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Team

07.09.16

Rene Adler: "Wir werden alles reinwerfen"

Im Interview mit HSV.de spricht Rene Adler unter anderem über das kommende Punktspiel bei seinem alten Club in Leverkusen, die Rückkehr von Abwehrchef Emir Spahic und den Status quo des Teams.  

Für Rene Adler steht am Samstagnachmittag beim Gastspiel in Leverkusen (Anstoß 15:30 Uhr) in doppelter Hinsicht eine besondere Partie an: Der 31-jährige Schlussmann steht vor seinem 100. Bundesliga-Spiel im Dress der Rothosen und ist mit Bayer 04 Leverkusen ausgerechnet bei dem Club zu Gast, bei dem er einst sein Bundesliga-Debüt feierte. Im Jahr 2000 wechselte Adler vom VfB Leipzig ins Nachwuchsleistungszentrum der Werkself, schaffte von dort aus den Sprung zu den Profis und avancierte sogar zum deutschen Nationalkeeper. Im Interview mit HSV.de spricht Adler über die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, seine Erwartungen an das Spiel und die allgemeine Zusammenstellung und Entwicklung der Mannschaft.  

HSV.de: Rene, ist es nach all den Jahren eigentlich noch etwas besonders für dich, wieder in Leverkusen zu spielen? 

Rene Adler: Es ist immer schön, wenn man an die alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Schließlich leben dort noch viele Freunde, Verwandte und Familienmitglieder von mir. Es ist ein anderes Gefühl als wenn ich jetzt gegen Schalke oder Dortmund spiele und ich würde lügen, wenn das Spiel nicht besonders wäre. Gleichzeitig flacht dieser Rückkehr-Effekt über die Jahre aber auch ab und ich weiß gar nicht, wie viele Spiele ich mittlerweile als HSVer gegen Leverkusen bestritten habe. 

Neben dir kehrt auch Emir Spahic zurück und zwar sowohl nach Leverkusen als auch ins Team. Wie wichtig ist es, dass Emir nach seiner Verletzung nun wieder da ist? 

Adler: Emir ist nicht nur aus Leistungsgründen, sondern vor allem auch wegen seiner Führungsqualitäten auf und neben dem Platz ein sehr wichtiger Bestandteil für diese junge Mannschaft. Das hat man jetzt gerade auch gegen Ingolstadt gesehen. In einer Phase, in der viel Unruhe steckt mit vielen Eckstößen und Freistößen, ist ein Spieler wie er sehr wichtig für uns, um wieder die defensive Grundordnung herzustellen. Wir freuen uns sehr, dass er wieder zurück ist und er wird gegen seine alten Kollegen sicherlich besonders motiviert sein.

Zumal Emir gut drauf ist und im letzten Länderspiel mit Bosnien und Herzegowina zwei Kopfballtore erzielt hat. 

Adler: Ja, das habe ich gelesen. Der Trainer betont immer wieder, wie wichtig Standardsituationen im modernen Fußball sind und dass sie mehr als ein Drittel aller Tore bringen. Gerade gegen tiefstehende Mannschaften kann eine Führung nach Standardsituationen immer ein Türöffner sein, um die Teams aus der Reserve zu locken und für das eigene Spiel mehr Platz zu bekommen. Dieser Bedeutung müssen wir uns als Mannschaft noch bewusster werden. Standards sind eine Übungssache. 

Mit Leverkusen trefft ihr nicht auf eine der besagten tiefstehenden Mannschaften. Vielmehr ist Bayer ein Club mit großen Ambitionen und stellt einen echten Gradmesser für euch dar. 

Adler: Das stimmt, wir haben eine harte Aufgabe vor der Brust und wollen uns auch daran messen lassen. Wir sind jetzt sicherlich nicht so vermessen, um uns sportlich mit Leverkusen zu vergleichen, denn so weit sind wir noch nicht. Dort wurde über Jahre eine sehr gute Arbeit geleistet und wir befinden uns jetzt gerade erst wieder in einer Phase, wo der Trend nach oben zeigt. Dennoch ist es nicht unmöglich, auch in Leverkusen etwas zu holen und mit dieser Motivation reisen wir an - wir werden alles reinwerfen.

Wenn wir abschließend noch auf das Gesamtbild blicken, wurde mit Douglas Santos vergangene Woche der letzte von insgesamt acht Neuzugängen verpflichtet. Wie schätzt du die Stärke des Kaders ein? 

Adler: Wir haben uns auf jeden Fall mit viel Qualität verstärkt und verfügen über eine junge, hungrige Mannschaft. Darüber hinaus haben wir uns im Vergleich zum Vorjahr fußballerisch bereits stark verbessert. Das zeigen wir immer wieder im Training. Jetzt zählt es, das auch gewinnbringend und ergebnisorientiert über 90 Minuten in einem Spiel einzubringen. Das ist der nächste Schritt, den wir gehen wollen und auch gehen werden. Wir als Mannschaft wissen über unsere Qualität und ich hoffe, dass wir diesen nächsten Schritt, den natürlich auch die Fans von uns erwarten, bald erreichen.   

Was ist dabei die größte Herausforderung für euch?

Adler: Wir müssen die spielerische Qualität, die der Kader hergibt und die sich täglich im Training bemerkbar macht, auch am Wochenende auf dem Spielfeld abrufen und uns für unsere harte Arbeit belohnen. Wir wollen uns in einen Flow-Zustand begeben, die Fans mitnehmen und eine positive Grundhaltung schaffen. Es soll Spaß machen, hier zu uns ins Stadion zu kommen und zu wissen, dass hier eine Mannschaft spielt, die alles gibt und mit einer großen Leidenschaft zu Werke geht - das ist unser Hauptziel!