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HSV-Frauen

15.04.26

Cardoso: „Ich spüre nichts vom Druck und sehe die Freude“

Ex-Profi Rodolfo Cardoso ist für die restlichen vier Spieltage der Frauen-Bundesliga Interimstrainer der HSV-Frauen. In einer Medienrunde sprach er über die neue Erfahrung Frauenfußball, den Start und das Ziel Klassenerhalt.

Rodolfo Cardoso hat das Traineramt bei den HSV-Frauen für die restlichen vier Spieltage der Frauen-Bundesliga übernommen. Für den ehemaligen Profi, der zwischen 1996 und 2004 insgesamt 137 Pflichtspiele (19 Tore, 24 Vorlagen) für den HSV bestritt, ist der Frauenfußball eine neue Erfahrung. Bislang war der 57-jährige Argentinier in verschiedenen Funktionen im HSV-Nachwuchsbereich tätig, zuletzt als Individualtrainer der U19. Nun sprach er in einer Medienrunde unter anderem über ...

… seine Entscheidung für die HSV-Frauen: Frauenfußball ist eine neue Erfahrung für mich. Aber es ist ganz einfach: Es geht um Fußball. Dann ist es egal, ob es Männer oder Frauen sind. Ich war etwas überrascht, als ich gefragt wurde, ob ich die Mannschaft übernehmen könnte. Ich habe nicht wirklich damit gerechnet. Ich habe kurz überlegt, aber ich bin schon lange im Verein, habe im Nachwuchs fast alle Mannschaften durchlaufen, war zweimal Interimstrainer bei den Profis – und meine Hilfe wurde gebraucht. Deshalb habe ich zugesagt. Zudem kannte ich bereits die eine oder andere Spielerin: Wir haben vor ein paar Monaten damit angefangen, einmal in der Woche mit einer Gruppe individuelles Training zu absolvieren.

… den Start: Erst einmal geht es darum, die Köpfe der Mädels freizukriegen und die Freude am Spiel wieder aufleben zu lassen. Ich spüre nichts vom Druck und sehe die Freude. Das ist immer ein gutes Zeichen, vor allem wenn du unten drinstehst. Mit der Freude lässt es sich besser spielen. Wir haben Spaß an der Sache, trotzdem werden die Übungen ernst genommen. Das Tempo ist hoch, das Training intensiv. Die eine oder andere hatte schwere Beine. Aber alle sind glücklich und ziehen mit – das ist super. Alle wollen etwas erreichen.

… den Kader mit über 30 Spielerinnen: Ich hatte noch nie einen solch großen Kader als Trainer, aber als Spieler habe ich es schon mal erlebt. Als Trainer musst du das Gefühl übermitteln, dass alle dazugehören. Wir werden versuchen, dass jede ihre Chance bekommt. Wir werden von Woche zu Woche gucken, wie alles funktioniert. Es sind nur noch vier Spiele. Da ist keine Zeit für viele Experimente. Aktuell sind viele Nationalspielerinnen unterwegs. Erst am kommenden Montag werden wir wieder alle zusammenhaben. Bis dahin trainieren wir mit dem Teil, der in Hamburg ist. Am Freitag haben wir ein Freundschaftsspiel gegen Twente, in dem sich die Spielerinnen zeigen können.

… das Ziel Klassenerhalt: Ich bin davon überzeugt, dass wir in der Bundesliga bleiben werden. Das ist schon die ganze Saison das Ziel. Wir haben es selbst in der Hand und müssen punkten. Es herrscht ein echter Zusammenhalt in der Mannschaft. Wir haben noch drei wichtige Spiele, bevor es am letzten Spieltag gegen den FC Bayern München geht. Das wird schwierig. Wir wollen vorher schon gerettet sein.