
Saison
20.01.26
Von Kopenhagen bis Buenos Aires: HSV-Profis mit Stadtderby-Erfahrung aus aller Welt
Der HSV trifft am 19. Bundesliga-Spieltag im Hamburg-Duell auf den FC St. Pauli. Im Kader der Rothosen finden sich mehrere Spieler, die reichlich Erfahrung in Partien zwischen zwei Vereinen aus derselben Stadt gesammelt haben. Bei HSV.de sprechen sie über Stadtderbys in Kopenhagen, London oder Buenos Aires.
Ein Stadtderby ist alles andere als ein gewöhnliches Spiel. Es geht nicht nur um drei Punkte, sondern auch um die Frage, welches Lager fürs Erste nach dem Abpfiff mit einer breiten Brust durch die Stadt geht und welches nicht. Das gilt in Hamburg ebenso wie im restlichen Teil der Welt. Einige HSV-Profis haben in ihren bisherigen Karrieren auch schon mit anderen Vereinen Duelle zwischen zwei Clubs aus derselben Stadt miterlebt. Vor dem Bundesliga-Spiel beim FC St. Pauli am Freitagabend (23. Januar, Anstoß um 20.30 Uhr) sprechen sie über ihre Erfahrungen.
Giorgi Gocholeishvili etwa verbrachte die vergangene Saison 2024/25 per Leihe beim FC Kopenhagen, zu dem den HSV seit Jahrzehnten eine enge Fanfreundschaft verbindet. Der 24 Jahre alte Rechtsverteidiger spielte viermal in der dänischen Superliga gegen den Bröndby IF und dreimal blieb er ungeschlagen. „Ich bin wirklich froh, dass ich die Möglichkeit hatte, das Kopenhagener Derby zu spielen. Es hat mir sehr gut gefallen! Ein Derby ist in jeder Hinsicht etwas ganz Besonderes. Über allem steht die Leidenschaft. Als Spieler willst du für den Verein und die Fans alles geben“, sagt der 24 Jahre alte Georgier.

In seiner Zeit bei Hertha BSC blieb auch Jordan Torunarigha ungeschlagen in Stadtderbys, wenn er auf dem Feld stand. So stehen in drei Einsätzen gegen den 1. FC Union Berlin zwei Siege und ein Unentschieden zu Buche. „Emotion pur, wenn du das Derby gewinnst!“, betont der Innenverteidiger. In den Tagen vor dem Anpfiff und dann auf dem Rasen zeige sich, wie wichtig ein Derby für eine Stadt ist. Jeder wolle dieses Spiel unbedingt gewinnen.
Vieira und Sambi Lokonga gemeinsam in London
Fabio Vieira und Albert Sambi Lokonga standen in gemeinsamen Tagen beim FC Arsenal sogar zusammen auf dem Platz in einem Stadtderby gegen Tottenham Hotspur. Am 9. Spieltag der Saison 2022/23 bejubelte das Duo einen 3:1-Heimsieg. Vieira kommt auf zwei Siege und ein Unentschieden in drei Partien gegen die Spurs, während die Bilanz von Sambi Lokonga mit zwei Siegen in zwei Duellen sogar makellos ist.

„Das Nord-London-Derby ist etwas ganz Besonderes für jeden. Es war überragend, in so einem Spiel auf dem Platz gestanden zu haben. Eine Derbywoche ist sehr emotional aufgeladen und nicht gewöhnlich. Du spielst für alle, die es mit deinem Verein halten“, sagt Vieira, der in seiner Laufbahn zudem mit dem FC Porto sechsmal gegen den Stadtnachbarn Boavista spielte (fünf Siege, ein Unentschieden).
Sambi Lokonga bringt zusätzlich die Erfahrung aus dem Stadtderby in Sevilla mit. Während einer Leihe zum FC Sevilla in der vergangenen Saison 2024/25 gab es in zwei Duellen mit Real Betis einen Sieg und eine Niederlage. „Bei diesem Derby als Spieler dabei gewesen zu sein, war eine unglaubliche Erfahrung. Vor allem, weil ich auch einen Derbysieg miterlebt habe. Diese Erinnerungen bleiben für immer! Ein Stadtderby ist speziell, weil die Vereine so nah beieinanderliegen“, sagt der Mittelfeldspieler.
Capaldo mittendrin in Argentiniens Superclasico
Die womöglich außergewöhnlichste Erfahrung sammelte Nicolas Capaldo in seiner Heimat Argentinien. Genauer gesagt in Buenos Aires, wo er mit seinem Club Boca Juniors viermal auf River Plate traf. Dabei gab es drei Unentschieden und eine Niederlage. „Es ist das verrückteste Duell, bei dem ich jemals dabei war! Der Superclasico hat Legendenstatus in Argentinien, und wenn dieser stattfindet, gibt es kein anderes Thema. Für die Spieler herrscht die ganze Woche Hochspannung, du stehst komplett unter Strom, und wenn es losgeht, lässt du deine ganze Energie auf dem Platz, um den Derbysieg einzufahren“, erklärt der 27-Jährige.
Mit dem Ziel Derbysieg im Stadtduell gehen die HSV-Profis in den Freitagabend. Einen solchen holten die Rothosen zuletzt beim vorvergangenen Aufeinandertreffen mit den Kiezkickern, als Robert Glatzel am 32. Spieltag der Zweitliga-Saison 2023/24 für Ekstase im Volksparkstadion sorgte. Ging das bis dato letzte Kräftemessen in der Hinrunde der aktuell laufenden Spielzeit an St. Pauli (2:0 am 2. Spieltag), soll die Anzeige zum Abpfiff im kommenden Duell wieder ein erfreulicheres Ergebnis für den Hamburger SV anzeigen. Auch mithilfe von gesammelten Erfahrungen aus aller Welt.

