei Rädern zurück zur Unterkunft – und kamen am Hoteleingang an einer Hamlet-Statue vorbei. Willkommen in Helsingör.
