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Verein

08.01.26

HSV kündigt Rahmenprogramm zum Erinnerungstag 2026 an

Der Hamburger SV lädt im Rahmen des Erinnerungstages am 27. Januar und der Initiative !NieWieder auch in diesem Jahr zu mehreren Veranstaltungen ein, die Raum für Gedenken, Austausch und Lernen schaffen.

Rund um den 27. Januar, den internationalen Holocaust-Gedenktag, beteiligt sich der Hamburger SV erneut an der Initiative !NieWieder und setzt ein deutliches Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und den Schutz unserer demokratischen Werte. Unter dem diesjährigen Schwerpunkt „Demokratie verteidigen – Lernen aus der Geschichte des Fußballs“ erinnert die Fußballfamilie an die Verbrechen des Nationalsozialismus und an die Rolle, die auch der Sport dabei spielte.

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Millionen Menschen waren zu diesem Zeitpunkt bereits entrechtet, deportiert und ermordet worden. Jedes Jahr ruft der Erinnerungstag im deutschen Fußball dazu auf, dieses Leid nicht zu vergessen – und daraus Konsequenzen für die Gegenwart zu ziehen.

Verantwortung des Fußballs

Der Blick in die Geschichte zeigt, der Fußball war nie ein unpolitischer Raum. Auch nicht im Nationalsozialismus: Vereine und Verbände schalteten sich im vorauseilenden Gehorsam gleich, schlossen ihre jüdischen Mitglieder aus und unterdrückten Widerstand. Sport diente der Propaganda, der Ausgrenzung und sogar der Vernichtung. Der Sport verdrängte jahrzehntelang seine eigene Verantwortung im Nationalsozialismus, indem er sich als unpolitisch gab. Diese Vergangenheit mahnt uns bis heute.

Gerade deshalb trägt der Fußball eine besondere Verantwortung. Seine enorme gesellschaftliche Reichweite verpflichtet dazu, Haltung zu zeigen, Diskriminierung entgegenzutreten und demokratische Grundwerte aktiv zu verteidigen. Erinnern heißt handeln, damals wie heute.


Das Programm des HSV

Der Hamburger SV lädt im Rahmen des Erinnerungstages zu mehreren Veranstaltungen ein, die Raum für Gedenken, Austausch und Lernen schaffen.

27. Januar (18 Uhr): Gedenkveranstaltung

Im Volksparkstadion, im Fanrestaurant „Die Raute“, findet in Kooperation mit dem Netzwerk Erinnerungsarbeit und dem Förderkreis Nordtribüne e. V. eine gemeinsame Gedenkveranstaltung statt. Es gibt eine Beteiligung vom HSV, einigen Gremien, Teilen der Fanszene und geladenen Gästen sowie musikalische Begleitung und im Anschluss daran individuelles und gemeinsames Gedenken. Wir laden alle Mitglieder und HSV-Fans ein, an der Veranstaltung teilzunehmen.

29. Januar (18.30 Uhr): Podiumsdiskussion 

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner der KZ-Gedenkstätte Neuengamme setzt sich der HSV und die Gedenkstätte im Haus des Sports mit der politischen Dimension des Fußballs auseinander. Die Veranstaltung beleuchtet historische Zusammenhänge und stellt die Frage, welche Verantwortung Sportvereine bis heute tragen. Auf dem Podium: Dr. Veronika Springmann (Sportmuseum Berlin), Dr. Pascal Trees (Institut für Zeitgeschichte München), Cornelius Göbel (HSV Fußball AG & Co. KGaA.), Paula Scholz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Netzwerk Erinnerungsarbeit). Moderation: Dr. Susann Lewerenz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme). Anmeldung hier.

3. Februar (18 Uhr): Zeitzeugengespräch

Im Volksparkstadion findet ein besonderer Gesprächssalon statt: In Kooperation mit Ha-Kesher e. V. berichtet Chana Bardian als Holocaust-Überlebende aus Hamburg in persönlicher Atmosphäre von ihrer Lebensgeschichte. Das Format „Zikaron Basalon“ schafft Nähe, Zuhören und Weitergeben von Erinnerung, von Generation zu Generation. Anmeldung hier.


Nie wieder ist jetzt

Der Erinnerungstag ist kein Blick zurück ohne Konsequenzen. Er ist ein Auftrag für die Gegenwart. Antisemitismus, Rassismus und menschenfeindliche Ideologien sind auch heute Realität, im Stadion wie in der Gesellschaft. Der HSV bekennt sich klar dazu, diesen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten. Oder, wie es der kürzlich verstorbene Shoah-Überlebende und Fußballfan Walter Frankenstein formulierte: „Demokratie muss jeden Tag neu erkämpft werden, besonders in der jetzigen Zeit.“

Der Hamburger SV lädt alle Mitglieder, Fans und Interessierten ein, sich zu beteiligen, zuzuhören und Haltung zu zeigen. Nie wieder ist jetzt.