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Interview

27.12.16

"Ich identifiziere mich voll mit dieser Aufgabe"

Im Interview mit HSV.de spricht Neuzugang Mergim Mavraj über seinen Wechsel an die Elbe, seine Rolle beim HSV und seinen Spielstil.

Mit Mergim Mavraj präsentiert der HSV bereits eine Woche vor der Aufnahme der Wintervorbereitung den ersten Neuzugang der Transferperiode. Der 1,89 Meter große Innenverteidiger stand in der laufenden Spielzeit in allen 16 Bundesliga-Spielen für den 1. FC Köln in der Startelf und verpasste keine einzige der bisher absolvierten 1.440 Spielminuten. Im Interview mit HSV.de spricht der albanische Naitonalspieler über die Beweggründe seines Wechsels, seine vorgesehene Rolle beim HSV und seine Art und Weise, Fußball zu spielen. 

HSV.de: Mergim, herzlich willkommen in Hamburg und beim HSV. In Köln warst du ein fester Baustein der drittstärksten Verteidigung der Liga, warum hast du dich dennoch für einen Wechsel zum HSV entschieden? 

Mergim Mavraj: Für viele Personen, auch für mich, kam dieser Wechsel sicherlich etwas überraschend, aber die Situation mit meinem auslaufenden Vertrag in Köln sowie das große Interesse des Trainers und der Verantwortlichen vom HSV haben letztlich dazu geführt, dass ich diesen Schritt gehen möchte. Ich habe mich sehr geschmeichelt gefühlt, als ich vom Interesse des HSV gehört habe und hatte sehr gute Gespräche mit Markus Gisdol und Dietmar Beiersdorfer. Für mich ist die menschliche Ebene sehr wichtig, weil ich nicht nur als guter Spieler, sondern auch als guter Mensch in Erinnerung bleiben möchte. Es ist ein schönes Gefühl, so viel Vertrauen zu erfahren und der HSV ist ein toller Club mit großartigen Fans. Für viele ist es ein Traum, für diesen Verein spielen zu dürfen. 

Welche Rolle haben die Verantwortlichen denn konkret für dich vorgesehen? 

Mavraj: Ich soll defensiv den Laden zusammenhalten, eine Stütze für meine Nebenmänner sein und meine Erfahrung einbringen. All diese Aspekte möchte ich ab Januar auf den Rasen bringen. Ich möchte für Ruhe sorgen und Verantwortung übernehmen und identifiziere mich voll mit dieser Aufgabe. Es sind genau die Tugenden, über die ich mich selbst und mein eigenes Spiel definiere. Deshalb passt es auch so gut. 

"Ich bin jemand, der niemals aufgibt"

Auf welche Art Spielertyp können sich die Hamburger Fans dabei freuen?

Mavraj: Ich bin jemand, der niemals aufgibt, keine Angst hat und vor keiner Aufgabe - mag sie noch so schwer sein - davonläuft. Als Spieler bin ich nicht der "Brecher", sondern versuche, Ruhe auszustrahlen und komme gern über mein Passspiel. Als Innenverteidiger ist das immer ein Spagat, weil man auf der einen Seite zweikampfstark und den besten Spieler des Gegners stoppen muss, gleichzeitig aber auch eine gute Passquote aufweisen möchte. Im besten Fall können sich die Hamburger also auf einen guten Spielaufbau und das Halten der Null freuen.   

Wie schwierig ist es, jetzt mitten in der Saison zu einem neuen Club und Team zu stoßen? 

Mavraj: Es ist schon eine komische Situation, wenn man überlegt, dass ich vor eine Woche noch für Köln auf dem Platz stand. Für mich ist es aber gut, dass es jetzt gleich wieder zur Sache geht mit Meisterschaftsspielen. Ich muss mich schnell etablieren und beweisen und anders als im Sommer stehen nicht zunächst noch zahlreiche Testspiele und acht Wochen Vorbereitung an. Zudem kenne ich aus dem aktuellen Kader bereits einige Spieler. Mit Lewis Holtby und Matthias Ostrzolek habe ich in Bochum zusammengespielt, Nicolai Müller und Tom Mickel kenne ich noch aus Fürther Zeiten. 

Wie beurteilst du denn die letzten Wochen deiner neuen Teamkollegen? 

Mavraj: Die sportliche Situation hat sich in den letzten Wochen extrem verbessert. Die Niederlage in Mainz war total unglücklich, gegen Schalke hat man dafür eines der besten Spiele gezeigt und auch zuvor endlich die ersten wichtigen Saisonsiege eingefahren. Diese Spiele haben gezeigt, dass die Mannschaft lebt und der Dino, anders als viele bereits geschrieben haben, noch lange nicht tot ist. Uns muss klar sein, dass dadurch aber eigentlich nur der Anschluss hergestellt wurde und wir weiterhin eine sehr schwere Aufgabe vor der Brust haben. 

"Ich möchte das Vertrauen maximal und in jedem Spiel zurückzahlen"

Wie möchtest du dich dabei persönlich einbringen? In Köln hast du schließlich keine einzige Spielminute verpasst, standest in allen 16 Spielen in der Startelf. 

Mavraj: Ich wäre nicht traurig, wenn meine Serie reißt, wir aber den Klassenerhalt schaffen (lacht). Natürlich möchte ich dazu beitragen, dass der Verein erfolgreich ist und ich möchte das mir entgegengebrachte Vertrauen maximal und in jedem Spiel zurückzahlen. Persönliche Ziele hat man immer, aber dafür braucht man die Mannschaft. Ich ordne mich dem Team stets unter und sollte ich beispielsweise nicht spielen, dann versuche ich einen anderen Weg zu finden, um ihr helfen.