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Trainingslager

04.07.21

Heyer: „Die Vorbereitung hat es richtig in sich“

Im HSV.de-Interview spricht Defensiv-Allrounder Moritz Heyer über das Sommertrainingslager, die Belastungen in Grassau und seine Rolle im spannenden System von Tim Walter.

Wenn die HSV-Profis den Trainingsplatz im bayerischen Grassau betreten, dann ist er immer dabei: Moritz Heyer trotzt den hohen Übungsumfängen und steht Cheftrainer Tim Walter bis dato stets zur Verfügung. Keine neue Qualität des 26-Jährigen, der im Sommer 2020 vom VfL Osnabrück verpflichtet wurde und in seiner Premieren-Saison für die Rothosen in 32 von 34 möglichen Zweitliga-Spielen auf dem Platz stand. „Als 12-Jähriger habe ich mir mal den Zeh gebrochen“, erklärt Heyer mit einem Lächeln und verweist auf seine ansonsten nahezu blütenweiße Verletzungshistorie. Die konstant vorhandene Wettkampffitness hilft dem Defensiv-Allrounder auch im Sommertrainingslager, das selbst den voll austrainierten Heyer an seine Grenzen führt, wie er im HSV.de-Interview erklärt. Was die Trainings- und Spielidee von Tim Walter damit zu tun hat, wie Heyer den voranschreitenden Umbruch im Rothosen-Kader bewertet und wie er seine Rolle in der Mannschaft einschätzt, erklärte der gelernte Innenverteidiger in seiner gewohnt ruhigen und analytischen Art.

Mo, die ersten Trainingswochen sind vorbei, das Trainingslager in Grassau neigt sich dem Ende entgegen. Wie ist dein Eindruck von der Mannschaft, gerade auch mit Blick auf das missglückte Saisonfinale 2020/21?

Klar war es für uns alle sehr enttäuschend, gerade nach dem Spiel in Osnabrück. Seitdem sind aber auch schon einige Wochen vergangenen, von daher haben wir das inzwischen so gut wie möglich verdaut. Mit einem neuen Trainer und einigen Neuzugängen haben wir einen neuen Impuls und studieren nun etwas Spannendes ein. Schon in der abgelaufenen Saison haben wir uns alle gut verstanden, dieses Jahr wollen wir aber gemeinsam noch erfolgreicher sein. 

Was muss sich dafür in der Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison verändern?

Das ist natürlich sehr schwierig herzuleiten. Klar könnte ich jetzt einfach sagen, dass die Rückrunde besser werden muss. Das ist aber zu einfach. Wir müssen konstanter in unseren Leistungen werden und die ganze Saison performen.

Kann die Negativ-Erfahrung dabei helfen? 

Auf jeden Fall. Es ist für jeden Spieler ein gewisser Reiz, dass wir es im letzten Jahr nicht gepackt haben, denn jetzt wollen wir es umso mehr. Das muss bei jedem im Kopf sein, dann sind wir in dem Bereich gut aufgestellt.

Kommen wir zu dir persönlich: Siehst du dich als stiller Führungsspieler oder willst du in diesem Bereich noch einen Schritt machen und auch lautstärker werden?

Grundsätzlich bin ich ein ruhiger Typ, dennoch will ich Verantwortung auf dem Platz übernehmen. Das geht am besten mit Leistung. Ich habe schon den Anspruch, den einen oder anderen mitzureißen. Verstellen will ich mich dabei aber nicht, dennoch kann ich auch noch mehr aus mir raus gehen kann.

Du hast in den vergangenen zwei Zweitliga-Saisons kein einziges Spiel verletzt verpasst. Worauf führst du diese körperliche Konstanz zurück? 

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das auch genetisch bedingt ist. Darüber hinaus achte ich aber auch sehr auf meine Ernährung und arbeite im präventiven Bereich. Dennoch gehört natürlich auch immer Glück dazu.

Wie gut steckst du diesbezüglich das gegenwärtige Trainingslager weg? 

Ich habe schon ein paar überlegt, ob ich schon jemals so eine harte Sommervorbereitung absolviert habe. Mir ist aber nichts Vergleichbares eingefallen. (lacht) Die hat es schon in sich und die Ermüdung ist spürbar, das ist aber ganz normal. Bisher hatte ich keine Probleme und konnte alle Einheiten absolvieren. 

Zu diesen Einheiten gehörten auch einige alternative Trainingsmethoden.

Genau. Es ist eine sehr coole Sache, dass das Trainerteam so viel Abwechslung anbietet. Gestern Abend sind wir Drachenboot gefahren, das habe ich vorher auch noch nie gemacht. Gerade deswegen war es schon interessant zu sehen, welche athletische Komponente da mit reinspielt.

Im Testspiel gegen Wacker Innsbruck hast du zunächst auf der Acht agiert, später dann als Linksverteidiger. Ist deine Variabilität eher Fluch oder eher Segen? 

Teilweise Fluch, teilweise Segen. Grundsätzlich will man als Fußballer immer auf einer Position spielen, aber im Prinzip ist man erstmal froh, wenn man überhaupt auf dem Platz steht. Ich versuche immer das Beste rauszuholen und will mich maximal einbringen. Auf welcher Position ich am Ende eingesetzt werde, wird sich noch herausstellen. Meine persönlichen Interessen stelle ich aber definitiv hinter der Mannschaft an.

Seit etwas mehr als zwei Wochen setzt sich die von dir angesprochene Mannschaft mit der Spielidee von Tim Walter auseinander. Kommt dir der mutige Ansatz entgegen?

Es macht auf jeden Fall sehr viel Spaß. Am ersten Tag habe ich mich noch gefragt, wie das alles funktionieren soll, im Endeffekt ist es dann aber doch recht simpel. Man spielt den Ball und macht sich danach wieder anspielbar. Bis dato komme ich damit sehr gut klar, zumal mir in diesem Fall entgegenkommt, dass ich viele Positionen spielen kann.